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Wortmeldung |
Die Wortmeldung «Laienpredigt» vom 11. Dezember von Iso Baumer,
in Briefform an Bischof Amédée Grab gerichtet, kann nicht
unwidersprochen bleiben. Vorweg sei gesagt, dass ich mit dem Grundanliegen
von Baumer einverstanden bin und dazu keine unnötigen, weil bestätigenden
Worte verliere. Aber dieses Pauschalurteil, dass «vor allem in der
Deutschschweiz das sprachliche Vermögen der Prediger im Allgemeinen
sehr beschränkt» sei das ist nun doch ein starkes Stück,
das einer massiven Verleumdung gleichkommt. Offenbar sind aus dem
Kontext zu schliessen nur die deutschschweizerischen Priester, dieses
«ausgebrannte» Auslaufmodell, sprachliche Eunuchen, aber nicht
die Laien im pastoralen Dienst. Und offfenbar hat Herr Baumer von Freiburg
aus mehr oder weniger die gesamte alemannische Schweiz abgeklopft. Man sage
jetzt nicht, es stehe «bloss» geschrieben: «im Allgemeinen».
Dann wären es ja nur die löblichen Ausnahmen, die im Übrigen
die Regel bestätigen.
Zugegeben, ich habe mich auch schon geärgert über unfertige Sätze
oder über eine holprige bis unbeholfene Sprache, und ich beobachte
kritisch die überschwappende Dialektwelle, die ja, abgesehen von anderen
Mängeln, oft keine Mundartkultur bringt, sondern vielfach mehr schlecht
als recht übersetzte Schriftsprache ist. Aber diese grobe Generalisierung
ist eine Beleidigung für viele, nicht nur «alte und kranke»
Priester und, wenn allenfalls auch nicht in der Intention, faktisch eine
unverblümte antiklerikale Ohrfeige. Cui bono, kann man da nur schreiben.
In der Kipa-Beilage der SKZ vom 4.12.2003 ist eine Kurzfassung eines
Artikels zum Thema Priestermangel zu lesen. Verfasser dieser Aussagen ist
Agnell Rickenmann, Sekretär der Schweizer Bischofskonferenz. Dass jemand,
der eine solche Position in der Kirche Schweiz einnimmt, derartige Aussagen
machen kann, ist uns absolut unverständlich. Wir meinten eigentlich,
es sei so langsam klar geworden, dass die Frage der Zulassungsbedingungen
nicht gestellt wird, um den Priestermangel zu beheben, sondern um endlich
die entwürdigende Situation für alle Frauen und für die verheirateten
Männer aus der Welt zu schaffen. Es geht uns darum, mit aller Klarheit
zu betonen, dass Frauen und verheiratete Männer zum Priesteramt Zugang
haben sollen aufgrund ihrer persönlichen Berufung und Fähigkeiten,
selbstverständlich auch dann, wenn es zölibatäre Priester
im Überfluss gäbe! Dass alle, welche die Berufung zum Priesteramt
haben unabhängig von Geschlecht und Zivilstand diese Berufung
auch leben können, ist ein Gebot der Achtung und des Respekts vor allen
Berufenen und nicht ein Gebot der Notlösung oder der Behebung einer
Mangelerscheinung.
Im Namen des Vorstandes der Pastoralkonferenz Baselland: