Bundesrätin Baume-Schneider über Missbrauch in der Kirche: «Die Justiz muss jetzt ihre Arbeit machen»

Die Justizministerin im Bundesrat, Elisabeth Baume-Schneider, setzt aktuell auf die Strafbehörden, um den Missbrauch in der Kirche anzugehen. «Das Strafrecht steht über dem Kirchenrecht», sagt sie. Ansonsten seien primär die Kantone für Religionsfragen zuständig.

«Ich bin schockiert über die Befunde dieser Studie. Die katholische Kirche hat systematisch die Täter geschützt statt die Opfer. Ich hoffe, dass die Opfer weiterhin den Mut finden, zu reden. Was wir tun können? Die Zuständigkeit liegt primär bei den Kantonen. Sie erteilen zum Beispiel die Bewilligung für ein Internat und stehen in Kontakt mit den Bischöfen. Ich kann mir aber vorstellen, Missbrauch in der Kirche in die Roadmap zu häuslicher und sexueller Gewalt aufzunehmen. Dass der Bund bei Schutzkonzepten eine koordinierende Rolle spielt, wäre ebenfalls denkbar, aber ich will da nicht vorgreifen. Was wichtig ist: Das Strafrecht steht über dem Kirchenrecht, und die Justiz muss jetzt ihre Arbeit machen.»

Das sagt die SP-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider in den «Freiburger Nachrichten». Sie steht seit Januar dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement vor. Im Interview äussert sie sich insbesondere über das Asylwesen. (rp)


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