In der Ukraine tobt der Krieg. Kein Wunder, dass die «Woche der Weltreligionen» dieses Jahr ein besonderes Gewicht auf den Frieden legt. Daneben gibt es aber auch leichtere Kost wie koscher Kochen oder Humorvolles. Und wie immer viel Wissenswertes über die Welt der Religionen.
Die «Woche der Religionen» findet jedes Jahr in der ersten Novemberwoche statt. Ab heute Samstag und bis am 13. November laden Mitwirkende aus rund zehn Religionsgemeinschaften zu über 100 Veranstaltungen ein. Das schreibt die Interreligiöse Arbeitsgemeinschaft IRAS COTIS in der Schweiz in einer Medienmitteilung. Der Verein koordiniert die «Woche der Religionen».
Ziel der Veranstaltungsreihe: Menschen aus unterschiedlichen Religionen und Lebenswelten sollen miteinander statt übereinander sprechen.
Angesichts der aktuellen Weltpolitik sei der Friede ein besonderes Anliegen, schreibt der Verein. So sind an verschiedenen Orten Friedensfeiern und -gebete geplant. In Flüeli-Ranft OW etwa – am Wirkungsort des Friedensstifters Bruder Klaus – wird am Sonntag, 6. November, um Inspiration und Kraft für alle Menschen gebetet, die sich in den Konflikten und Kriegen dieser Welt für Deeskalation und Frieden einsetzen. Bei dem Anlass spielt Pius Blättler auf dem Saxophon das Bruder-Klausen-Lied.
In Luzern findet am gleichen Tag eine interreligiöse Friedensfeier mit Texten und Gedanken aus verschiedenen Religionstraditionen und der syrisch-afghanisch-schweizerischen Musikgruppe «Heimatklang» statt. Die Quäker laden am 6. November in Zürich zu einer Auseinandersetzung mit dem «Dilemma des Pazifismus». Die Quäker sind eine christliche Gemeinschaft mit Wurzeln in England. Anlässe zum Thema Frieden gibt es auch in Biel BE, Lausanne, Lugano, Moudon VD und Olten SO.
Thematisch nahe beim Frieden bewegt sich eine Podiumsdiskussion in Stansstad NW. Unter dem Titel «Du bist schuld!» diskutieren am 9. November eine muslimische Islamwissenschaftlerin, ein Rabbiner und eine katholische Theologin über Schuld und Versöhnung. Moderiert wird der Anlass von der SRF-Religionsexpertin Judith Wipfler. Am 12. November beten, singen und musizieren Menschen aus unterschiedlichen Religionsgemeinschaften in Stans NW. Dieses interreligiöse Friedensgebet widmet sich den Aspekten von Schuld und Vergebung.
Um Kulinarik geht es am 10. November in Zürich. Der Anlass «Koscher Kochen» ist gemäss Programm allerdings bereits ausgebucht. Rabbiner Noam Hertig führt in die wichtigsten Speiseregeln im Judentum ein. Mit dem Koch Elli Benaiah backen die Teilnehmenden koschere Bagels, die zum Abschluss in einer gemütlichen Runde genossen werden.
Ebenfalls in Zürich findet am 9. November eine Veranstaltung über das Essen, Trinken und Fasten in verschiedenen Kirchen statt. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Kanton Zürich (AGCK ZH) mache die Vielfalt von Essen, Trinken und Fasten im Gottesdienst und Alltag verschiedener Kirchen erlebbar – von Hostie bis Löffelkommunion, vom veganen Fasten bis zum Osterbrot, heisst es im Programm.
In Basel setzen die Organisatorinnen und Organisatoren auf den Humor. Am Eröffnungsanlass vom 7. November betrachtet man das vielfältige Zusammenspiel zwischen Religion und Humor in all seinen Schattierungen. In der jüngeren und älteren Geschichte gebe es viele Beispiele für Humor in und über Religionen, genauso aber auch Fälle, in denen des Einen Humor zur Blasphemie des Anderen wurde, heisst es im Programm.
Der Anlass beginnt mit einem Gespräch mit Kathrin Schweizer, Regierungspräsidentin des Kanton Basel-Landschaft, und dem Basler Regierungspräsidenten Beat Jans über Humor, dessen Grenzen und dessen Potential. Anschliessend haben die Slam-Poetin Kim Schmid (Keembara) und die Slam-Poeten Qeumars Hamie und Vivek Sharma (Vive Le Charme) einen Auftritt.
«Ist Religion humorlos?» Dieser Frage geht ein Podiumsgespräch am 10. November nach. Und wer sich für den Humor im Judentum interessiert, kann den Anlass vom 13. November besuchen. Die Schauspielerin Maria Thorgevsky und der Schauspieler Dan Wiener lesen aus dem Buch «75 000 und andere Geschichten um Gott, Geld und Glück» von Scholem Alejchem. Dazu unterhalten sie sich mit dem Professor für Jüdische Geschichte Erik Petry. Dieser beschäftigt sich schon länger mit dem Thema «Humor».
Bei der «Woche der Religionen» können Interessierte ihr Wissen über Religionen vertiefen. Stellvertretend für zahlreiche Veranstaltungen sei hier die interreligiöse Zugfahrt genannt, die das Bündner Forum der Religionen durchführt. Am 5. und 13. November können Interessierte von Gebetshaus zu Gebetshaus fahren, auf jeweils unterschiedlichen Routen.
Am 13. November geht es zunächst zur Moschee in Chur, dann zur eritreischen Kirche in Landquart. Anschliessend fährt der Zug nach Davos, wo die Teilnehmenden die Synagoge besuchen. Den Schlusspunkt bildet die evangelisch-reformierte Regulakirche in Chur. (bal)
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant