Synodale Versammlung des Bistums Basel: «Einiges muss konkretisiert werden»

Rund 100 Delegierten der synodalen Versammlung trafen sich in Bern, um gemeinsam über die pastorale Zukunft und optimierte Strukturen im Bistum Basel zu diskutieren. Es wurde gemeinsam gesungen, gebetet und gerungen. «Wir haben hier gelebte Synodalität», so Pastoralraumleiterin Antonia Hasler. Das Resultat ist «Frucht unseres Diskutierens und Ringens», sagt Bischof Felix Gmür.

Jacqueline Straub

Drei Tage versammelten sich 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Bistum Basel, um sich bei der zweiten synodalen Versammlung zu beteiligen. Die Menge war durchmischt, denn Ziel war es möglichst vielfältige Sichtweisen zu erlangen. So waren rund die Hälfte der Teilnehmenden freiwillig oder ehrenamtlich Engagierte aus Verbänden, Bewegungen und Räten, davon 20 Personen aus staatskirchenrechtlichen Gremien und zehn Personen wurden per Los zu Delegierte.

Nach einem intensiven Tag des Austausches und des Ringens um Themen, wurden acht «Pastorale Wegeweiser» erarbeitet. Dabei wurden Themen besprochen wie etwa die Relevanz der Kirche in der Gesellschaft, Glaubenstradition, Freiwilligenengagement und Digitalisierung.

Selbstzensur hinterfragen

Gleich zu Beginn der Veranstaltung ergriff ein Teilnehmer das Wort. Ihm sei aufgefallen, dass er sich selbst zensiert habe. «Was geschrieben ist, ist geschrieben. Was nicht geschrieben ist, ist nicht geschrieben», sagte er. Er bat, dass die eigene Selbstzensur hinterfragt werde.

Im Raum hingen viele Plakate mit unterschiedlichen Themen. Etwa Finanzen und Freiwilligenengagement. Die Teilnehmenden wurden mit klebenden Punkten ausgestattet. Diese konnten zu den Aussagen auf den Plakaten geklebt werden. Auffällig viele bunte Punkte – was die Zustimmung der Teilnehmenden widerspiegelt – hatte ein Plakat zur Gleichberechtigung der Geschlechter.

Notwendige Transparenz

«Was nehmen Sie mit nach Rom?», fragte eine Teilnehmerin Bischof Felix Gmür. Er blickte hinter sich und zeigte auf das Plakat mit den vielen Punkten. «Der Wunsch nach Gleichberechtigung der Geschlechter». Ebenso wichtig seien Regeln, die vereinbart werden und einsichtig sind für Synodalität. «Es braucht Abmachungen, sonst ist es nicht transparent und hilft niemand», so der Basler Bischof.

Sarah Gigandet ist Theologische Assistentin des Bistums Basels. Sie erlebte in Bern, dass es weniger Fraktionen gab. «Die Begegnungen und Diskussionen sind auf Augenhöhe. Ich spüre grosse Offenheit für die Meinungen der anderen.» Sie spürte Einheit, obwohl das nicht bedeute, dass es keine unterschiedliche Haltungen gibt oder geben darf. Sie schöpfe Hoffnung aus der Veranstaltung für das weitere Umsetzen von Synodaltität im Bistum Basel. «Es braucht ein Einüben von Synodalität. Ich spüre, dass wir auf einem guten Weg sind.»

Miteinander ringen

Zwischen den Einheiten gab es Pausen zum Austauschen – und Gebetszeiten. Denn der synodale Prozess des Bistums Basel soll auch ein spiritueller Prozess sein.

Die Theologin Antonia Hasler erlebte eine sehr gute Stimmung. «Es war intensiv», sagt die Pastoralraumleiterin aus Olten. Es wurde miteinander gerungen. Alle Stimmen konnten sich einbringen. «So wurden auch unterschiedliche Ansichten gesehen und zu Papier gebracht. Wir haben hier gelebte Synodalität.»

Die Präsidentin des Landeskirchenrats der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Bern, Marie-Louise Beyeler-Küffer, ist auch Delegierte des synodalen Prozesses des Bistumes Basel. Sie ist beeindruckt von dem, was in den Tagen erarbeitet wurde. Sie erlebte eine «beschwingliche Stimmung».

«Einiges muss konkretisiert werden», sagte Bischof Felix Gmür. Die erarbeiteten Texte und Plakate wurden ihm beim Treffen in Bern überreicht. «Es ist alles schön und richtig», teilweise habe es aber zu wenig Hand und Fuss. Er nimmt diese Ideen und Anregungen mit in die Begleitgruppe des synodalen Prozesses. Dort sein die «relevanten Player».

In den verschiedenen Gremien werde präzisiert und konkretisiert. Es solle nicht nur ein schönes Papier sein, sondern damit solle etwas geschehen. «Wichtig ist, dass das Resultat nicht nur ein Superhirn einer Expertin, eines Experten ist, sondern Frucht unseres Diskutierens und Ringens», sagte Bischof Felix Gmür. Die verschiedenen Gremien werden sich nun die Erarbeitungen konkretisieren.

Impulse setzen

«Wir werden nicht mit einem Antrag das Kirchenrecht weltweit verändern können», sagt Detlef Hecking, Pastoralverantwortlicher des Bistums Basel. Aber in manchen Bereichen könnten Impulse gesetzt werden.

Die Weiterentwicklung der synodalen Strukturen sollen die Transparenz von Strukturen und die Entscheidungsfindung verbessern. Es soll überprüfbar sein. Gleichzeitig sollen Grundlagen und Ziele der Zusammenarbeit geklärt sein. Es soll sich nicht das «Recht des Stärkeren» durchsetzen können.

So hat sich die Arbeitsgruppe Synodale Strukturen im Bistum Basel Gedanken über die Mitsprache bei einer Bischofswahl gemacht. Das Konkordat von 1828 dürfe nicht in Gefahr gebracht werden. «Gleichzeitig müssen wir das Kirchenbild des Zweiten Vatikanischen Konzils im Blick haben und in diesem Spannungsfeld erwarten wir einen Vorschlag von den zuständigen Instanzen», sagte Sr. Mattia Fähndrich, Priorin des Klosters Heiligkreuz in Cham. Bis zum nächsten Zusammenkommen soll ein Konzept erarbeitet werden. «Damit es synodaler wird», fügt sie hinzu.


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