Die RKZ wählt Urs Brosi einstimmig zum Nachfolger von Daniel Kosch

Urs Brosi (56) wird Nachfolger von Daniel Kosch: Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) hat den Theologen und Kirchenrechtler einstimmig gewählt. Er gehe nicht aus Langeweile, heisst es aus dem Thurgau.

Raphael Rauch

Urs Brosi (56) ist bislang Generalsekretär der Landeskirche Thurgau. Das RKZ-Präsidium hatte ihn als Nachfolger von RKZ-Generalsekretär Daniel Kosch vorgeschlagen. Die Wahl fand im Rahmen der Plenarversammlung der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz am Samstag in Näfels GL statt.

Amtsantritt am 1. Dezember

Brosi wird seine Arbeit bei der RKZ am 1. November 2022 beginnen und von Daniel Kosch eingearbeitet. Die Nachfolge tritt er am 1. Dezember 2022 an.

Die RKZ teilte in einer Medienmitteilung mit, Urs Brosi habe vor seiner Wahl festgehalten, er sei «nicht der Verkäufer, der die ramponierte Kirche supertoll darstellt». Wichtiger sei ihm, «dass wir glaubwürdig auftreten, dass die Kirche theologisch redlich denkt und spricht, dass wir nach innen leben, was wir nach aussen verkünden».

Asal-Steger: Brosi wird das Gesicht der RKZ mittragen

RKZ-Präsidentin Renata Asal-Steger gratulierte Urs Brosi zur Wahl: «Es ist gut, dass mit der Wahl von Urs Brosi die Kontinuität sichergestellt ist. Gleichzeitig freuen wir uns auf neue Impulse und darauf, dass er neue Ideen einbringen und das Gesicht der RKZ mitprägen wird.»

«Aus Langeweile verlässt Brosi die Landeskirche Thurgau nicht, hatte er doch in den letzten Jahren mit der Revision des Kirchenorganisationsgesetzes ein Mammut-Projekt zu stemmen», teilt die Thurgauer Landeskirche in einer Medienmitteilung mit. «Der Wechsel geschieht aufgrund der persönlichen Biografie und der Motivation, Aufgaben auf nationaler Ebene über verschiedene Sprach- und Kulturgrenzen anzugehen.»

Im Dialog mit den Bischöfen und der Gesellschaft

Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) ist der Zusammenschluss der kantonalkirchlichen Organisationen. Sie besteht seit 1971 und ist als Verein organisiert. «Sie trägt massgeblich dazu bei, dass die katholische Kirche ihre Aufgaben auf gesamtschweizerischer Ebene wahrnehmen kann, und setzt sich für demokratisches, solidarisches und unternehmerisches Handeln ein, das den Bedürfnissen des kirchlichen Lebens vor Ort Rechnung trägt», heisst es in der Medienmitteilung. «Die RKZ ist dabei im Dialog mit der Bischofskonferenz und nationalen Institutionen in Politik und Gesellschaft.»

Urs Brosi hat Philosophie, Theologie und Kirchenrecht in München, Luzern, Rom, Basel und Münster studiert. Beruflich war er in der Pfarreiseelsorge, als wissenschaftlicher Assistent an der Universität und als Bildungsverantwortlicher im Bistum Basel tätig. Nebenberuflich ist er als Dozent für Kirchenrecht und Staatskirchenrecht, Diözesanrichter, Gutachter und in der Armeeseelsorge tätig.

Das duale System als Chance

Im Januar hatte Urs Brosi zu kath.ch über das duale System gesagt: «Ich bin keiner, der behauptet, die Bischöfe sollten wie die Queen einfach abnicken, was ihr diktiert wird – so hat Kurt Koch das duale System ja mal beschrieben.» 

Er sehe das duale System als Chance: «Gerade die Missbrauchs-Thematik zeigt, dass vieles im Rechtssystem der katholischen Kirche unterentwickelt ist. Dass wir eine Parallelstruktur haben, ist nicht ideal – aber welche Struktur ist schon ideal? Dank des dualen Systems sind wir bezüglich der Entwicklung des Rechts in einer moderneren Zeit angekommen. Das ist für die Kirche etwas, was nutzbringend sein kann.»

26.03.2022., 19.00 Uhr: Ergänzt um Aussagen aus der RKZ-Medienmitteilung.


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https://www.kath.ch/newsd/die-rkz-waehlt-urs-brosi-einstimmig-zum-nachfolger-von-daniel-kosch/