«Der Spiegel» enthüllt weitere Details zu MeToo-Vorwürfen gegen einen katholischen Kirchenhistoriker in Deutschland. Er hatte mit einer Studentin Sex während einer Online-Lehrveranstaltung und war später für den Cäcilienverband tätig.
Der Kirchenhistoriker war an den Universitäten in Tübingen und Frankfurt und später für den Cäcilienverband tätig. Im März berichtete kath.ch über verschiedene MeToo-Vorwürfe gegen ihn. Nun enthüllt der «Spiegel» in einem weiteren Artikel neue Details.
«Ich begehre Dich! Ich hüte Dich! Ich fördere Dich! Ich fordere Dich!»
Der Dozent soll seiner Studentin Nachrichten in diesem Stil geschickt haben: «Ich warte im Aufzug auf dich, muss dich einfach küssen.» Oder: «Will dich fördern, wo ich nur kann.« Oder: «Ich begehre Dich! Ich hüte Dich! Ich fördere Dich! Ich fordere Dich!» Oder: «Jetzt bringen wir mich in Position und dann dich.» Der Kirchenhistoriker war noch nicht habilitiert, hoffte jedoch auf eine Professur.
Im Büro des Kirchenhistorikers an der Uni Frankfurt soll häufig Wein geflossen sein. Der Dozent habe «vielfach pornografisches und intimes Bildmaterial» von der Studentin aufgenommen, «oft auch im Arbeitskontext», wie der «Spiegel» berichtet. Der Aufforderung der Studentin, das Material zu löschen, sei er nicht nachgekommen.
Das Nachrichtenmagazin enthüllt intime Details: «Einmal etwa soll (er) im Laufe eines Seminars seine Hose geöffnet und onaniert haben, ohne dass es im Bildausschnitt seiner Webcam für die Studierenden zu sehen gewesen sei. Ein andermal soll er während eines Onlineseminars eine Peitsche aus Leder in die Hand genommen und damit (die Studentin) auf den Oberschenkel geschlagen haben. (Die Studentin) soll dabei auf dem Schreibtisch des Dozenten gesessen haben, direkt neben seinem Laptop, mit verbundenen Händen.» Der Kirchenhistoriker soll die Studentin «vorab gefesselt haben, wogegen sie keinen Einspruch erhoben haben soll», schreibt der «Spiegel».
Während eines Online-Seminars soll die Studentin unter dem Schreibtisch des Dozenten gesessen und ihm dabei einen geblasen haben. Der Dozent habe sie «von oben mit seinem Smartphone gefilmt und das Video später an sie geschickt».
Gegen den Kirchenhistoriker wurden auch andernorts MeToo-Vorwürfe erhoben – so beim Cäcilienverband, für den er zeitweise tätig war, und an der Uni Tübingen, wo er promoviert wurde. Obwohl er Sex mit einer Studentin während einer Lehrveranstaltung hatte, war es für die Uni Frankfurt gar nicht so einfach, den Kirchenhistoriker loszuwerden: Auf die fristlose Kündigung legte der Dozent eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht Frankfurt am Main ein, im September 2021 kam es zur Verhandlung. Die Uni hatte ihm wegen «sexuellen Interaktionen im Rahmen einer digitalen Vorlesung» gekündigt. Zudem warf sie ihm vor, «seine Macht als Vorgesetzter ausgenutzt» zu haben.
Die Richterin kam zum Schluss: Das Verhalten des Dozenten stelle «ein hohes Risiko» für die Hochschule dar. Am Ende kam es zu einem Vergleich: Uni und Hochschullehrer beendeten das Arbeitsverhältnis einvernehmlich zum 30. Juni 2021. (kath.ch)
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https://www.kath.ch/newsd/vorwuerfe-gegen-kirchenhistoriker-sex-peitschenhiebe-fesselspielchen/