Nach Brand in Hofstetten: «Wir erwarten Reue von den Bandstiftern»

Am Silvesterabend hat die katholische Kirche St. Nikolaus in Hofstetten gebrannt. Es entstand ein Millionenschaden. Die Polizei macht zwei Jugendliche dafür verantwortlich. Kirchgemeindepräsident Gustav Ragettli hofft, dass die Jugendlichen «mit sich selbst ins Reine kommen können».

Jacqueline Straub

Wie die Kantonspolizei Solothurn am Montag mitteilte, sind zwei Minderjährige bei der Jugendanwaltschaft angezeigt. Sie stehen unter dringendem Tatverdacht, am Silvesterabend in der Kirche St. Niklaus in Hofstetten die Kirche verwüstet und einen Brand gelegt zu haben. Der Brand in der Kirche verursachte einen Schaden von mehr als einer Millionen Franken.

Einen Schritt weiter

Kirchgemeindepräsident Gustav Ragettli zeigt sich gegenüber kath.ch erleichtert, dass die mutmasslichen Täter gefasst sind: «Wir sind nun einen Schritt weiter.» Die Jugendlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Das beruhige die Gemeinde, sagt Gustav Ragettli. «Die Jugendlichen müssen die Schuld nicht ihr Leben lang mit sich herumtragen. Dennoch: Wir erwarten auf jeden Fall Reue.»

Einer der beschuldigten Jugendlichen ist laut Medienberichten ortsansässig. «Als Kirchgemeindepräsident kümmere ich mich in erster Linie darum, dass die Kirche wieder in Stand gesetzt wird. Ich führe nicht den Prozess der Jugendanwaltschaft. Ich vertraue den zuständigen Behörden, dass sie das gut machen», sagt Gustav Ragettli. «Ich hoffe aber, dass die Jugendlichen eine grosse Portion Reue zeigen und irgendwie mit sich selbst ins Reine kommen können.»

Rund 700’000 Franken teure Kirchenorgel zerstört

Wer für die hohen Kosten des Brandes aufkommen wird und wie viel die Renovierung der Kirche schlussendlich kostet, ist noch unklar. Der Brand hat unter anderem die rund 700’000 Franken teure Kirchenorgel zerstört. «Bis alles wieder instand gestellt ist, braucht es noch viel Arbeit.»

Grosser Einsatz aller Beteiligten

Dennoch ist Gustav Ragettli optimistisch: Pfarrei und Kirchgemeinde seien in den letzten Wochen sehr kreativ gewesen. So konnten Gottesdienste etwa im Pfarreisaal neben der Kirche gefeiert werden. Wenn Gottesdienste in der ökumenischen Kirche in Flüh stattfinden, hätten sich Fahrgemeinschaften gebildet.

Der Elternabend zur Vorbereitung auf die Erstkommunion wurde in Rodersdorf abgehalten. Die Feier der Erstkommunion wird in der Kirche Metzerlen stattfinden. Die fünf Kirchgemeinden des Solothurnischen Leimentals arbeiteten eng zusammen: «Das funktioniert problemlos dank dem grossen Einsatz aller Beteiligten», sagt der Kirchgemeindepräsident. «Der diesjährige Palmsonntagsgottesdienst wird in der Aula des neuen Schulhauses stattfinden.»

Wann die Pfarrei wieder in der Kirche St. Nikolaus in Hofstetten Gottesdienste feiern kann, stehe noch nicht fest. «Es müssen noch immer Schäden erfasst werden. Erst dann kann ein genauer Plan zum Wiederaufbau gemacht werden.» Im Sommer soll mit den ersten Arbeiten begonnen werden. «Vermutlich wird die Kirche in der ersten Hälfte im nächsten Jahr wieder bezugsbereit sein. Das wird dann gebührend gefeiert werden!»

Pfarrer Günter Hulin wollte sich auf Anfrage von kath.ch nicht äussern.


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