Marietta Meier zum Missbrauch in der Kirche: «Es gibt nicht einfach Schweigen und Sprechen»

Sprachen katholische Gläubige über die sexuellen Übergriffe durch Kleriker oder wurde das totgeschwiegen? Damit hat sich die Geschichtsprofessorin Marietta Meier auseinandergesetzt – auch bei der Arbeit an der Schweizer Missbrauchsstudie. Es sei klar geworden, «dass gerüchteweise das im katholischen Milieu völlig bekannt war».

«Ich glaube nicht, dass durchweg geschwiegen wurde. Es gibt nicht einfach Schweigen und Sprechen. Das sind Dinge, mit denen wir uns in der Geschichtswissenschaft sehr stark auseinandersetzen: Was ist überliefert, was nicht, weshalb gibt es Lücken? Die Frage ist, worüber wurde gesprochen, was wurde wie gesagt und wer mit wem. Das ist mir einfach sehr aufgefallen jetzt auch während des Projekts, wenn Leute erfahren haben, was wir machen. Dann kommen sofort Erwähnungen, Erinnerungen. Es wurde einfach klar, dass gerüchteweise das im katholischen Milieu völlig bekannt war.»

Marietta Meier ist Co-Leiterin des Forschungsprojekts «Sexueller Missbrauch im Umfeld der katholischen Kirche in der Schweiz». Die Zürcher Geschichtsprofessorin äussert sich im Podcast «Laut + Leis», der die Pilotstudie zu diesem Projekt zum Thema hat. (bal)


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