Erzbistum Freiburg: konkrete Massnahmen sollen vor Missbrauch schützen

Mit konkreten Massnahmen will die unabhängige Missbrauch-Aufarbeitungskommission Menschen besser vor Missbrauch schützen. Ein entsprechender Katalog wird im Oktober vorgestellt. Auch Bischöfe müssten kontrolliert werden.

Am Donnertagabend diskutierten Mitglieder der Aufarbeitungskommission und des Erzbistums im Rahmen einer Podiumsdiskussion über Konsequenzen der Studie.

Konkrete Massnahmen nötig

Der Vorsitzende der Aufarbeitungskommission, Magnus Striet, sprach sich für konkrete Massnahmen aus. Ziel seien Machtkontrolle, bessere Ausbildungsstrukturen für Seelsorger und die Begleitung von Priestern in ihrem Arbeitsalltag. Ein Massnahmenkatalog soll im Oktober vorgestellt werden.

Auch Bischöfe müssen kontrolliert werden

Der Freiburger Generalvikar Christoph Neubrand sagte Missbrauchsbetroffenen bestmögliche Hilfen zu. Gleichzeitig müsse man kirchliche Strukturen überprüfen. Er sprach sich für eine Begrenzung von Macht aus. Auch die Bischöfe müssten in ein System von Kontrolle und Gewaltenteilung eingebunden sein.

Besonders Kinder erlebten Missbrauch als Gefühl der Vernichtung, sagte Elisabeth Lammert, Vize-Kommissionsvorsitzende und Fachärztin für Psychiatrie. «Der Körper stellt dann auf ein Programm des reinen Überlebens um. Und diese Überlebensangst kann dann später immer wieder völlig unvermittelt wach werden.» Oft könnten Therapien helfen, dies gelinge aber «längst nicht immer».

Die von unabhängigen Experten erarbeitete Freiburger Missbrauchsstudie zeigt massives Fehlverhalten der früheren Bistumsleitungen auf. Den Erzbischöfen Robert Zollitsch (2003-2013) und Oskar Saier (1978-2002) werden Missachtung von Missbrauchsopfern und Täterschutz vorgeworfen. (kna/am)


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