Bistum Chur: In Näfels hat keine ordentliche Pfarrwahl stattgefunden

Die Pfarrwahl in Näfels ist auch aus Sicht der Churer Bistumsleitung illegal. Denn laut kantonalem Gesetz muss der Kandidat «von der zuständigen kirchlichen Stelle» für «wahlfähig» erklärt werden. Dies war aber nicht der Fall.

Raphael Rauch

Bei der Näfelser Fahrt konnte sich der Churer Bischof Joseph Bonnemain am Donnerstag persönlich einen Eindruck von der Pfarrei St. Hilarius in Näfels machen. Dabei traf er auf fröhliche Gesichter. Die sonnige Feststimmung überstrahlte, dass es in der Pfarrei rumort.

Kritik aus dem Zürcher Generalvikariat

Aus Sicht der Glarner Landeskirche und der langjährigen Kirchgemeindepräsidentin von Näfels, Daniela Galatti, hat letzten Samstag eine illegale Versammlung und eine illegale Pfarrwahl stattgefunden.

Recherchen von kath.ch zeigen: Auch die Churer Bistumsleitung ist der Auffassung, dass die Pfarrwahl illegal war. «Stanislav Weglarzy ist als Pfarradministrator in Näfels tätig und erfüllt grundsätzlich die Voraussetzungen für eine Wahl zum Pfarrer», teilt Arnold Landtwing am Freitag mit. Er ist der Sprecher des Zürcher Generalvikars Luis Varandas, der auch für Glarus zuständig ist.

«Es hat keine ordentliche Pfarrwahl stattgefunden»

Für eine ordentliche Pfarrwahl sei vom Kirchenrat «im Voraus bei den vorgesetzten kirchlichen Verantwortlichen der Bistumsleitung eine formelle Wahlempfehlung der Diözesanleitung einzuholen», sagt Arnold Landtwing. Dies sei in Näfels jedoch nicht der Fall gewesen, «sodass von kirchlicher Seite zum Zeitpunkt der ausserordentlichen Versammlung keine solche Wahlempfehlung vorlag».

Weiter teilt das Zürcher Generalvikariat mit: «So wie die Katholische Landeskirche des Kantons Glarus davon ausgeht, dass die ausserordentliche Versammlung nicht rechtmässig war, stellen Bischof und Generalvikar fest, dass keine ordentliche Pfarrwahl stattgefunden hat.»

Aufruf zu Frieden, Versöhnung und Eintracht

Artikel 27 der Verfassung des Verbandes der römisch-katholischen Kirchgemeinden des Kantons Glarus hält fest: «Die Stimmberechtigten wählen die von der zuständigen kirchlichen Stelle wahlfähig erklärten Geistlichen und Laientheologen.»

Bischof Joseph Maria Bonnemain und Generalvikar Luis Varandas stehen laut Arnold Landtwing «nach wie vor mit dem Pfarradministrator und mit dem Kirchenrat von Näfels in Kontakt und setzen sich für Schritte ein, die wieder zu Frieden, Versöhnung und Eintracht führen».

Fridolin Hauser: «Wir Näfelser stehen als Deppen da»

Der Näfelser Katholik Fridolin Hauser hat vor Wochen ein Ad-hoc-Komitee gegründet, das sich für Transparenz im Konflikt zwischen Kirchgemeinde und Pfarrei einsetzt. Er sagt am Freitag zu kath.ch: «Wir Näfelser stehen schon länger als Deppen da, weil wir nicht miteinander reden können. Es wird Zeit, dass der Konflikt endlich im Gespräch gelöst wird.»

Die Landeskirche hatte am Montag mitgeteilt, die nächste ordentliche Kirchgemeindeversammlung sei für den 10. Juni festgelegt. Dann solle auch die Pfarrwahl rechtmässig nachgeholt werden.


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