Nawalny habe wahrscheinlich seinen Mut mit dem Leben bezahlt. Sein Tod bestätige auch die Entwicklung, die Russland genommen habe. Dies sagte Bundeskanzler Olaf Scholz zum Tod des Regimekritikers. «Alexej Nawalny kämpfte für die Werte der Freiheit und der Demokratie. Für seine Ideale hat er das höchste Opfer gebracht», würdigte EU-Ratspräsident Charles Michel den Verstorbenen. Die EU macht Russland für seinen Tod verantwortlich.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat tiefes Bedauern über den Tod des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny geäussert. Das sei etwas sehr Bedrückendes, sagte Scholz am Freitag in Berlin.
Der Strafvollzugsdienst für die nordsibirische Region Jamal-Nenzen hatte laut russischen Medienberichten mitgeteilt, Nawalny habe sich am Freitag nach einem Spaziergang unwohl gefühlt und das Bewusstsein verloren. Wiederbelebungsmassnahmen seien erfolglos geblieben. Die Todesursache werde ermittelt, hiess es unter Berufung auf die Behörde.
Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch schrieb auf der Online-Plattform X, ihr liege noch keine offizielle Bestätigung seitens der Behörden vor. Ein Anwalt bemühe sich um nähere Informationen.
Scholz sagte, Nawalny habe wahrscheinlich seinen Mut mit dem Leben bezahlt. Sein Tod bestätige auch die Entwicklung, die Russland genommen habe. Wer Kritik äussere und sich für Demokratie einsetze, müsse um seine Sicherheit und sein Leben fürchten. Seine Gedanken seien bei Nawalnys Familie. Scholz äußerte sich bei einer Pressekonferenz zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
Nawalny sass seit 2021 in Haft. Ihm wurde unter anderem Extremismus vorgeworfen. Mehrere Gerichte verhängten in fragwürdigen Prozessen langjährige Freiheitsstrafen gegen den bekannten Kritiker Wladimir Putins. Insgesamt sollte er mehrere Jahrzehnte hinter Gittern verbringen. 2020 war Nawalny Opfer eines Anschlags mit Nervengift geworden. Er machte den Kreml dafür verantwortlich.
EU-Ratspräsident Charles Michel hat den verstorbenen russischen Oppositionellen Alexej Nawalny gewürdigt. «Alexej Nawalny kämpfte für die Werte der Freiheit und der Demokratie. Für seine Ideale hat er das höchste Opfer gebracht», schrieb Michel am Freitag im Kurznachrichtendienst X. Für seinen Tod mache die EU «das russische Regime allein» verantwortlich.
Der Familie Nawalnys sprach der EU-Ratspräsident sein Beileid aus. Darin schloss er all jene ein, «die in der ganzen Welt unter dunkelsten Bedingungen für Demokratie kämpfen». Michel ergänzte: «Kämpfer sterben. Aber der Kampf für Freiheit endet nie.»
EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola nannte Nawalny einen «Kämpfer, dessen Mut für Generationen nachhallen wird». Russland habe «seine Freiheit und sein Leben genommen, aber nicht seine Würde», schrieb sie ebenfalls auf X.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, Russlands Präsident Wladimir Putin fürchte nichts mehr als den Widerspruch seines eigenen Volkes. «Eine düstere Erinnerung daran, worum es Putin und seinem Regime geht», schrieb sie ebenfalls auf X. Es gelte, gemeinsam für Freiheit und Sicherheit derer zu kämpfen, die es wagten, gegen Autokratien aufzustehen. (kna)
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