Klingental war Ende des 15. Jahrhunderts das reichste Kloster Basels. Die Nonnen pflegten einen entsprechenden Lebensstil. Das führte zu wiederholten Versuchen der Basler Dominikaner und des Rates, die Frauen zu einem streng klösterlichen Leben zu bewegen.
Annalena Müller*
Am 8. Januar 1480 wurde es ernst. Gesandte der Stadt informierten die versammelten Nonnen von der bevorstehenden Reform. Die Frauen drohten daraufhin mit der Zerstörung des Klosters. Als Antwort auf die Drohung setzten die Männer die Nonnen gefangen.
Am 28. Januar verliessen 37 reformunwillige Klingentalerinnen ihr Kloster und zogen sich vorübergehend in eine alte Klosteranlage im Schwarzwald zurück. Von dort prozessierten sie gegen die Reform – und schalteten dafür ihre Familien und Papst Sixtus IV. ein. Nach drei Jahren Rechtsstreit setzten sich die Exilantinnen in durch.
1483 kehrten sie nach Basel zurück und warfen die streng klösterlich lebenden Nonnen, die derweil in ihr Kloster eingezogen waren, aus dem Kloster und der Stadt. Dabei kam es zu Gewalttätigkeiten, die wohl bis zur Entweihung des Chors gingen.
Vom Rat und den Dominikanern forderten die Rückkehrerinnen eine empfindliche finanzielle Wiedergutmachung, welche zumindest die Dominikaner auch leisten mussten. In der Folge traute sich niemand mehr, in den Klosteralltag der Klingentalerinnen einzugreifen – zumindest bis die Reformation das allgemeine Ende des Klosterlebens in Basel einläutete.
* Die Historikerin Annalena Müller forscht an der Uni Freiburg zur wirtschaftlichen und politischen Macht von Äbtissinnen und Frauenklöstern im mittelalterlichen Europa.
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