Der Geschäftsführer der Betroffeneninitiative Eckiger Tisch, Matthias Katsch, findet den Rücktritt von Bischof Bode «richtig und wichtig». Er hätte das aber bereits früher von ihm erwartet.
«Besser wäre es gewesen, er hätte gleich nach Vorlage der Studie der Universität Osnabrück im vergangenen Herbst die Verantwortung übernommen dafür, wie er mit Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs durch seine Priester in der Vergangenheit umgegangen ist, und seinen Rücktritt selbst eingereicht», sagte Katsch auf Anfrage.
Der Vatikan hatte am Samstag mitgeteilt, der Papst habe Bodes Amtsverzicht angenommen. Bode führte für seinen Rücktritt neben gesundheitlichen Gründen eigene Fehler bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch an. So habe der im September veröffentlichte Zwischenbericht zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Osnabrück «noch einmal deutlich seine eigenen Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen vor Augen geführt».
Katsch erklärte dazu: «Man wünscht sich von Bischof Bode wie bei anderen Bischöfen die Einsicht, dass sie sich nicht einfach entschuldigen können, um dann weiterzumachen nach dem Motto: Ich war Teil dieses Missbrauchssystem und habe Täter geschützt, aber weil ich das System so gut von innen kenne, bin ich auch der geeignete Mann, um es zu verändern.»
«Wie kommen nun unbelastete Bischöfe ins Amt?»
Offenbar funktioniere die Rechenschaftspflicht für Bischöfe, die in der Vergangenheit Täter geschützt hätten, «bisher aber nur selektiv». Dringend müsse die Frage angegangen werden: «Wie kommen nun unbelastete Bischöfe ins Amt, die glaubwürdig den Bruch mit der dunklen Vergangenheit vollziehen können?»
Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, sagte der KNA, Bodes Rücktritt sei «ein wichtiges Zeichen von Verantwortungsübernahme, sowohl persönlich als auch als Repräsentant des Bistum Osnabrück». Klar müsse zugleich sein, dass Bode «bei weitem nicht der einzige katholische Funktionsträger ist, der seiner damit verbundenen Verantwortung nicht gerecht geworden ist».
Claus betonte: «Nur wenn sexueller Missbrauch rückhaltlos aufgedeckt und aufgeklärt wird, nur, wenn auch gerade die Verantwortung übernehmen, die in einer Institution oder Organisation nicht hinreichend für den Schutz von Kindern und Jugendlichen gesorgt haben, nur dann wird auch ein Grundstein dafür gelegt, dass sich ähnliche Taten nicht heute wiederholen können.» (kna)
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