Hergiswil nimmt kritisierte Kirchenareal-Umgestaltung an

Im dritten Anlauf ist der Umbau des Kirchenareals in Hergiswil NW angenommen worden. Mit 52 Ja gegen 31 Nein und 18 Enthaltungen setzten sich die Befürworter durch an der Kirchgemeindeversammlung vom Dienstag, 23. Mai. Die Spannungen jedoch bleiben.

Thomas Vaszary*

Nach erfolglosen Versuchen 2018 und 2022 stimmte die Mehrheit der anwesenden 101 Stimmberechtigten am Dienstag, 23. Mai, der Umgestaltung des Kirchenareals zu. Mit 51 Ja gegen 31 Nein und 18 Enthaltungen darf ab Frühling 2024 das Kirchenareal für 1,25 Mio. Franken umgebaut werden.

Kirchenrat Luca Bee sagte, die Kirche solle sich öffnen und nicht hinter Bäumen und Mauern verstecken. Er machte zudem klar, dass alle Parkplätze bleiben würden.

Im Vorfeld war Teil 1 der Sanierung rund um die Kirche mit einem stolperfreien Belag und neuen Plätzen zum Verweilen weitgehend unbestritten. Heftig kritisiert wurde hingegen das Fällen aller Bäume und Sträucher an der Aussenmauer sowie eine von drei Seiten begehbare wuchtige Treppe.

Toni Bühlmann stellte einen Antrag auf Ablehnung des Projekts und sagte, der heute kraftvolle Platz werde durch den «preussischen» Umbau zerstört. Die Kirche integriere sich nicht mehr ins Dorf. Rainer Christen verwies auf die bisher immer weitsichtigen Infrastrukturprojekte in der Gemeinde. Die Kirche solle sich zeigen.

Spannungen bleiben bestehen

Trotz der Zustimmung zum Umbauprojekt dürften die Spannungen in der Kirchgemeinde nicht nachlassen. Zwei weitere Kündigungen im Pfarreiteam lassen ebenso aufhorchen wie Kirchenratspräsident Daniel Sarbachs einleitende Worte zu Beginn der Versammlung.

Sarbach hatte 2022 in einer Kampfwahl gegen den amtierenden Präsidenten Martin Dudle-Ammann gewonnen. Ein Komitee besorgter Bürgerinnen hatte Sarbach nominiert. Dudle-Ammann, der den Urnengang mit einer Flut von Wahlplakaten zu einer Stimmungswahl über sich und den umstrittenen Pfarrer Stephan Schonhardt gestaltete, verlor trotz kurioser Hilfe des reformierten Pfarrers deutlich.

Sarbach blickte an der Kirchgemeindeversammlung auf ein schwieriges Jahr zurück. Im Kirchenrat sei die konstruktive Arbeit nicht immer gewährleistet gewesen, sagte er und fügte vielsagend hinzu: «In einem Jahr sind wieder Wahlen.»

Internas der Pastoralassistentin

Folgen haben dürfte auch ein Facebook-Kommentar von Pastoralassistentin Regina Moscato zum Artikel «Mehr Demut und Bäume statt Macht und Beton» auf kath.ch, in welchem sie ihren Arbeitgeber und Vorgesetzten Daniel Sarbach mit Internas frontal kritisiert.

Wie lange sich Sarbach dies noch gefallen lässt, wird sich zeigen. In Hergiswil stehen die traditionell liberalen Katholiken einem katholisch-konservativen Kreis des von Chur eingesetzten Pfarrers Stephan Schonhardt gegenüber.

*Thomas Vaszary ist freier Journalist und wohnt in Hergiswil NW. Weitere Infos zur Projekt-Visualisierung: www.pfarrei-hergiswil.ch


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