Die gemalte Theologie des Betrachtungsbildes

Mit Bruder Klaus untrennbar verbunden ist «sein» Betrachtungs- oder Meditationsbild. Dessen Verwandtschaft mit der einfachen Radskizze (siehe Blog vom 6. März 2017) ist deutlich, sodass man von einer ikonographisch und kompositorisch angereicherten und ausgemalten Version seines Radbildes sprechen könnte. Dieses hatte er als sein «Buch» bezeichnet, woraus er lese. Die nähere Beziehung des Temperabildes zu […]
Betrachtungsbild, Original im Besitz der Pfarrei Sachseln. (© www.bruderklaus.com)

Niklaus von Flüe war ein innovativer, erfolgreicher Bauer

Als selbständiger und unabhängiger Bauer war Niklaus von Flüe unternehmerisch tätig. Dank der guten Quellenlage ist es möglich, sich über Niklaus von Flüe als Unternehmer ein Bild zu machen. Entscheidend ist vor allem, wie er auf die tiefgreifenden Veränderungen in seiner Zeit reagierte und was er daraus machte. So nahm in seiner Lebenszeit auch in […]
Markus Amrhein als Niklaus von Flüe in der Docufiction «Die Schweizer». Siehe dazu auch Markus Amrhein (2016): Bruder Klaus spielen – in Film und Theater, in: Gröbli (2016), 251–254. (© SRF)

Bruder Klaus wird abgeschirmt

Der im Ranft lebende Eremit zog schnell Besucherinnen und Besucher an, weil vor allem sein Wunderfasten Aufsehen erregte, er aber auch als religiöser Ratgeber und Fürbitter gesucht war. Gesichert ist, dass seine eigene Familie, seine Nachbarn und Freunde regelmässig im Ranft waren, dazu viele einfache Leute. Dies ist quellenmässig aber nicht gut fassbar. Die grösste […]
Auf dem Weg in den Ranft. (Foto: © Konrad Busslinger, Rex-Verlag)

Spirituelles und künstlerisches Kleinod im Heiligkreuztal

1981 erschien das Büchlein «Erleuchtete Nacht» mit Holzschnitten von Alois Spichtig (1927-2014) und Gedichten seiner Frau Margrit Spichtig-Nann (1943-2014). Dank der Initiative und Hartnäckigkeit führender Mitglieder der Stefanus-Gemeinschaft finden diese in ihrer Tiefe und Konzentration einzigartigen Auseinandersetzungen mit den Visionen von Niklaus von Flüe nun eine Heimat im ehemaligen Zisterzienserinnen Kloster Heiligkreuztal, gelegen in Oberschwaben […]
Blick auf die Innenmauer der Klausur mit dem Bruder-Klaus-Visionenweg. © Stefanus Gemeinschaft, Heiligkreuztal.

Zum Gedenktag des sel. Franz Jägerstätter

Er wird nicht mehr zu seinen drei Töchtern und seiner geliebten Frau Franziska zurückkehren. Franz Jägerstätter wurde am 9.8.1943 wegen «Wehrkraftzersetzung» hingerichtet. Für Franziska begann damit eine noch schwierigere Zeit. Sie war die einzige, die noch zu ihm gehalten hatte. Die einfachen Bauersleute hatten ihr Eheleben aus dem Gebet und der täglichen Schriftlesung heraus gelebt. […]
Drei Töchter Rosalia, Maria, Aloisia mit Transparent. Ostern 1943, für Franz Jägerstätter ins Berliner Gefängnis geschickt. (© Erna Putz)

Beim Lästern über Bruder Klaus hörte der Spass auf

Ein höchst interessantes Dokument, das auf den 18. Mai 1471 zu datieren ist, fand Robert Durrer, der Autor des Quellenwerks, im Staatsarchiv Bern. Ein gebürtiger Schwabe, Heinrich Morgenstern, schwor an diesem Tag Urfehde gegenüber Schultheiss und Rat von Bern und entschuldigte sich in aller Form. Nur deswegen erliessen ihm die gnädigen Herren den «verdienten Tod». […]
Die Hinrichtung des Mörders Hans Spiess in Luzern (Bild aus der Diebold Schilling Chronik von 1513). Heinrich Morgenstern wäre wohl eine mildere Todesstrafe zuteilgeworden, mit der Urfehde, der Entschuldigung und dem Landesverweis, liessen es die Herren diesmal gut sein.

Der Heiligsprechungsprozess von Niklaus von Flüe

Mit der Erlaubnis zur Verehrung von Bruder Klaus 1671 kehrte Ruhe ein. Der Anstoss zur Heiligsprechung kam erst knapp 200 Jahre später vom Basler Bischof Eugène Lachat, der das Anliegen wiederholt bei Pius IX. zur Sprache brachte, unterstützt vom Präsidenten des Piusvereins, Redaktor der SKZ und Gründer der Inländischen Mission, des Solothurners Theodor Scherer-Boccard, sowie […]
Heiligsprechung in Rom unter der Cathedra Petri. (Foto: Gedenkband Leonhard von Matt; Scan UF)

Niklaus von Flüe: Langer Weg zur kirchenamtlichen Anerkennung

Am Anfang der Heiligenverehrung stand nicht eine Theorie, sondern die gelebte Praxis der Gläubigen. Christinnen und Christen, die um des Glaubens Willen den Märtyrertod erlitten oder vorbildlich gelebt haben, wurden und werden verehrt und als Fürbitter bei Gott angerufen. Das war und ist auch bei Niklaus von Flüe der Fall. Sein Wunderfasten trug ihm schnell […]
Niklaus von Flüe: Reliquienfassung von 1732. (Amschwand, Ergänzungsband, Tafel XXIV, Scan UF)

Robert Durrer, dem Schöpfer des Quellenwerks, zum Gedenken

Vor 150 Jahren, am 3. März 1867, kam der bedeutendste Bruderklausen-Forscher auf die Welt, und in wenigen Tagen jährt sich sein Tod zum 83. Mal, starb er doch am 14. Mai 1934. Die Rede ist vom langjährigen Nidwaldner Staatsarchivar Dr. Robert Durrer, dem Schöpfer des Quellenwerks, der 1300 Seiten umfassenden Sammlung an Originaltexten und -quellen […]
Foto von Robert Durrer, ca. um 1930. (© Zentralbibliothek Zürich)

Die Hand von Waldenburg

Am 10. Mai 1940 überfiel die deutsche Wehrmacht die Benelux-Staaten und Frankreich. In der Schweiz wurde allgemein auch mit einem Angriff gerechnet. Franz Schmitz aus Wangen an der Aare (1918–2016) berichtete mir, dass er und seine Kameraden, im Baselbiet in Artilleriestellungen zur Verteidigung bereit, in diesen Tagen in höchster Alarmbereitschaft standen und sich Zivilisten, wenigstens diejenigen, […]
Die schützende Hand auf einem Gemälde in der Kirche Melchtal. (Foto: Urban Fink-Wagner)