Erstmals Bischöfe aus China an einer Synode im Vatikan

Rom, 1.10.18 (kath.ch) Der Vatikan hat weitere Einzelheiten zu der am Mittwoch beginnenden Jugendsynode bekanntgegeben. So werden erstmals an einer solchen Synode auch zwei Bischöfe aus der Volksrepublik China teilnehmen, bestätigte Kardinal Lorenzo Baldisseri.

Der Papst habe Yang Xaoting (54) und Guo Jincai (50) eingeladen. Möglich geworden sei dies nach dem am 22. September geschlossenen Abkommen zwischen Peking und dem Vatikan. Auf der Teilnehmerliste der Synode waren Yang und Guo bislang nicht verzeichnet.

Themen gehen weit über «Jugend» hinaus

Die Jugendsynode trägt das Motto: «Jugend, Glaube und Berufungsunterscheidung» und dauert bis zum 28. Oktober. Ihr Leitziel, so Baldisseri als Generalsekretär der Synode, sei «die Erneuerung der Kirche und der Gesellschaft ausgehend von Familie und Jugend». Deren Situation sei heute vielfach ganz anders als noch vor wenigen Jahren. Die Synode stehe also vor einer «grossen Herausforderung».

Über den Skandal von Missbrauch und Vertrauensverlust in der katholischen Kirche wird nach Aussage der Organisatoren ebenso gesprochen werden wie über andere Themen. Dazu zählen Sexualität und Körperlichkeit, Migration und Arbeitslosigkeit, Drogengewalt und digitale Medien. Zur Sprache kommen sollen auch Partnerschaft, Frömmigkeit und geistliche Berufung.

Diskussionen in 14 Sprachgruppen

Wie der Generalrelator der Synode, der brasilianische Kardinal Sergio da Rocha, erläuterte, soll es in der ersten Synodenwoche vor allem um die weltweit unterschiedlichen Lebenslagen junger Menschen gehen. In der zweiten Woche darum, deren Elemente und Herausforderungen christlich zu deuten, um dann in der dritten Woche konkrete Wege und Modelle für kirchliches Handeln in der Zukunft zu bestimmen.

Die Beratungen in der Vollversammlung sowie in vierzehn, nach Sprachen aufgeteilten Kleingruppen stützen sich auf ein Arbeitsdokument («Instrumentum laboris»). Darin sind die Ergebnisse aus einem Vortreffen mit Jugendlichen im März sowie Umfrageergebnisse und Eingaben des letzten Jahres zusammenfasst.

Abschlussdokument noch im Oktober

Auf dieser Basis soll am 24. Oktober ein Abschlussdokument vorgestellt werden, über das am 27. Oktober abschliessend abgestimmt wird. Die Kleingruppen finden in den Sprachen Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Deutsch statt.

Von insgesamt 267 Synodenteilnehmern sind nach Aussage von Baldisseri 181 von den Bischofskonferenzen gewählte Vertreter. Hinzu kommen Leiter der Ostkirchen, Ordensleute und Kurienchefs. Zusätzlich zu den stimmberechtigten Synodalen gibt es 23 externe Fachleute sowie 49 Auditoren. Dies sind je zur Hälfte Frauen und Männer, von denen 34 zwischen 18 und 29 Jahren alt sind. Aus der Schweiz wird Jugendbischof Alain de Raemy, Weihbischof von Lausanne, Genf und Freiburg, an der Synode teilnehmen.

Tägliche Presseinformationen geplant

Die Öffentlichkeit soll mit täglichen Pressebriefings informiert werden. Zudem können Synodenteilnehmer Journalisten berichten, was sie selbst auf der Synode gesagt haben, nicht aber zu Beiträgen anderer. Auf diese Weise soll in der Synode eine offenere Redeweise gewährleistet werden. Auch will der Vatikan in sozialen Netzwerken unter «#Synod2018» über den Verlauf der Synode informieren.

Am Montag veröffentlichte der Vatikan auch die neue Geschäftsordnung für Bischofssynoden. Sie regelt Organe der Synode und Verfahrensfragen, darunter Abstimmungsmodi und die Redaktion des Schlussdokumentes. Zusammen mit der Apostolischen Konstitution vom 15. September ersetzt die neue Geschäftsordnung die bisherigen Dokumente von 1967 und 2006. (cic)

Dossier Jugendsynode von kath.ch

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