Adventsfenster Kapelle Niederhasli

Der Bildhintergrund des Fensters wurde im Oktober im Rahmen des Gottesdienstes zum Pfarreifest erstellt. Gross und Klein waren eingeladen, die farbigen Quadrate auf vorbereitete Klebefolie zu plazieren. In einem zweiten Arbeitsschritt wurden die Schattenbilder erstellt und auf der Grundfolie plaziert.

Bildkonzeption

Durchgehendes Motiv über alle Fenstersegmente hinweg ist der Fluss. Der Prophet Ezechiel beschreibt in einer Vision einen lebensspendenden Fluss, der aus dem Tempel in Jerusalem herausfliesst und das Land fruchtbar macht (Buch Ezechiel, Kapitel 47). Im Bild ist die Stadt Jerusalem im rechten oberen Zwickel dargestellt.
Die Fische, die sich im Fluss tummeln erinnern an die zahlreichen Erzählungen im Evangelium, in denen Fisch - als ein wichtiges Nahrungsmittel - erwähnt wird. Im Johannesevangelium dürften Fische auch für die christliche Gemeinde stehen (Johannesevangelium 21,6-11).
Hierzu passt das Christuszeichen der frühen Christen: "ICHTYS" (=gr. Fisch) als Code für "Jesus Christus Sohn Gottes Retter".

Dem Fluss entlang ziehen auch die drei Sterndeuter auf ihren Kamelen, folgen dem Stern in Richtung Jerusalem.

Das Hirtenmotiv im oberen linken Zwickel erinnert daran, dass Gott sich zuerst den Armen offenbart hat, nicht den Reichen und Mächtigen (Lukasevangelium, 2,1-20). Das Bild des Hirten ist aber auch ein Gleichnis für Jesus selbst, der "seine Herde" behütet (z.B. Johannesevangelium 10,16).

Die übrigen Motive des Bildes folgen den Evangeliumstexten der Adventssontage:

1. Advent: Mk 13,35 "Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen". Der Hahn ist ein altes Symbol der Wachsamkeit und im Haus, das vom Mond beschienen wird, brennt noch ein einsames Licht.

2. Advent: Mk 1, 2-4 "Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden". Der Weg, den Johannes bereitet hat, liegt ihm zu Füssen.

3. Advent: Joh 1, 26f "Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt." Johannes ist als Taufender am Jordan dargestellt. er ist nicht der Messias, wie die Leute vermuten, sondern nur der Bote, der dem Kommenden vorangeht.

4. Advent: Lk 1, 26-29 "Der Engel Gabriel wurde von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Ihr Name war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe." Der Erzengel Gabriel eilt, im Sturzflug, vom Himmel herab, um Maria die Botschaft zu bringen. Da das Glasbild der Maria mit Kind in das Adventsfenster integriert wurde, trägt Maria Jesus schon auf dem Schoss. Dies ist in diesem Jahr sogar passend, da der 4. Advent zugleicht "Heilig Abend" ist.

 

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