Vreni Peterer: «Ich will ein Stachel in der Katholischen Kirche sein»

Die Präsidentin der IG Missbrauchsbetroffene, Vreni Peterer, wurde gerade zur Appenzellerin des Jahres gewählt. Das gebe ihr die Bestätigung, dass sie das Richtige tue. Und dass sie für die Rechte von Missbrauchsopfern weiterkämpfen will.

«Diese Ehrung bedeutet mir viel. Die Auszeichnung zeigt mir, dass der kirchliche Missbrauchsskandal kein Tabuthema mehr ist und dass über etwas, das jahrzehntelang stillgeschwiegen wurde, nun auch am Küchentisch gesprochen wird. Das ist für mich das Wichtigste.»

Auf die Frage, warum sie sich nicht von der Kirche und ihrem Glauben abwende, meint sie weiter:

«Zuerst einmal differenziere ich die Katholische Kirche an sich und die kirchliche Gemeinschaft. Die Gemeinschaft gibt mir sehr viel. Darin ist die Dorfbevölkerung involviert, die Veranstaltungen organisieren, und so weiter. Zudem hat mein Glaube nicht unter meiner Leidensgeschichte gelitten. Denn Gott hat mir nichts angetan. Ich stelle mir einfach immer die Frage: Wieso soll ich gehen? Ich will ein Stachel in der Katholischen Kirche sein. Ich möchte unangenehme Themen ansprechen und dort den Finger drauflegen, wo es sonst niemand tut.»

Vreni Peterer äusserte sich in einem Artikel der «Appenzeller Zeitung» zur Auszeichnung als frisch gewählte Appenzellerin des Jahres. Die Leserschaft der Zeitung wählte sie dazu. Peterer wurde selbst in ihrer Kindheit von einem Priester missbraucht und setzt sich heute für andere Missbrauchsbetroffene ein. (sas)


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https://www.kath.ch/newsd/vreni-peterer-ich-will-ein-stachel-in-der-katholischen-kirche-sein/