Marian Eleganti hat sich auf seinem Blog kritisch zum Schreiben Fiducia supplicans geäussert. Den «Segen für Alle» lehnt er ab. Kirchenlehre und Pastoral müssten deckungsgleich sein, «sonst sind wir bei der Häresie und Spaltung der Kirche angekommen.»
Marian Eleganti hat sich auf seinem Blog zum «Segen für Alle» geäussert. Der emeritierte Churer Weihbischof lehnt Fiducia supplicans als «unlogisch» und kirchenspalterisch ab. Das Vatikan-Papier stehe im Widerspruch zur 2000-jährigen Tradition der Kirche – Wahrheiten seien ewig «und ändern sich nicht mit dem Zeitgeist», schreibt Eleganti.
In seinem Blog-Eintrag «Orthodoxie und Orthopraxie sind deckungsgleich» argumentiert der als konservativ geltende Marian Eleganti, Fiducia supplicans sei unlogisch. Einzelpersonen hätten seit jeher gesegnet werden können, «wenn ihre innere Disposition entsprechend war». Das ändere sich auch mit dem Vatikan-Papier Fiducia supplicans nicht. Auch künftig könnten «homosexuelle Verbindungen oder Konkubinate (sog. irreguläre Beziehungen) liturgisch nicht gesegnet werden.
Aber auch ohne Liturgie dürften laut Eleganti «logischerweise solche Paare überhaupt nicht gesegnet werden». Denn man könne nicht ein Paar segnen, ohne ihre Verbindung zu segnen. «Ein Paar segnen, aber nicht ihre objektiv sündhafte Lebensweise ‹konvalidieren›. Das sind Klimmzüge, die in der Praxis nie aufgehen.»
Der emeritierte Churer Weihbischof Eleganti verweist darauf, dass Päpste «wie die Bischöfe Hüter der Lehre der Kirche und ihrer ungebrochenen Tradition» seien. Wahrheiten seien ewig und «ändern sich nicht mit dem Zeitgeist. Anders herum: Päpste und Bischöfe bringen nichts Eigenes, sondern legen den beständigen Glauben der Kirche aus auf der Linie der Tradition, ohne mit ihr zu brechen».
Daher bleibe es dabei, «dass eine sündige Praxis und Verbindung nicht gesegnet werden kann, weil sie der Schöpfungsordnung bzw. dem Willen Gottes widerspricht und in einem solchen Fall der Segen weder fruchtbar gespendet noch empfangen werden kann».
Eleganti argumentiert weiter, dass Segnungen ohne die richtige innere Disposition des Spenders und des Empfängers wirkungslos seien, «weil Segnungen nicht ex opere operato wirken wie die Sakramente. Sie sind Sakramentalien.» Daran ändere auch die Einführung eines Segens «erster (liturgisch) und zweiter Klasse (spontan)» nichts, wie Fiducia supplicans ihn vorschlage.
Die «rechte innere Disposition» bei segenssuchenden Personen erkenne man daran, dass diese versuchten, umzukehren, «eine objektiv sündige Praxis (Konkubinat und sexuelle Interaktion) aufzugeben und zu korrigieren». Dazu könnten sie – wie bisher – den Segen empfangen «für das Wachstum in der Gnade und für das Gelingen ihrer moralischen Anstrengungen und ihrer nächsten Schritte in die gute Richtung, aber nicht als Paar wegen der Missverständlichkeit und Unmöglichkeit eines solchen Segens».
Alles, was darüber hinausgeht, sei Sophistik «und hält nicht an der Lehre der Kirche fest, sondern unterspült sie. Es geht hier um Theologie, nicht um Psychologie. Die Kirche kann sich durch die Zeiten nicht selbst widersprechen, sondern wächst im Verständnis der Offenbarung.» Die negative Bewertung der Homosexualität gehört laut Eleganti zur Offenbarung.
Segnet ein Priester ein gleichgeschlechtliches oder im Konkubinat lebendes Paar, dann handle er wider die Orthodoxie. «Orthodoxie und Orthopraxie sind deckungsgleich oder sie verdienen den Namen nicht. Sie heben sich nicht gegenseitig auf. Wo sie letzteres tun, sind wir bei der Häresie und Spaltung der Kirche angekommen, bei ihrer Selbstauflösung durch die Praxis. Das ist keine Reform und auch kein Segen.» (am)
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/marian-eleganti-fiducia-supplicans-unterspuelt-die-lehre-der-kirche/