Daniel Kosch: Die frühere Churer Bistumsleitung hat Missbrauchsstudie blockiert

Vor 20 Jahren brachte der «Boston Globe» mit Enthüllungen zum Missbrauch die katholische Kirche ins Wanken. Doch in der Schweiz tat sich lange Zeit nur wenig. Erst dieses Jahr hat ein Pilotprojekt für eine Missbrauchsstudie begonnen. Das hat auch mit der alten Churer Bistumsleitung zu tun, sagt der ehemalige RKZ-Generalsekretär Daniel Kosch. 

«Bis vor wenigen Jahren hatten wir im Bistum Chur eine schwierige, blockierte Situation. Auch das hat Einfluss auf die Studie gehabt, weil es Bischöfe gegeben hat, die einfach nicht zustimmen wollten. Die Bischofskonferenz wollte aber eine schweizerische Lösung. 

Dafür haben wir jetzt auch die Ordensgemeinschaften dabei. Das ist weltweit einzigartig, dass jetzt nicht einfach jedes Bistum eine eigene Studie macht, sondern wir das schweizweit angehen. Aber es ist ein bisschen wie in der Politik: schweizerisch heisst langsam, heisst föderalistisch, heisst Interessen ausgleichen, heisst Finanzierung sichern – und das braucht einfach Zeit.»

Der ehemalige Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ), Daniel Kosch (64), kritisiert im SRF-«Tagesgespräch» die ehemalige Churer Bistumsleitung. Gemeint sein dürften der emeritierte Bischof Vitus Huonder, der emeritierte Weihbischof Marian Eleganti und der ehemalige Generalvikar Martin Grichting. (rr)


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