37/2003 | |
INHALT | |
Wortmeldung |
Beim Lesen dieses Artikels fühle ich mich 55 Jahre zurückversetzt in die Dogmatikstunde am Priesterseminar St. Beat. Damals hätte ich mich den Äusserungen von Bischof Kurt Koch voll angeschlossen. Doch heute, nach den vielen Jahrzehnten in der Seelsorge, kann ich wohl der Grundlage des Papiers, aber nicht den Konsequenzen zustimmen. Die wenigsten, auch nicht die grauen Häupter, nehmen in diesem Sinn an der Feier der Eucharistie teil. Es geht ihnen zwar auch um Gemeinschaft, aber nicht in erster Linie Gemeinschaft mit der Weltkirche. Im Empfang des Brotes wollen sie einfach Christus begegnen, um von ihm Kraft fürs tägliche Leben zu bekommen. Deshalb sollte nie jemand vom Empfang des Brotes, sei es in der Eucharistie oder im evangelischen Abendmahl, ausgeschlossen werden, auch wenn sie mit den theologischen Überlegungen nicht übereinstimmen. Sie behindern dadurch keineswegs die ökumenischen Bestrebungen. Lassen wir doch das Geheimnis der Eucharistie und des Abendmahles stehen, das selbst der Papst auch nicht mit Hilfe der Bibel voll ausloten kann.