8/2003 | |
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Verstorbene |
«Den Herrn will ich preisen alle Zeit». Dieses Leitmotiv
wählte Franz Zemp zu seiner Primiz. Wir sind überzeugt, dass der
liebe Verstorbene den Herrn nun in seiner Nähe ewig preisen darf. Am
27. November 2002 wurde Pfarr-Resignat Franz Zemp im Priestergrab in Pfaffnau
beigesetzt. Eine grosse Trauergemeinde, darunter 26 Konzelebranten, verabschiedeten
sich von ihm. Mit Pfarrer Franz Zemp ist eine herausragende, volksverbundene,
unverwechselbare Persönlichkeit, ein unermüdlicher Seelsorger,
engagierter Priester und wortgewandter Prediger von seinem Schöpfer
heimgeholt worden.
Seine Wurzeln finden wir auf dem Bergbauernhof Wittenschwändi, Escholzmatt.
Hier wurde er am 13. Mai 1915 geboren. Seine Eltern legten durch ihre vorbildliche
Erziehung jene Grundwerte, die ihn sein Leben lang trugen. Noch während
Franzens Schulzeit erkrankte der Vater, und die Familie musste ins Dorf
ziehen und den Hof verpachten. Die lange Pflege seines Vaters und dessen
früher Tod festigten im Spätberufenen den Entscheid zum priesterlichen
Dienst. Nachdem er als Knecht gedient hatte, begann er sein gymnasiales
Studium im St. Klemens, damals in Meggen, und schloss es mit der Matura
in Schwyz ab. Es folgten Theologiestudien in Luzern, bei den Jesuiten in
Sitten und in Solothurn. 1943 weihte ihn Bischof Franziskus von Streng zum
Priester. In Escholzmatt feierte er seine Primiz.
Nach den Vikariatsstellen, ein Jahr in Ruswil und drei Jahre in Gretzenbach,
wurde er als jüngster Pfarrer der Diözese nach Härkingen
berufen. Für den dortigen Kirchenbau setzte er seine vielfältigen
Kräfte landesweit als origineller Bettelpfarrer und aufgeschlossener
Baufachmann ein. Nur ungern liessen ihn die Härkinger 1956 nach Pfaffnau
ziehen. Die herzensgute Pfarrhaushälterin Anna Bachmann ermöglichte
durch ihre Unterstützung dem geistlichen Wirken ihres «Herrn
Pfarrers» eine reichere Entfaltung. 1982 siedelte er als Pfarr-Resignat
nach Neuenkirch um. Das Alter verlangte mehr und mehr seinen Tribut. Die
dadurch bedingte Abhängigkeit erleichterte ihm den Übertritt ins
Altersheim Murhof, St. Urban. Die Heimbewohner schätzten sein seelsorgerliches
Angebot.
Das diskrete religiöse Vorbild des «Schwändi-Pfarrers»
bewirkte in seiner grossen Verwandtschaft das spirituelle Bewusstsein. Der
jetzt Heimgegangene erfreute sich mit vielen Mitmenschen der guten Gaben
der Schöpfung. Schon aus der Studentenzeit sind zahlreiche humorvolle
Anekdoten erhalten geblieben. Die grosszügige Gastfreundschaft förderte
die gesellige Gemeinschaft und sein eigenes Wohlbehagen. Bei vielen frohen
Runden sprudelten seine Schlagfertigkeit und sein Humor immer wieder auf.
Neben dem Kirchenlatein pflegte er das Jäger- und Fischerlatein. Er
erfreute sich in Gottes freier Natur mit seinen Kameraden als eifriger Weidmann
und setzte mit den Hubertusmessen einen würdigen Akzent. In der oftmals
spärlichen Freizeit war für ihn das Jassen Trumpf.
In seinem Testament schrieb Pfarrer Zemp von seinem oft heftigen Temperament
und bat seine Mitmenschen um Verzeihung. Für uns ist es tröstlich,
dass ihn der himmlische Vater nach der harten Prüfung der letzten Tage
zu sich gerufen hat, und gönnen dem lieben Verstorbenen die ewige Glückseligkeit.