Franziska Driessen-Reding: «Transmenschen sind auch integraler Teil unserer Gesellschaft»

Franziska Driessen-Reding, ehemalige Zürcher Synodalratspräsidentin war früher ein «Gender-Laie». Inzwischen gendert sie. «Gendern wir also, um ganz simpel auszudrücken, dass wir in der Gegenwart stehen», sagt sie. Sie übt auch Kritik daran, wie mit Priestern umgegangen wird, die sich verlieben. Einem Priester bleibe nur «Schweigen und Vertuschen».

«Ich selber zählte mich auch lange zu den Gender-Laien. Doch dann hat ein guter Freund mir die Angst davor genommen. Denn: Die letzten Jahrhunderte bedienten wir uns einer prinzipiell männlichen Sprache für eine männliche Gesellschaft. Diese Zeiten sind – überall ausserhalb des Klerus – passé. Gendern wir also, um ganz simpel auszudrücken, dass wir in der Gegenwart stehen. Wer mag, auch mit Stern. Denn Transmenschen sind auch ein integraler Teil unserer Gesellschaft.

Und wenn wir schon dabei sind: Love is love is love. Wenn ein Priester sich verliebt und zur Abwechslung mal kein Geheimnis daraus macht, wird er aus den Büchern gestrichen. Er darf seine Aufgabe in unserer Kirche nicht mehr ausüben. Dabei ist sein einziges Verbrechen ein Recht, dass allen Menschen zusteht: jemand anderen zu lieben. Und ob dieser Jemand nun Frau oder Mann ist, spielt übrigens für einmal in der Kirche keine Rolle. Beides ist gleich verboten. Was also bleibt einem verliebten Priester? Das, was die Kirche gross gemacht und gleichzeitig das Vertrauen in sie zerstört hat: Schweigen und Vertuschen.

Das schrieb Franziska Driessen-Reding im Newsletter «Grüss Gott Zürich». Damit verabschiedete sich die bisherige Zürcher Synodalratspräsidentin von den Leserinnen und Lesern. Der jetzige Synodalratspräsident der katholischen Kirche im Kanton Zürich heisst Raphael Meyer. (jas)


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