Claude Bumann steht im Bistum Sitten dem Fachgremium «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld» vor. Dieses sei nicht von jenem Mann kontaktiert worden, der dem Abt von Saint-Maurice Missbrauch vorwirft. Bumann kritisiert die fehlende Unabhängigkeit des Gremiums.
«Das Opfer hat kein Vertrauen in unser Gremium und hat kein Verfahren durch uns in Gang setzen wollen», sagt Claude Bumann gegenüber «Schweiz aktuell» von SRF. Er steht als Präsident dem diözesanen Fachgremium «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld» in Sitten vor. Vom Missbrauchsvorwurf gegen den Abt von Saint-Maurice, Jean César Scarcella, habe das Gremium indirekt erfahren.
Laut Bumann müsste das Fachgremium vom Bischof vollständig unabhängig sein. Das sei es bisher nicht. Denn die Mitwirkenden seien vom Bischof berufen worden. Zwar habe es später einen ersten Schritt in Richtung Unabhängigkeit gegeben, indem der Bischof von Sitten und der Generalvikar aus dem Gremium ausgeschieden seien. Zudem rede der Bischof ihnen nicht drein.
Dennoch brauche es eine klare Unabhängigkeit. Zu diesem Zweck schlägt Bumann vor, dass die Opfervereinigungen, die Ärzte- und Psychologenvereinigungen und das Kantonsgericht Leute ins Gremium delegieren sollten. «Damit wäre das Gremium wirklich institutionell unabhängig vom Bischof.» (rp)
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