Nach einer Notoperation am 14. September hat Bischof Charles Morerod die Arbeit im Bistum von Lausanne, Genf und Freiburg (LGF) wieder aufgenommen. Er sei erst auf «mässige Weise» im Einsatz, sagte er gegenüber der Tageszeitung «La Liberté». Das Laienkomitee bleibt vorerst im Amt.
Raphaël Zbinden, cath.ch/Adaption Regula Pfeifer
Charles Morerod trat noch am 13. September in den Abendnachrichten des Westschweizer Fernsehens RTS auf. Dabei ging es um den am 12. September veröffentlichten Bericht über sexuellen Missbrauch in der Kirche in der Schweiz.
Unmittelbar danach wurde er notfallmässig in die Universitätsklinik Genf (HUG) eingeliefert. Dort unterzog es sich tags darauf einem chirurgischen Eingriff. Die Chirurgen entfernten Blutaustritte aus dem Schädel des Bischofs, die sich nach einem Fahrradunfall im Juni 2023 entwickelt hatten. Die Operation verlief erfolgreich.
Nach etwas mehr als einem Monat Genesung konnte Bischof Morerod in seine Büros am Bistumssitz zurückkehren. In seiner Abwesenheit war ein Komitee aus vier Laien eingesetzt worden, alles enge Mitarbeitende des Bischofs, welches die Diözese leitete.
Die Situation wurde Ende September durch den Rückzug des Generalvikars Bernard Sonney erschwert, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Der Weihbischof von LGF, Alain de Raemy, wirkt seit einem Jahr als Apostolischer Administrator der Diözese Lugano.
«Ich glaube, es geht mir gut, aber ich bin mir noch nicht ganz sicher», sagte Bischof Morerod der Zeitung «La Liberté» vom 21. Oktober. So sei er nur einige Stunden am Tag und auf «mässige Weise» wieder im Geschäft. Das Verwaltungskomitee bleibt also vorerst im Amt.
«Tatsächlich erhole ich mich weniger schnell, als ich gehofft hatte.»
Bischof Charles Morerod
Ein am 20. Oktober bei Morerod durchgeführter Computer-Tomografie-Scan ergab ein «zufriedenstellendes» Ergebnis. «Aber die Situation bleibt unter Beobachtung», stellte der Bischof klar. «Tatsächlich erhole ich mich weniger schnell, als ich gehofft hatte. Die Ärzte raten mir, den Fuss vom Gas zu nehmen, und ich merke, dass sie Recht haben.»
Auch wenn die gesundheitlichen Probleme nicht direkt mit der jüngsten Missbrauchskrise zusammenhängen, hat diese Situation das Problem verstärkt. «Ich war sehr gefordert und die Situation hat wahrscheinlich dazu geführt, dass ich mir trotz der Symptome nicht die Zeit genommen habe, einen Arzt aufzusuchen», sagte er.
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https://www.kath.ch/newsd/bischof-morerod-ist-zurueck-ich-bleibe-unter-beobachtung/