RKZ-Generalsekretär Urs Brosi bedauert die Auflösung der Medienkommission der Schweizer Bischofskonferenz. Er hofft, dass die Bischöfe ihre Kommunikationsarbeit gut aufstellen. Denn der 12. September wird eine kommunikative Herausforderung: Dann stellt die Uni Zürich Ergebnisse des Pilotprojekts zur Aufarbeitung des Missbrauchskomplexes vor.
«Für die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) war die Kommission für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Bischofskonferenz (KKÖ) – oder die «Medienkommission», wie sie früher genannt wurde – über viele Jahre eine wichtige Gesprächspartnerin.
Diese Kommission war treibende Kraft für die Schaffung der drei sprachregionalen katholischen Medienzentren, aber auch für den Ausbau der Kommunikationsarbeit der Schweizer Bischofskonferenz (SBK). Sie half der RKZ mehrfach, die kirchliche Medienarbeit zu evaluieren und vorwärtszubringen.
Es sei daran erinnert, dass Jean-Paul Rüttimann 2007–2009 im Auftrag der Bischofskonferenz einen «Businessplan für die Weiterentwicklung der Kommunikations- und Medienarbeit der katholischen Kirche in der Schweiz» erstellte. Treibende Kraft waren die Medienkommission und der damalige Medienbischof Abt Martin Werlen.
Auf Grundlage dieses Businessplans beschloss die RKZ auf Ersuchen der SBK eine für die kirchliche Medienarbeit zweckgebundene Zusatzfinanzierung. Nicht nur die drei 2015 geschaffenen Medienzentren profitieren bis heute davon, sondern auch die Bischofskonferenz erhält seit 2010 zwei zusätzliche Stellen für den Bereich Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit finanziert (nach 2010 arbeiteten mit Walter Müller, Simon Spengler und Laure-Christine Grandjean in der Tat drei Personen in diesem Bereich).
Mit André Kolly, Werner de Schepper, Marc Savary und Mariano Tschuor präsidierten auch immer kompetente und engagierte Persönlichkeiten die KKÖ. Die Fachgruppe 2, die im Auftrag von SBK und RKZ für die Finanzierung und Aufsicht über die Medienzentren zuständig ist, profitierte fünf Jahre lang in hohem Mass vom Knowhow, das der ehemalige SRG-Kadermann Mariano Tschuor als Kommissionspräsident in die Fachgruppe einbrachte.
Im September 2021 teilte die SBK mit, dass die KKÖ den Bischöfen ihr «Mandat zurückgegeben» habe. Damit wurde offenkundig, dass die Kommission ihre Aufgabe, Rolle und ihren Einbezug nicht mehr als befriedigend erachtete. Der Entscheid der SBK, die KKÖ nicht mehr mit neuen Mitgliedern zu besetzen, sondern aufzulösen, lag seither nahe.
Aus Sicht der RKZ stellt die Auflösung der KKÖ zunächst einmal einen Verlust dar, den wir bedauern. In welchem Mass der geplante neue Beirat das strategische Denken und Vorantreiben ersetzen wird, bleibt abzuwarten.
Am wichtigsten dürfte aus Sicht der RKZ die Frage sein, was der Auflösungsentscheid im Blick auf den Stellenwert der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit innerhalb der SBK bedeutet und welches Verständnis von Öffentlichkeitsarbeit die SBK in Zukunft verfolgt. Da mit Davide Pesenti seit einem Jahr ein journalistisch erfahrener Mann das Generalsekretariat der SBK führt, besteht Hoffnung.
Im September wird das Pilotprojekt zur Geschichte des sexuellen Missbrauchs im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz veröffentlicht. Für die kirchliche Kommunikationsarbeit wird dies eine Nagelprobe werden.»
Urs Brosi ist Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) und war zuvor langjähriger Präsident der Fachgruppe 2, die im Auftrag von Schweizer Bischofskonferenz und RKZ für die Finanzierung und Aufsicht über die Medienzentren zuständig ist. Urs Brosi äussert sich auf Anfrage von kath.ch. (rr)
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant