Heinz Angehrn zu Vertuschung von Missbrauch als ein Rätsel

Der Priester Heinz Angehrn bloggt auf kath.ch zur Frage, warum Vertuschung in der katholischen Kirche ein Rätsel ist. «Weil ein geweihter Priester kein gewöhnlicher Mensch mehr ist, weil er gemäss Lehre und Doktrin ein Geheiligter ist», meint Angehrn.

«Viele stehen rätselnd vor diesem Phänomen: Bischöfe, Generalvikare, Personalverantwortliche und Offiziale haben während sehr langer Zeit alle dazu beigetragen, Missbrauchsfälle im Klerus zwar zu erkennen und zu erfassen, dann aber die Betroffenen ohne Mitteilung nach aussen zu zitieren, zu massregeln und zu ermahnen und im Zweifelsfall so weit zu versetzen, dass am neuen Ort nichts über sie bekannt war. (…)

Warum?

Es tut mir leid, aber ich muss wieder mit meinem Hauptargument daher kommen. Weil ein geweihter Priester kein gewöhnlicher Mensch mehr ist, weil er gemäss Lehre und Doktrin ein Geheiligter ist, der befugt und berechtigt ist, die heiligen Zeremonien der Kirche zu vollziehen. Er mag zwar als Privatmensch alles mögliche sein (ein brutaler Tyrann, ein Alkoholiker, ein Intrigant, ein Serientäter…), als Amtsträger aber ist und bleibt er Bestandteil der heiligen Mutter Kirche.»

Das schreibt Heinz Angehrn auf seinem Blogbeitrag unter dem Titel «Schweigen hilft wohl gar nichts III: Vertuschung». (cm)


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https://www.kath.ch/newsd/heinz-angehrn-zu-vertuschung-von-missbrauch-als-ein-raetsel/