11/2003 | |
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Kirche in der Schweiz |
Am 10. Februar 2003 hat Martin Blatter, Präsident des Diözesanverbandes Oberwallis des Schweizerischen Katholischen Bibelwerkes (SKBO), mit dem Vorstand und im Beisein von Bischof Norbert Brunner und Generalvikar Josef Zimmermann das «Jahr der Bibel 2003» für das Oberwallis offiziell eröffnet. Rund 50 kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nahmen an der Eröffnung teil. Der ganze Tag wurde vom SKBO gestaltet. Im französischsprachigen Teil ist das «Jahr der Bibel 2003» am 19. Februar mit rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eröffnet worden.
Das war das Thema des Pastoraltages zur Eröffnung des «Jahres der Bibel 2003» im Oberwallis. Ein reiches Programm mit vielen Impulsen wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern geboten. Mit einem eindrücklichen Spiel «Myriam lebt. Eine Begegnung mit der Frau von Magdala» in der «Drei-Königs-Kirche» von Visp wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Tag eingestimmt. Auf dem Weg zur Kirche erzählten sie sich, welche Texte aus der Bibel sie in letzter Zeit «bewegen». Ein «biblisches Mittagessen» und drei Ateliers gaben viele Impulse für die Bibelarbeit in der Pfarrei. Das SKBO stellte biblische Projekte mit den entsprechenden katechetischen Hilfsmitteln vor. Unter anderem:
Die Bistumsleitung hat sich mit dem Bildungshaus St. Jodern, dem Diözesanverband
Oberwallis des Schweizerischen Katholischen Bibelwerks und einzelnen Dienststellen
des Seelsorgerates zusammengetan und die Initiative ergriffen, um ein abwechslungsreiches
Programm zusammenzustellen.
In der Broschüre «2003. Das Jahr der Bibel. Im Oberwallis.»<1> finden sich Angebote zu «Bibel
schauen», «Bibel hören», «Bibel meditieren,
feiern, beten», «Bibel erwandern», «Bibel begreifen»
und «Bibel verkünden».
Das Bildungshaus St. Jodern organisiert auf den Herbst eine Kunstausstellung
zum Thema «Bibel» mit Oberwalliser Künstlerinnen und Künstlern.
Und am Eingang des Hauses wird der Besucher während dem ganzen Jahr
an einem Brunnen mit verschiedenen «biblischen Brunnengeschichten»
empfangen.
Unter dem Thema «Bibel hören» können Eltern für
ihre kleinen Kinder CDs kaufen mit biblischen Geschichten im Walliser Dialekt.
Ein besonderes Highlight wird im Mai der Abend sein, an dem der Walliser
Schauspieler Beat Albrecht das ganze Markus-Evangelium lesen wird.
Unter dem Kapitel «Meditieren mit der Bibel» gibt es fast für
jedermann etwas. Ein spezielles Ereignis wird sicher wieder das Triduum
in der Basilika auf Valeria bei Sitten sein, wo sich Gruppen, Räte,
Vereine und Familien stündlich abwechseln, um bei unserer Lieben Frau
von Valeria zu beten. Sicher wird in diesem Jahr auch das Gebet um den Frieden
in der Welt im Vordergrund stehen.
Im Sommer wird das «Bibel erwandern» besonders für Familien,
Pfarreiräte oder Frauen- und Müttervereine willkommene Impulse
geben für Ausflüge und Pilgergänge.
Das ganze Jahr hindurch ziehen sich verschiedene Vorträge zum Thema
«Die Bibel aus der Sicht...» eines Künstlers, eines Dichters,
eines Juden oder eines Psychoanalytikers.
Im letzten Kapitel gibt es verschiedene Angebote für die kirchlichen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Verkündigung der Bibel.
Professor Hermann-Josef Venetz wird im Oktober 2003 und im Januar 2004 in
das Lukas-Evangelium einführen. Das «Jahr der Bibel» soll
auch in das nächste Jahr hineinwirken.
Alle Pfarreien, Regionen und Vereine sind eingeladen, ihre Ideen, die sie zum Thema «Jahr der Bibel» haben, interessante Bücher oder katechetische Hilfsmittel zur Bibel am Eingang des Bildungshauses St. Jodern in der «Ideenkiste Bibel» für andere zu deponieren.
Heidi Widrig ist Mitarbeiterin namentlich des Informationsdienstes im Bischöflichen Ordinariat Sitten.
1 Die Broschüre «2003. Das Jahr der Bibel. Im Oberwallis.» kann gratis bezogen werden beim Bischöflichen Ordinariat Sitten, Postfach 2124, 1950 Sitten 2, oder beim Bildungshaus St. Jodern, St. Jodernstrasse 17, 3930 Visp. Wir erlauben uns, einen Einzahlungsschein beizulegen für einen freiwilligen Beitrag an die Unkosten.
Mit der nationalen interreligiösen Feier im Berner Münster
unter dem Leitwort «Das Band des Friedens stärken in der
Schweiz und weltweit» haben der Schweizerische Evangelische Kirchenbund,
die Schweizer Bischofskonferenz, die Christkatholische Kirche der Schweiz,
der Schweizerische Israelitische Gemeindebund und die Koordination Islamischer
Organisationen Schweiz ihren Willen bekräftigt, den religiösen
Frieden weiterhin zu bewahren und zu verstärken. Die Feier war so ein
Appell nicht nur gegen den drohenden Krieg, sondern für den Frieden,
ein Ausdruck nicht nur einer Allianz gegen den Krieg, sondern für den
Frieden.<1>
Für eine solche Allianz plädierte mit grosser Eindringlichkeit
schon vor dem katastrophalen 11. September 2001 Kardinal Francis Arinze,
der Präsident des Päpstlichen Rates für Interreligiösen
Dialog; dieses Plädoyer liegt noch nicht lange in deutscher Übersetzung
als Taschenbuch vor.<2> Vom Gedanken ausgehend,
dass der Friede mehr ist als die Abwesenheit von Krieg, zeigt Kardinal Arinze
auf, wie sich alle Religionen für den Frieden aussprechen, auch wenn
sich die Religionen immer wieder eher als Teil des Problems denn als Teil
der Lösung erwiesen, so dass Gewissenserforschung unumgänglich
ist. Da zwischen Religion und Kultur eine enge Beziehung besteht, überlegt
er sodann, wie Religionen und Kulturen zu Frieden beitragen können
statt Konflikte zu verstärken oder gar zu verursachen.
Den besonderen Beitrag der Religionen zum Aufbau des Friedens beschreibt
Kardinal Arinze sodann als Förderung von entsprechenden Verhaltensweisen
und Ergreifen von praktischen Initiativen. Eigens bespricht er dann das
Gebet für den Frieden sowie interreligiöse Initiativen für
den Frieden. Um Leserinnen und Leser anderer Religionen zum Nachdenken darüber
anzuregen, was ihre Gemeinschaft für den Frieden getan hat, beschreibt
er Aktivitäten der römisch-katholischen Kirche in diesem Bereich.
Eingehender erörtert Kardinal Arinze die Bedeutung der Religionsfreiheit
für den Frieden nicht ohne zu bedauern, dass dieses Menschenrecht
in manchen Ländern noch heute nicht gewährleistet ist. Abschliessend
setzt er die Bedeutung des Beitrags der Religionen für den Frieden
in einen grösseren Zusammenhang: «Zu einem gerechten und dauerhaften
Frieden gehört ebenso eine umfassende Entwicklung, besonders in Bereichen
wie Landwirtschaft, Gesundheit und Erziehung.»
1 Siehe dazu in dieser Ausgabe Seite 223.
2 Francis Kardinal Arinze, Religionen gegen die Gewalt. Eine Allianz für den Frieden. Aus dem Englischen von Ulrich Ruh, (Herder spektrum 5267), Verlag Herder, Freiburg i.Br. 2002, 140 Seiten.