Die Schweizer Bischofskonferenz hat sich im Kloster Einsiedeln getroffen. Sie befasste sich mit dem Ordensleben, dem synodalen Prozess und der kommenden Missbrauchs-Pilotstudie. Die Bischöfe «unterstreichen», dass «ihr Engagement in diesem Bereich» weitergehe.
Jacqueline Straub
«Ein halber Tag war dem Treffen mit Vertretungen des geweihten Lebens in der Schweiz gewidmet», heisst es in einer Medienmitteilung der Schweizer Bischofskonferenz. Im vergangenen Jahr trafen sie Verantwortliche der katholischen Jugendverbände und -bewegungen. 2021 hatten die Bischöfe bereits mit einer Delegation der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz (RKZ) und im Jahr davor mit der des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes und des Frauenrates getagt.
Das diesjährige Treffen mit Vertretungen des geweihten Lebens schloss die vierte Etappe des Prozesses «Gemeinsam auf dem Weg zur Erneuerung der Kirche» ab, wie es in der Medienmitteilung der Bischöfe heisst.
Bei dem Treffen sprach die geweihte Jungfrau Schwester Ariane Stocklin, die an der Langstrasse in Zürich in der Strassenpastoral tätig ist, zum Thema «Von der Vision über die Entscheidung hin zum konkreten Leben». Abt Marc de Pothuau von der Abtei Hauterive sprach in seinem Vortrag «Meine Vision vom Ordensleben heute und was die Orden zur Erneuerung der Kirche beitragen können» über verschwindende Gemeinschaften, die Schönheit ihres Zeugnisses und den bleibenden Wert des Lebens in Gemeinschaft für die Kirche und die Welt. Anschliessend gab es einen Austausch.
«Diese Reihe von Treffen mit verschiedenen Akteuren des kirchlichen Lebens in der Schweiz wird nun durch den von Papst Franziskus für die Weltkirche gewünschten synodalen Prozess abgelöst, der auf diözesaner und nationaler Ebene bereits im Gange ist», heisst es in der Mitteilung.
Bei der Vollversammlung der Bischöfe wurde auch der 12. September in Blick genommen. An diesem Tag wird das «Pilotprojekt zur Geschichte des sexuellen Missbrauchs im Kontext der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz seit Mitte des 20. Jahrhunderts» vorgestellt. Die Bischöfe «unterstreichen», dass «ihr Engagement in diesem Bereich» weitergehe. «Der Wille der Bischöfe, die Thematik des Missbrauchs (in all seinen Formen) vorrangig zu behandeln, ist ungebrochen», heisst es in der Mitteilung.
Ebenso machten einige Online-Delegierte bei der Kontinentalsynode in Prag den Bischöfen Vorschläge. Die «Ideen» wurden dankbar aufgenommen, «insbesondere das Gebetsanliegen mit der Bitte um den Heiligen Geist, und ein Lesezeichen für die Gesangbücher». Es wurde vorgeschlagen, dass bei Weiterbildungen 2025 in allen Diözesen die Synodalität zum Thema gemacht werde.
Nachtrag am 13.06.23 um 17.42: In der Medienmitteilung kritisieren die Bischöfe auch kath.ch. «Erst kürzlich waren Artikel über die Jungfrau Maria, die Diözese Chur oder die Diözese Lausanne, Genf und Freiburg in mehrfacher Hinsicht sehr problematisch.» Diese Veröffentlichungen verletze Gläubige und führe zu «Unverständnis und Wut». Die Bischofskonferenz überlege sich daher, das Rahmenstatut anzupassen und allenfalls den erteilten Auftrag zu entziehen.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant