Bischof Felix Gmür hat Verfahrensfehler beim Umgang mit einem Missbrauchsfall eingeräumt. Er hatte die Absicht, eine unabhängige externe Untersuchung durchzuführen, belässt es nun aber bei einer Untersuchung durch die Glaubenskongregation.
Jacqueline Straub
«Die letzten Tage waren turbulent», beginnt Bischof Felix Gmür einen am 28. August veröffentlichten Brief an Seelsorgende, Katechetinnen und Katechten RPI und die Präsidentinnen und Präsidenten der kantonalen staatskirchrechtlichen Exekutiven.
Nachdem der «Beobachter» über einen Missbrauchsfall im Bistum Basel berichtete, bei dem weder der zuständige Offizial noch Bischof Felix Gmür die Akten an Rom weitergegeben hatten, sagte Luc Humbel, Präsident der Aargauischen Landeskirche, dass es eine administrative Untersuchung brauche.
«Eine externe Person muss sich diesem Fall annehmen – es bringt nichts, wenn das Bistum selbst nun nach den Fehlern sucht», sagte er vergangene Woche im Interview mit kath.ch.
Dem Anliegen einer externen Untersuchung will Bischof Felix Gmür nun nachkommen.
Der Basler Bischof hatte die Absicht, eine «externe Untersuchung durchzuführen, um kirchenrechtliche Fehler eindeutig zu identifizieren und sicherzustellen, dass sich diese in Zukunft nicht wiederholen», schreibt er. «Dazu leitete ich in der vergangenen Woche die Auftragserteilung an unabhängige Expertinnen und Experten ein.»
In den 1990er-Jahren erlebte eine damals 14-Jährige sexuellen Missbrauch durch einen Priester. Im Jahr 2019 meldete sie diesen Fall beim Bistum Basel. Bischof Felix Gmür hat die Akten allerdings erst am 4. Juli 2023 nach Rom geschickt. Deshalb lehnten Kirchenrechtsexpertinnen und -experten es ab, «parallel auch vor Ort eine Untersuchung durchzuführen», so Bischof Felix Gmür. «Daher habe ich nun beim Dikasterium für die Glaubenslehre darum gebeten, alle Fehlerquellen im Detail zu eruieren.»
Es sei sein «erklärtes Ziel», begangene Fehler anzuerkennen, sie zu beheben und zukünftig zu vermeiden. «Daher werden beispielsweise auch bereits etablierte Präventionsmassnahmen laufend überprüft und die Richtlinien der Schweizer Bischofskonferenz zu ‹Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld› überarbeitet», schreibt der Basler Bischof.
Zum Schluss des Briefes geht Bischof Felix Gmür darauf ein, dass die aktuelle Diskussion viel Leid und Belastung ausgelöst habe. Er bedauere die Fehler, die geschehen sind und setze sich «für die vollständige Aufarbeitung» ein.
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https://www.kath.ch/newsd/bischof-felix-gmuer-leitet-externe-untersuchung-ein/