15/2003

INHALT

Wortmeldung

Rückfragen zum Artikel «Neue Zugänge zur Eucharistie?» (SKZ 14/2003)

 

Der Artikel von Bischof Kurt Koch hinterlässt bei mir ein eigenartig schales Gefühl. Ich versuche es in einigen Fragen zu diesem Artikel zu formulieren und ich freue mich, wenn der Autor des Artikels diese in der SKZ auch beantwortet.

  1. Bischof Kurt Koch unterstellt dem Grazer Neutestamentler Peter Trummer durch und durch ideologisch geprägtes Interesse: Welches ist das Interesse von Bischof Kurt Koch, diesen Artikel zu veröffentlichen?
  2. In Mt 18,15­20 wird vorgeschlagen, wie jemand, der in Christus allem den Vorrang gibt, mit Konflikten umgeht: «Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht (Stufe 1). Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden (Stufe 2). Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde (Stufe 3). Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.» Ist es richtig, dass der Artikel in der Kirchenzeitung der Stufe 3 entspricht und dass ihm, wie es Matthäus vorschlägt, eine 1. und eine 2. Stufe in der Konfliktbearbeitung vorausgegangen ist?
  3. Es ist nicht zu bestreiten, dass es eine wichtige Aufgabe jedes Bischofs ist, auf die gesunde Lehre zu achten. Hat aber der Bischof von Basel für die gesunde Lehre eines Gläubigen aus der Diözese Graz zu sorgen oder ist das nicht eher die Aufgabe des Bischofs von Graz?
  4. Der Wiener Neutestamentler Jacob Kremer hat die Thesen des Grazer Neutestamentlers Peter Trummer nach dem Urteil von Bischof Kurt Koch in vorbildlicher Weise widerlegt. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, der Bischof von Basel hätte die SKZ angeregt, Jacob Kremer zu Wort kommen zu lassen?

Xaver Pfister


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2003