Nach Nötigungsvorwurf: Bischof Bonnemain ergreift Schutzmassnahmen

Dem Churer Priester Andreas* wird versuchte Vergewaltigung vorgeworfen. Weil er sich weigert in den Ausstand zu treten, hat Bischof Joseph Maria Bonnemain Schutzmassnahmen ergriffen. Auch die Staatsanwaltschaft Graubünden ermittelt.

Annalena Müller

Der Vorwurf wiegt schwer: Zweimal soll Priester Andreas* (Pseudonym) versucht haben, Joseph Henfling zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Nur mit Mühe und unter Einsatz von Gewalt kann sich Henfling schützen, so berichtet er es im Interview. Nun reagiert das Bistum: Bischof Joseph Maria Bonnemain versetzt den Priester bis zum Abschluss der Ermittlungen in den Ausstand.

Voruntersuchung eröffnet

Über die Vorwürfe gegen den Priester berichtete vor einer knappen Woche der «SonntagsBlick». Gegenüber kath.ch bestätigten sowohl die Staatsanwaltschaft Graubünden als auch das Bistum Chur, dass Anzeigen bei ihnen eingegangen seien. Laut Bistumssprecherin Nicole Büchel hat Joseph Maria Bonnemain am 30. November eine kanonische Voruntersuchung eröffnet.

Keine weitere Details

Zusätzlich seien superprovisorische Massnahmen getroffen worden. Da der Priester nicht freiwillig in den Ausstand treten wollte, hat Bischof Bonnemain Vorsichtsmassnahmen nach Canon 1722 CIC getroffen, heisst es in einer Medienmitteilung des Bistums. Diese Massnahmen kommen de facto einer Suspendierung des beschuldigten Priesters gleich. Sie gelten ab sofort und bis zum Abschluss aller strafrechtlichen und kanonischen Untersuchungen. Aufgrund der laufenden Untersuchung kann das Bistum keine weiteren Details bekanntgeben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

*Andreas ist ein Pseudonym. Der wahre Name ist der Redaktion bekannt.


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https://www.kath.ch/newsd/nach-noetigungsvorwurf-bischof-bonnemain-suspendiert-priester/