6/2003 | |
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Verstorbene |
Am 27. März 2002 versammelte sich eine grosse Trauergemeinde in
der Pfarrkirche St. Michael in Zug, um für diese Welt Abschied zu nehmen
von einem beliebten bis zu seinem Tod aktiven Seelsorger und Priester.
Emil Bloch kam am 25. Mai 1913 in Wissen (SO) zur Welt. Schon früh
spürte er den Wunsch in seinem Herzen, Priester und Seelsorger zu werden.
Doch es vergingen Jahre, die ausgefüllt waren mit Arbeit auf verschiedenen
Bauernhöfen, bis es möglich wurde, das Gymnasium zu besuchen.
Nach der Matura in Schwyz ging es zum Theologiestudium nach Luzern, Innsbruck
und Solothurn, wo er 1949 im Alter von 36 Jahren zum Priester geweiht wurde.
Seine erste Seelsorgestelle war Schötz im Kanton Luzern. 1954 ging
es wieder in den Kanton Solothurn, wo er von 19541972 die Pfarrei Ifenthal
Hauenstein und von 19721981 die Pfarrei Laupersdorf als Pfarrer betreute.
Mit 68 Jahren darf man es etwas ruhiger angehen. Die Pfarrei St. Michael
bot dafür eine besondere Gelegenheit. Neben anderen Aufgaben in der
Pfarrei wurde ihm der sonntägliche Gottesdienst auf dem Zugerberg anvertraut.
Ausser in seinen Ferien feierte er 20 Jahre lang diesen Gottesdienst. Der
Titel «Zugerbergpfarrer» wurde ihm liebevoll und dankbar gegeben.
Vor ihm trug niemand diesen Titel. Ob dieser Titel je wieder vergeben werden
kann, steht in den Sternen.
Pfarrer Bloch nannte sich scherzhaft «Strassenseelsorger» oder
«die fortlaufende Pastoration». Das Scherzhafte war nur die
eine Seite. Pfarrer Bloch war ein origineller Mensch und Seelsorger. Seine
spontane und humorvolle Art, seine Direktheit und seine gelegentliche Launenhaftigkeit
gehörten einfach zu ihm.
Als Pfarrer dieser Pfarrei war ich stets dankbar für seine spontane
Hilfsbereitschaft. Obwohl ich wahrnahm, dass seine Kräfte nachliessen,
war ich doch betroffen, als ich hörte, dass er ins Spital Brig gebracht
werden musste. Schon überlegte ich mir, wie seine Aufgabe in Zukunft
wahrgenommen werden kann. Obwohl mir nicht so wohl dabei war, ich musste
es akzeptieren, dass er seine Aufgabe auf dem Zugerberg weiterhin wahrnehmen
wollte. Während die Glocken zum Jahresschluss läuteten, machte
sich wiederum sein Herz bemerkbar. Sofort wurde er ins Kantonsspital gebracht.
Wieder zu Hause war ihm klar, dass sein Herz keine Kraftakte mehr ertrug.
Doch hoffte er, dass die Kraft wenigstens zum Teil zurückkehren würde.
Als ich ihn fragte, am 12. März 2002 wie in den vergangenen Jahren
mit mir das Sakrament der Krankensalbung zu spenden, sagte er mit Freuden
zu. Es schien mir, als hätte er diesen Dienst noch nie so intensiv
mitempfunden. Den mit grosser Freude erwarteten Gottesdienst konnte er nicht
mehr feiern. Am Ostersonntag war ein Gottesdienst auf dem Zugerberg geplant.
Die Auferstehung wird er jetzt im Himmel feiern.