Bischof Felix Gmür an der Zuger Messe: Die Kirche ist bunt und schön

Feststimmung in Zug: Zum 49. Mal öffnet die Zuger Messe ihre Tore. Mit dabei: der Basler Bischof Felix Gmür. Vor Ort erfährt er: «Das ist Kirche: sich für eine gerechte Welt einsetzen.» Aber auch: «Ich hadere mit der Kirchenhierarchie.»

Beate Laurenti

Die Kirche bekommt nach Ansicht des Bischofs von Basel, Felix Gmür, allein durch die Menschen ein Gesicht. «Jeder und jede ist ein Bild von Gott, erst mit allen zusammen wird das Bild bunt und schön», sagte Gmür am Samstag auf der Zuger Messe. 

300 Porträts mit Statements à la «Ich bin in der Pfadi»

Dort besuchte er den Stand der katholischen Kirche, wo etwa Porträts von Menschen zu sehen sind, die sich auf vielfältige Weise in der Kirche engagieren. Laut den Veranstaltern handelt es sich um 300 Porträts unterschiedlicher Katholikinnen und Katholiken. 

Die Porträts werden mit Sätzen ergänzt, was eine vielfältige Kirche ausmacht. «Ich bete für den Frieden in der Welt», ist etwa in grossen Buchstaben zu lesen. Und: «Ich bin einfach dabei.» Oder: «Ich bin in der Pfadi.» Oder: «Das ist Kirche: sich für eine gerechte Welt einsetzen.» Es gibt aber auch kritische Stimmen: «Ich hadere mit der Kirchenhierarchie.» 

«Wegkreuze sind Zeichen des Glaubens»

Auf kleinen Zetteln können die Besucherinnen und Besucher eigene Gedanken notieren. Zum Beispiel: «Wegkreuze sind Zeichen der Kultur und des Glaubens.»

Seit rund 20 Jahren seien Vertreterinnen und Vertreter der Pfarreien des Kantons auf der Messe präsent, sagte der Organisator des Standes, Franz Lustenberger. Sich heute hier zu zeigen, sei wichtiger denn je. Denn so erreiche die Kirche auch diejenigen, die nicht in den Gottesdienst gingen.

«Die Kirche bist auch du»

Die Besucherinnen und Besucher könnten bei genauem Hinsehen auch einen Spiegel entdecken: «Wir wollen niemanden etwas verkaufen, wir wollen den Menschen nur zeigen: Wir sind hier – und die Kirche bist auch du.»

Die Zuger Messe ist am Freitagabend eröffnet worden steht seit Samstag bis zum Sonntag nächster Woche, dem 30. Oktober, dem Publikum offen. Mitwirkende aus verschiedenen Pfarreien betreuen den Stand der katholischen Kirche, der sich auf dem Stierenmarktareal befindet.

Nächste Woche: Jodelmesse

Wer den Besuch von Bischof Felix Gmür verpasst hat, kann sich auf andere Highlights freuen – etwa auf die traditionelle Jodelmesse, die am Sonntag, 30. Oktober, um 9.30 Uhr in der Eventhalle stattfindet.


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