Hitze und Trockenheit haben das Tessin fest im Griff. Pier Giacomo Grampa (85), emeritierter Bischof von Lugano, glaubt auch in der aktuellen meteorologischen Extrem-Situation an den Sinn des Gebetes. Und trinkt täglich zwei Liter Flüssigkeit.
Barbara Ludwig
Pier Giacomo Grampa, der frühere Bischof von Lugano, wohnt in Castel San Pietro TI. Die Gemeinde grenzt an die Stadt Mendrisio, wo wegen anhaltender Dürre die Nutzung von Trinkwasser eingeschränkt worden ist. Unter anderem ist es dort verboten, Autos mit Trinkwasser zu waschen.
Norditalien leidet ebenfalls unter extremer Trockenheit. In verschiedenen Diözesen wurde laut einem Bericht der Nachrichtenagentur KNA bereits im Juni um Regen gebetet. Im Juli feierte der Bischof von Parma, Enrico Solmi, einen Gottesdienst an den Ufern des Po als Zeichen der Verbundenheit mit den von der Dürre betroffenen Menschen, wie «Vatican News» am 18. Juli berichtete.
«Gebete können helfen, die Seele heiter und zuversichtlich zu halten.»
Im Tessin ist man noch nicht soweit. Ihm sei nicht bekannt, dass im Tessin solche speziellen Messen oder Gebete organisiert würden, teilt Pier Giacomo Grampa auf Anfrage mit. «Ich persönlich habe jedoch einige Gebete an den Allerhöchsten gerichtet, in denen ich Gott um Regen gebeten habe – auch durch die Fürsprache Mariens.»
Was nützt es, Gott um Regen zu bringen? Wären andere, konkretere Massnahmen nicht hilfreicher? Grampa will das eine nicht gegen das andere ausspielen. «Gebete können helfen, die Seele heiter und zuversichtlich zu halten – und die Menschen darin bestärken, alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um die Hitze und insbesondere die Trockenheit zu bekämpfen.»
Um Schäden in der Landwirtschaft vorzubeugen, habe die Kantonsregierung Wasserpumpen und -leitungen zur Verfügung gestellt, um dem Langensee und dem Luganersee Wasser zu entnehmen und die drohende Katastrophe abzuwenden. Denn die Folgen der Trockenheit würden nun sichtbar. «Hilf dir selbst, so hilft dir Gott»: An dieses Sprichwort könne man sich durchaus halten, findet Grampa.
Um die Hitzeperiode gut durchzustehen, versuche er sich, an bestimmte Ratschläge zu halten, an denen es ja nicht mangle: Die Fensterläden schliessen, sich während der heissesten Stunden nicht der Sonne aussetzen oder sich angemessen zu kleiden. Zu seinem Anti-Hitze-Programm gehört auch, täglich zwei Liter Flüssigkeit zu trinken – aber keine alkoholische, meint er scherzhaft.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/hitze-und-trockenheit-im-tessin-bischof-grampa-bittet-gott-um-regen/