Wird er Bischof in Bayern? Erzbischof von Vaduz? Oder Nuntius in der grossen, weiten Welt? «Der Heilige Vater wird es mir in ein paar Tagen sagen», sagt Erzbischof Georg Gänswein in einem Interview. Mit seinem Buch «Nichts als die Wahrheit» habe er «keine Kriege» in der Kirche anzetteln wollen. Er sei gegenüber Franziskus «treu und loyal».
Der frühere Privatsekretär Benedikts XVI., Erzbischof Georg Gänswein, erwartet eine baldige Entscheidung über seine künftige Aufgabe. «Der Heilige Vater wird es mir in ein paar Tagen sagen», sagte Gänswein im Interview des italienischen TV-Senders Rai 1 (Donnerstagabend). «Ich hoffe, dass Papst Franziskus mir vertraut, ich hoffe, dass ich ihm keinen Grund gegeben habe, mir nicht mehr zu vertrauen.»
Der 66-jährige Deutsche arbeitete viele Jahre für den an Silvester gestorbenen Benedikt – vor, während und nach Ende des Pontifikats. Seit 2013 diente er gleichzeitig Papst Franziskus als Haus-Präfekt. 2020 beurlaubte Franziskus Gänswein von diesem Amt, damit er sich ganz dem emeritierten Kirchenoberhaupt widmen könne. Laut Medienberichten kam es damals zu einem Zerwürfnis zwischen Franziskus und Gänswein, der stets auch kirchenpolitisch mitmischte.
In seinem kürzlich erschienenen Buch «Nichts als die Wahrheit» schrieb Gänswein, er sei damals «schockiert und sprachlos» gewesen. Das Buch sorgte international für Schlagzeilen und Diskussionen, weil es unter anderem Details über inhaltliche Konfliktlinien zwischen dem amtierenden und dem vorigen Papst enthält.
Gänswein versicherte in dem neuen Interview, er sei gegenüber dem aktuellen Kirchenoberhaupt «treu und loyal». Mit seiner Veröffentlichung habe er «keine Kriege» in der Kirche anzetteln wollen. Es sei ihm vielmehr darum gegangen, in einigen Punkten Klarheit zu schaffen. (kna)
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant