45/2003 | |
INHALT | |
Pastoral |
Drei Bibeltexte und eine Predigt wie soll das gehen? Das fragen
sich junge Seelsorger und Seelsorgerinnen in der Pastoral vor jedem Sonntag
neu. Die älteren haben vielleicht pragmatische Lösungen gefunden,
aber nicht das Ei des Kolumbus. Zwei neue, relativ unabhängig voneinander
entstandene wissenschaftliche Bücher beschäftigen sich mit der
Frage nach der Bedeutung des Ersten Testaments innerhalb der sonntäglichen
Leseordnung. Das eine wurde aus exegetischer, das andere aus liturgiewissenschaftlicher
Perspektive verfasst. Konsens und Dissens dieser Arbeiten geben Anlass zu
neuen, weiterführenden Fragen und Antworten.
Ansgar Franz will mit seinem Buch «Wortgottesdienst der Messe und
Altes Testament»<1> einen liturgiewissenschaftlichen
Beitrag leisten, um die auf verschiedenen Kongressen in den Neunzigerjahren
angelaufene Diskussion rund um die Kritik am OLM (Ordo Lectionum Missae)
auf eine breitere Basis zu stellen. Dazu situiert und würdigt er zunächst
den OLM im Kontext seiner drei Vorentwürfe, die im Dienste der Intention
des Konzils entstanden, um die «praestantior pars» des AT zu
unterstreichen. Dann zieht er die Linien aus zu drei alternativen Leseordnungen,
«die in unmittelbarer oder mittelbarer Abhängigkeit vom vatikanischen
Lektionar entstanden sind» (5). Die faktische Auswahl aller sechs
Modelle wird in tabellarischen Übersichten zur Darstellung gebracht
und kritisch kommentiert.
Der erste Entwurf aus dem Jahr 1961 stammt vom damaligen Sekretär
des Centre Pastorale Liturgique in Paris, Pierre Jounel.<2>
Durch die Schaffung eines Dreijahreszyklus und eines Schemas dreier Lesungen
nach ambrosianischem Vorbild setzt er erste Massstäbe für die
künftige Leseordnung, mit welchen er die alte tridentinische Ordnung
hinter sich lässt. Für die Evangelien sieht er eine Bahnlesung
vor, allerdings nach dem Modell einer Evangelienharmonie und quer durch
die drei Lesejahre verteilt (lectio semicontinua). Bei der Auswahl alttestamentlicher
Texte, die sich im Gegensatz zu den neutestamentlichen Texten jedes Jahr
wiederholen, lässt er sich, insbesondere in den Festzeiten, noch weitgehend
vom Brevier inspirieren.
Der zweite Entwurf aus dem Jahr 1965 kommt von den beiden Jesuitenpatres
José Feder und Michel Danchin, gedacht als eine der Tradition verpflichtete,
pädagogisch-biblische Katechese für priesterlose Gottesdienste
in den Missionsgebieten.<3> Sie empfehlen
für Evangelien und zweite Lesung je eine auf drei Lesejahre verteilte
Bahnlesung (lectio semicontinua), welchen jeden Sonntag eine erste Lesung
des Alten Testamentes in Auswahllesung (lectio selecta), konsonant zum Evangelium
oder zur zweiten Lesung, zugeordnet wird. Eine eigenständige Lesung
des Ersten Testamentes erscheint ihnen für die Priester zwar bildend,
für die Gläubigen aber überflüssig, «elle apparaîtrait,
trop souvent, comme une suite d'anecdotes de l'histoire sainte, et de poèmes
lyriques sans liaison profonde avec le mystère de la foi».
Ihr katechetisches Anliegen schlägt sich in einer recht ausgewogenen
Textauswahl aus allen Teilen des Ersten Testamentes nieder. Wichtige Texte
wie Gen 33 (Jakobs Versöhnung mit Esau) oder Lev 16 (Versöhnungstag)
und Lesungen aus dem Esterbuch oder Kohelet, die sich bei ihnen finden,
sucht man in späteren Entwürfen und im OLM vergeblich.
Der dritte, unvollendet und daher auch unveröffentlicht gebliebene
Entwurf, ebenfalls aus dem Jahr 1965, entstammt dem belgischen Benediktinerkloster
Maredsous.<4> Auch dieser Entwurf sieht
eine dreigliedrige Lesefolge (ATEpistelEvangelium) und drei Lesejahre
vor. Im Gegensatz zu den beiden anderen Entwürfen verzichtet er aber
auf Bahnlesungen und legt dafür Wert auf Konsonanz zwischen den Lesungen.
Diese folgen einer heilsgeschichtlichen Logik, wobei besonders an den Sonntagen
nach Pfingsten das Erste Testament die Themenwahl, entsprechend des Weges
des Volkes Israel von Ägypten ins Gelobte Land, vorgibt, wodurch Texte
aus der Tora und den Propheten überwiegen. Aufs Ganze gesehen fällt
aber auf, dass trotz dem durchgängigen Prinzip einer «lectio
selecta» der Vorschlag nicht mehr Einseitigkeiten aufweist als Leseordnungen,
die den Evangelien als Bahnlesung folgen. Es war der Liturgiewissenschaftler
der Benediktinerfakultät Sant' Anselmo in Rom, Adrien Nocent, der diesen
Entwurf ab 1966 als Consultor des Coetus XI in die nachkonziliare Liturgiereform
einbrachte.
Frucht dieser Reform mit dem Ziel, der Heiligen Schrift innerhalb der
Liturgie, speziell an Sonn- und Feiertagen, zu einem grösseren Stellenwert
zu verhelfen, allerdings mit Rücksicht auf das Fassungsvermögen
der Gläubigen einerseits und die Tradition andererseits, war der OLM,
der seit dem 1. Adventssonntag (30. November) 1969 in Kraft ist (2. Auflage
1981). Neu gegenüber den Vorentwürfen ist vor allem die Bahnlesung
der synoptischen Evangelien während je eines Jahres (A: Matthäus;
B: Markus; C: Lukas). Das Erste Testament dagegen wird den Evangelien in
«lectio selecta» zugeordnet. Die zweite Lesung in «lectio
semicontinua» zerreisst sehr oft den Zusammenhang von Erster Lesung
und Evangelium und wird dadurch zur grössten Hypothek der nachkonziliaren
Leseordnung.
Die Problematik der Stellung des Ersten Testaments im OLM wird im Detail
vom Alttestamentler Georg Gafus, «Das Alte Testament in der Perikopenordnung»<5>, untersucht. Ausgangspunkt seiner Überlegungen
ist eine liturgiewissenschaftliche Dissertation von E. Nübold aus dem
Jahre 1986, die im Anschluss an DV 18 und 26 noch selbstverständlich
von der «Priorität der Evangelien in lehramtlicher, exegetischer
und liturgischer Sicht»<6> ausgeht.
Demgegenüber fordert Gafus einen Paradigmenwechsel, «der in der
Wertschätzung alttestamentlicher Texte an die frühneutestamentliche
Zeit anschliesst. Nicht der Vortrag alttestamentlicher Texte im christlichen
Gottesdienst bedarf einer Begründung, sondern ihre Ablehnung»
(23). Den viel zu geringen Wert des Alten Testamentes im OLM führt
Gafus zunächst mit ausführlichen, von ihm allerdings im Wesentlichen
früher schon präsentierten Statistiken vor Augen.<7>
Während in der römisch-katholischen Bibel 77,6% der Verse auf
das Alte und 22,4% auf das Neue Testament entfallen, ist das Verhältnis
im OLM gerade umgekehrt: Altes Testament 22,8%, Neues Testament 77,2%. Das
entspricht nur gerade 3,5% des alttestamentlichen und immerhin 41,5% des
neutestamentlichen Textbestandes. Dazu kommt die einseitige Gewichtung der
aus dem Ersten Testament ausgewählten Texte. 13 Bücher (Ri, Rut,
1 Chr, Esra, Ester, Tobit, Judit, 1 Makk, Hld, Klgl, Obd, Nah, Hag) fehlen
vollständig. Während vom Buch Jesaja fast ein Sechstel des ganzen
Buches gelesen wird, ist es beim Buch Numeri weniger als 1%. Das Gefälle,
das insgesamt zwischen Nebiim (prophetischen Schriften) und Tora (5 Bücher
Mose) festzustellen ist, empfindet Gafus als besonders störend. Schon
die Statistik der alttestamentlichen Zitate im Neuen Testament belegt, dass
nach den Psalmen und Jesaja die Bücher Genesis, Exodus und Deuteronomium
zu den am stärksten rezipierten Schriften der jungen Kirche gehörten.
Alle alttestamentlichen Lesungen werden hinsichtlich ihrer Perikopierung
von Gafus kritisch kommentiert, mit jeweils alternativen Vorschlägen
für eine sinnvollere Loslösung aus dem Kontext.
Ungeachtet seiner offensichtlichen Mängel wird der OLM, wie Franz schreibt, «ausserkatholisch das wohl am intensivsten rezipierte Dokument der vatikanischen Erneuerung» (97). Bereits ab 1970 übernehmen presbyterianische Kirchen in Amerika den OLM. Die Consultation on Common Texts, die sich ab Mitte der 60er Jahre mit der Verfassung einheitlicher liturgischer Texte für englischsprachige Kirchen beschäftigt, setzt sich intensiv mit dem OLM auseinander und präsentiert 1983 das Common Lectionary (CL)<8>, das sich von OLM nur insofern unterscheidet als es gewisse alttestamentliche Texte in Bahnlesung bringt. Vor allem der «prophetische» oder «typologische» Gebrauch des Ersten Testaments, die Auswahl und Abgrenzung der Perikopen, die Rolle der Frauengestalten im Lektionar und die mangelnde Sensibilität für Perikopen, die dem Antisemitismus Vorschub leisten könnten, stossen bei einigen amerikanischen Kirchen auf Kritik. Nach drei Lesezyklen, die als Vernehmlassungszeit auf breitester Basis dienten, wurde das Revised Common Lectionary (RCL)<9> herausgegeben. Es präsentiert zwei alternative Leseordnungen zur Auswahl. Typ 1 enthält drei parallel zueinander verlaufende Bahnlesungen in Lesungen und Evangelien. Typ 2 folgt dem OLM und bleibt bei den alttestamentlichen Auswahllesungen in Abstimmung zum Evangelium. Typ 1 stellt damit den ersten Versuch einer Leseordnung dar, «das Alte Testament aus einer thematischen Engführung durch das Neue Testament zu lösen und stattdessen Texte auszuwählen, die für das Alte Testament selbst repräsentativ sind» (130) allerdings um den Preis eines sinnstiftenden liturgischen Formulars, das nun drei parallele Bahnlesungen ohne inhaltliche Abstimmung präsentiert.
Der Mangel an Konsonanz ist denn auch der Grund, weshalb sich die britischen Kirchen der Consultation on Common Texts nicht angeschlossen haben, sondern sich dem 1990 von der Joint Liturgical Group herausgegeben Four Year Lectionary (FYL)<10> verpflichtet fühlen, das in einem Vierjahreszyklus durchwegs konsonante Sonntagsformulare bietet. Dabei sind es nicht immer die Evanglien, die den Tenor angeben, sondern je nach liturgischer Zeit andere neutestamentliche, in der auf acht Wochen erweiterten Vorweihnachtszeit auch alttestamentliche Lesungstexte. Das FYL kennt ein Johannes-Jahr und gibt, nicht zuletzt auch wegen der Fortführung der alttestamentlichen Lesung in der Pentecoste, einer Fülle von bedeutenden alttestamentlichen Texten Raum, die in den anderen Leseordnungen nicht vorkommen, darunter zum Beispiel die Kundschaftergeschichten (Num 13 und Jos 2), die Jotam-Fabel (Ri 9), das Danklied der Hanna (1 Sam 2), das Gedicht über die Verborgenheit der Weisheit (Ijob 28), zwei Klagelieder (Klgl 23), die Geschichte vom falschen Propheten Hananja (Jer 28) oder Daniel in der Löwengrube (Dan 6). Ausserdem finden sich im FYL praktisch alle Texte, die sich in der Konsensliste aller früheren Leseordnungen finden. Bietet der OLM in 3 Jahren bloss 976 Verse des Ersten Testaments, so das FYL in 4 Jahren 2238.
Sowohl Gafus als auch Franz diskutieren drei Reformvorschläge der
Neunzigerjahre aus dem deutschsprachigen Raum. Der Erfurter Neutestamentler
Heinz Schürmann, selbst von 19641966 Mitarbeiter im Coetus XI,
der die Epistelbahnlesung des OLM neben der Evangelienbahnlesung als bibeltheologisch,
liturgisch, homiletisch und pastoral fragwürdig kritisiert hatte, präsentiert
nebst anderen Leseordnungen drei unabhängig voneinander entstandene,
evangelienkonsonante Epistelreihen zum OLM, darunter eine aus der Feder
von Adrien Nocent.<11> Durch die Konsonanz
der neutestamentlichen Texte wird zwar eines der grössten Strukturprobleme
des OLM angegangen. An einer Revision der problematischen Situation der
ersttestamentlichen Lesungen innerhalb der Liturgie sind diese Entwürfe
aber nicht interessiert, wie sowohl Gafus als auch Franz festhalten.
Nach dem Wiener Alttestamentler Georg Braulik bildet der Kanon der Schrift
die hermeneutische Vorgabe für eine schriftgemässe kirchliche
Leseordnung. Die kanonische Vorzugsstellung der Tora, in der sich Gottes
Schöpfungsordnung vollendet und zu der sich alle übrigen Texte
wie Kommentare verhalten, möchte er daher, dem Vorbild der syrischen
Kirchen folgend, auch in der römischen Liturgie realisiert sehen, für
die er eine vollständige Lesung der Tora innert drei Jahren vorschlägt.<12> Zu Tora und Evangelien, die ausser dem
Johannesevangelium ebenfalls in Bahnlesung geboten werden sollen, soll optional
in der zweiten Lesung je ein konsonanter Kommentar aus Propheten- und Weisheitsschriften
für die Tora bzw. aus der Briefliteratur fürs Evangelium angeboten
werden. Die Apostelgeschichte soll zwischen Ostern und Pfingsten die Toralesung
ersetzen. Gafus zeigt grosse Sympathie für diese Idee. Wie sie allerdings
praktisch realisiert werden soll, verrät er ebenso wenig wie Braulik.
Der Mainzer Liturgiewissenschaftler Hansjakob Becker veröffentlichte
1997 Teile einer Reformperikopenordnung namens «Patmos», die
dem Eigenwert des Ersten Testamentes Rechnung tragen will.<13>
Während er für die eine Jahreshälfte mit den geprägten
Zeiten (Festkreise von Weihnachten und Ostern mit wenigen Sonntagen nach
Epiphanie) das Leben Jesu von der Menschwerdung bis zur Erhöhung im
Zentrum sieht und somit den Evangelien ersttestamentliche Texte konsonant
zugeordnet haben möchte, schlägt er für die andere Jahreshälfte,
also für die Sonntage nach Pfingsten, ein in Bahnlesung geordnetes
Altes Testament vor, dem Evangelium und Lesung konsonant zugeordnet werden,
damit die Gläubigen die Stationen «von der Urgeschichte bis zur
Zeitenwende» kennen lernen. Dieser Duktus wiederholt sich in allen
vier vorgesehenen Lesejahren mit jeweils anderen Texten. Dabei orientiert
sich Becker an den Männergestalten der Bibel (Adam, Abel, Noach, Babel
[sic], Abraham, Jakob, Mose, Josua, David, Salomo, Elija, Amos, Jesaja,
Jeremia, Ezechiel, Esra, Jona, Ijob, Kohelet, Makkabäer). Eine von
Gafus kritisierte Folge dieses heilsgeschichtlichen Ansatzes ist die Ausblendung
von noch mehr ganzen biblischen Büchern, insbesondere aus dem weisheitlichen
Teil der Bibel.
Franz kritisiert mit dem Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann,
dass bei den bisherigen Leseordnungsentwürfen, -reformen und -reformvorschlägen
zwar bibeltheologische, pastorale, feministische und aus dem jüdisch-christlichen
Dialog gewonnene Kriterien eine Rolle spielten, jedoch kaum liturgietheologische
Überlegungen Eingang fanden (276f.). Er zeigt daher Aspekte einer liturgischen
Hermeneutik auf. Dazu gehört für ihn wiederum Kranemann
folgend das Verständnis der Liturgie als Anamnese des Pascha-Mysteriums,
weshalb er das Erste Testament für jede Eucharistiefeier als konstitutiv
erachtet und das Weglassen der ersttestamentlichen Lesung als theologisch
unhaltbar. Gegenüber der traditionellen typologischen Verwendung des
Ersten Testamentes in der Liturgie plädiert er für dessen paradigmatische
Funktion im Gottesdienst, die den prophetischen Charakter der Schrift hervorhebe.
Im Hinblick auf die «participatio actuosa» der Gläubigen
richtet Franz unser Augenmerk schliesslich auf Ergebnisse der Entwicklungspsychologie
und der pädagogischen Psychologie, die die Möglichkeiten und Grenzen
der menschlichen Memorisierungsfähigkeit aufzeigen und deutlich machen,
dass 1. Lernziele die Aufmerksamkeit steigern, 2. das geeignete Lerntempo
entscheidend ist für die Informationsspeicherung und 3. die Limitierung
der Fakten bei gleichzeitiger Strukturierung durch ein verbindendes Prinzip
als Gedächtnishilfe funktioniert.
Im Anschluss an den Würzburger Homiletiker Rolf Zerfass formuliert
Franz auch zwei Kriterien für die Lesungen im Hinblick auf die Predigt.
Es gelte zum einen, den Wert der metaphernreichen, poetischen Sprache der
Bibel, speziell der kerygmatisch weniger «ausgeplünderten»
Texte des Ersten Testamentes, für jeden Einzelnen auf der Suche nach
Lebenssinn zu erkennen. Und zum anderen nehme speziell das Erste Testament
die katechumenale Situation vieler Gläuber, die nach Gott fragen, besonders
ernst.
Auf dem Hintergrund dieser grundsätzlichen Überlegungen favorisiert
Franz eine vierjährige Leseordnung, die den Texten des Ersten Testamentes
mehr Raum lasse und konsonante Textgruppen, die das kosmische und liturgische
Jahr respektierten und der hörenen Gemeinde und «nicht nur exegetisch-kanontheologisch
geschulte(n) Spezialisten» eine Chance lassen, damit wie der
Münsteraner Alttestamentler Erich Zenger es formuliert hat zwischen
der Lehrerin, dem Ersten Testament, und der Schülerin, dem Zweiten
Testament, ein fruchtbares Lehrgespräch stattfinden könne (304f.).
Aber die Zeit, wo man die Konsonanz, wenn überhaupt, nur vom Neuen
Testament her suchte und so das Alte Testament zur Magd des Neuen machte,
ist für Franz vorbei. Allerdings kann für ihn auch eine Bahnlesung
der Tora, wie sie Braulik vorschlägt, keine Lösung sein. Das sei
eher das Anliegen einer persönlichen Lectio divina und konkurrenziere
darüber hinaus die übrigen Texte des Ersten Testamentes in zu
starkem Masse. Wenn einem Teil des Ersten Testamentes innerhalb der Liturgie
ein privilegierterer Ort zukomme als anderen, dann sei dies nach alter Tradition,
und durch die poetische Entsprechung der Texte zum liturgischen Kontext
nahe liegend, der Psalter. Schliesslich fragt Franz, ob nicht eine Torabahnlesung,
der keine entsprechende Praxis folge, weil den Heidenchristen ja nichts
auferlegt sei (Gal 2,6), den garstigen Graben zwischen dem angeblich «veralteten»
Ersten Testament und dem «alleinseligmachenden» Zweiten Testament
wieder aufreisse. Daher schlägt sein Herz eher für eine heilsgeschichtlich
orientierte Bahnlesung, die Heilsgeschichte allerdings nicht als durchlaufende,
konstruierende und damit der Bibel selbst fremde Geschichtsdarstellung versteht,
sondern als «einen Modus des Erzählens, eine literarische Inszenierung,
die sich unterschiedlicher historischer Kontexte (Szenarien) bedient»
(313).
Gafus stellt in einem kurzen Nachwort auf seine ersten Jahre in der Pastoral
zurückblickend fest, dass die feiernde Gemeinde durchaus in der Lage
sei, auch eine längere Lesung aus der Bibel mit Aufmerksamkeit zu hören,
dass es nicht am Interesse am Alten Testament mangle und dass Bischof Karl
Lehmann aus Mainz als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz 1999
gefordert habe, dass die Kirche die ganze und volle Wahrheit des Alten Testamentes
vernehmen müsse. Gleichzeitig bekennt Gafus, dass er sich selber beim
Predigen meistens auf die Auslegung des Evangeliums beschränke und
nur in Ausnahmefällen die eigenen Perikopierungsvorschläge beherzige
(185f.). Über die Hintergründe dieser widersprüchlichen Haltung
lässt er uns im Unklaren.
Einig sind sich Gafus und Franz in der Einschätzung, dass eine grundlegende
Reform der römisch-katholischen Leseordnung trotz aller Reformbedürftigkeit
in naher Zukunft nicht zu erwarten ist ein deutlicher Hinweis darauf,
dass sich und ihren Gemeinden verantwortungsbewusste Seelsorger/Seelsorgerinnen
selber helfen müssen.
Vom Papst über die Bibelkommission, die tonangebenden Bibel- und Liturgiewissenschaftler bis hin zu Gafus und Franz und sicher der überwältigenden Mehrheit der kirchlichen Basis gehen alle mit dem ehemaligen Tübinger Alttestamentler Herbert Haag einig, dass das Alte Testament innerhalb der Liturgie in seinem «Eigenwert» endlich ernst genommen werden muss. Die Methode, wie dieses Ziel erreicht werden soll, ist und bleibt aber strittig. Die einen vorwiegend Exegeten sehen die Lösung in Bahnlesungen alt- und neutestamentlicher Texte und laufen damit tendenziell Gefahr, das Gottesvolk zu überfordern; die anderen vorwiegend Liturgiker bevorzugen konsonante Konzepte des Lesejahres und laufen damit tendenziell Gefahr, die Texte zu verzwecken. Abgesehen von diesem grundlegenden Dissens gilt es im Hinblick auf einen sinnvollen künftigen Kompromiss, so denn noch einer angestrebt werden kann und soll, Systemblindheiten zu überwinden, von denen Bibliker und Liturgiker gleichermassen befallen sind. Dazu rechne ich insbesondere die Ignoranz gegenüber feministischen Leseordnungsentwürfen, die klerikale Engführung der ganzen Fragestellung im Rahmen der Eucharistie, die mangelnde Sensibilität für die biblischen Texte als Literatur und die entsprechenden Rezeptionsprozesse und die fast völlige Abwesenheit der Frage, was die Texte in der Liturgie mit den Zeichen der Zeit zu tun haben. Zu diesen Punkten seien hier abschliessend ein paar Überlegungen formuliert.
Es ist, gelinde ausgedrückt, irritierend, dass sich sowohl der Alttestamentler
Gafus als auch der Liturgiker Franz ausschliesslich mit Leseordnungsreformvorschlägen
aus der Feder von Männern auseinander setzen und dies obwohl allein
im deutschsprachigen Raum mindestens zwei Reformvorschläge aus bischöflichen
Frauenkommissionen vorliegen,<14> die
sich in vielen Punkten mit den vom Direktor des deutschen katholischen Bibelwerkes,
Franz-Josef Ortkemper, vorgelegten Liste vernachlässigter alttestamentlicher
Texte in der Leseordnung decken.<15> Diese
Revisionsvorschläge sind umso bedeutungsvoller, als die Katholische
Bibelföderation schon vor Jahren gefordert hat, dass die unbekannten
biblischen Texte, die von Frauen handeln, «dem Gottesvolk zurückgegeben
werden, weil die Frauengestalten der Bibel den Weg zum Reich Gottes aufzeigen
und Licht auf die Rolle der Frauen von heute werfen»<16>.
Die bedenkenswerten Überlegungen von Andrea Tafferner zur Leseordnung
aus der Perspektive von Frauen<17> erscheinen
bei Franz (im Gegensatz zu anderen Beiträgen dieses wichtigen Heftes
von Bibel und Liturgie!) nicht einmal im Literaturverzeichnis. Dieses Stillschweigen
von Frauen-Know-how ist beileibe kein Einzelfall, sondern hat an vielen
Theologischen Fakultäten leider System.
Bereits ein flüchtiger Blick auf die Leseordnung genügt, um die
patriarchale Schlagseite der Leseordnung zu erfassen. Im OLM fehlen die
Bücher Ruth, Ester, Judith und Klagelieder (die Klage war ein typisches
«Frauengeschäft») ganz. Darüber hinaus bekommt das
sonntägliche Kirchenvolk viele wichtige Frauengeschichten wie jene
von Rebekka, Rahel, Lea, Tamar, Schifra und Pua, Mirjam, Rahab, Hanna, der
Frau von Abel Bet-Maacha, der Frau von Tekoa oder der Töchter Zelofhats,
um nur einige zu nennen, nie zu Gehör. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang
auch die eklektisch beschnittene Form des Gedichtes von der starken Frau
am 33. Sonntag im Jahreskreis des Lesejahres A.<18>
Angesichts des hohen Frauenanteils des aktiven Kirchenvolkes spitzt sich
die Frage der Repräsentation von Frauengeschichte, Frauenleben und
Frauenfragen in den kirchlichen Lesungen noch zu. Da angesichts der Systemblindheit
in diesem Punkt nicht einmal eine allfällige Revision der Leseordnung
Aussichten auf eine Verbesserung der Situation verspricht, scheint es Aufgabe
der einzelnen Seelsorger und Seelsorgerinnen zu sein, durch eigene Auswahl
von Lesungstexten für eine frauengerechte Verkündigung besorgt
zu sein. Eine gute Hilfe dafür sind die geschlechtergerecht überarbeiteten
und ergänzten Lesungen des lutherischen Gottesdienstes.<19>
Gafus und Franz gehen in ihren zukunftsorientierten Überlegungen
ganz selbstverständlich von sonntäglichen Eucharistiefeiern aus.
Bereits heute sind diese aber längst nicht mehr in jeder Pfarrei garantiert.
Der zunehmende Priestermangel wird vermehrt dazu führen, dass Wortgottesdienste
mit Kommunionfeiern an die Stelle von Eucharistiefeiern treten werden. Dadurch
wird der katechumenale Charakter des Gottesdienstes betont. Für eine
Verkündigung, die dem Ersten Testament gerechter werden soll, ist das
eine grosse Chance. Da die Lesung des Evangeliums dem Priester vorbehalten
ist und die Zweite Lesung als Interpretationshilfe des Evangeliums dient,
kann sich die Verkündigung in Wortgottesdiensten ganz auf das Erste
Testament konzentrieren. Die Lesung grösserer Sinneinheiten, vielleicht
sogar Bahnlesungen, die liturgisch verantwortbar sind, rücken damit
in den Bereich des Sinnvollen und Möglichen für die versammelte
Gemeinde.
Dieses Vorgehen legt sich auch daher nahe, weil selbst die Grundkenntnisse
in Biblischer Geschichte an den Schulen nur noch ungenügend vermittelt
werden und daher der biblisch-religiöse Analphabetismus im Vormarsch
ist. Dieser bedenklichen Entwicklung könnte die liturgische Ausdifferenzierung
der Gottesdienste entgegenwirken.
Soll der Eigenwert der biblischen Schriften tatsächlich vermehrt zum Tragen kommen, ist es mit einer exegetisch verantwortbaren Auswahl und einer liturgisch angemessenen Einbettung der Texte noch nicht getan. Jenseits historisch-kritischer Deutung und heilsgeschichtlicher Bedeutung müsste dem Eigenleben der Texte, aber auch den Rezeptionsansprüchen der Gläubigen im Gottesdienst mehr Raum gegeben werden, damit die viel beschworene Wechselbeziehung zwischen Text und Hörerin/Hörer stattfinden kann. Das beginnt ganz konkret mit einem kompetenten, erotischen Lektorat ein Genuss, der hierzulande leider seltener ist als Morcheln und Steinpilze. Sind die Sinne der Menschen in der Kirchenbank erst einmal durch eine einfühlsame und mitdenkende, klare Stimme geweckt worden, erübrigt sich bereits die halbe Predigt. Selbige kann sich dann auf Hinweise beschränken, die den Hörenden das verborgene Potential des Textes erschliessen, ohne ihn vereinnahmend auszudeuten. Das setzt voraus, dass wir den Texten und den Gläubigen etwas zutrauen. Leider aber gleichen viele Predigten einer Theateraufführung, in der der Regisseur ständig auf der Bühne herumrennt, um dem Publikum zu erklären, wie das Stück eigentlich gemeint ist. Die Bibeltexte als Literatur ernst nehmen setzt umgekehrt bei den Kirchgängerinnen/Kirchgängern eine grundsätzliche Offenheit und Neugier voraus, wie beim Besuch jeder öffentlichen Lesung. So präsentierte und rezipierte Bibeltexte werden niemanden kalt lassen und neue, kreative Prozesse auslösen, denn genau das tun sie bei Literaten mehr als viele andere Texte der Weltliteratur bis heute.
Exegeten stehen vielfach im Bann biblischer Überlieferung, Liturgen bewegen sich eingezwängt im Korsett gottesdienstlicher Tradition. Beide vergessen zu oft, dass Schrift und Feier vor allem den Sinn haben, das Gotteslob zu fördern und den Geist zu wecken, damit die Zeichen der Zeit erkannt werden. Christen und Christinnen aller Völker und Nationen haben im Verlauf der Jahrhunderte einen ausgesprochen reichen Schatz an Dritten Testamenten hervorgebracht, das heisst an bundeserneuernden Zeugnissen in Gestalt von Tänzen, Bildern, Liedern, Gebeten, die dieses Ziel unterstützen.<20> Ich bin erstaunt zu sehen, wie wenig diesen wichtigen gottesdienstlichen Elementen in den Überlegungen von Gafus und Franz über eine Reformierung der Leseordnung Rechnung getragen wird. Mit ihnen reagiert das Volk Gottes auf die Herausforderungen der Welt ihrer Zeit. Es reicht nicht, dem kanonischen Ort der Bibeltexte Rechnung zu tragen und nach der Konsonanz zwischen Lesungen und Evangelium zu fragen. Genauso wichtig ist die dynamische Vergegenwärtigung der Welt<21> im Gottesdienst durch die Dritten Testamente. Das ist eine Aufgabe, die weder der Bibliker noch der Liturge an andere Instanzen delegieren darf, damit es zu einer echten Vermittlung kommt. Erst wenn dergestalt Bibel, Kirche und Welt kurzgeschlossen sind, sprühen in diesem Kraftdreieck die Funken des Heiligen Geistes.
Der promovierte Alttestamentler Thomas Staubli ist Projektleiter des «Bibel+Orient Museums» der Universität Freiburg; seine Einführungen in die Sonntagsperikopen aller Lesejahre, die er für die SKZ verfasst hatte, liegen in überarbeiteter Fassung nun auch als Bücher vor (alle in der Edition Exodus, Luzern): Weisheit wurzelt im Volk (Lesejahr A), Erinnerung stiftet Leben (Lesejahr B), Gott, unsere Gerechtigkeit (Lesejahr C).
1 Ansgar Franz, Wortgottesdienst der Messe und Altes Testament. Katholische und ökumenische Lektionarreform nach dem II. Vatikanum im Spiegel von Ordo Lectionum Missae, Revised Common Lectionary und Four Year Lectionary: Positionen, Probleme, Perspektiven, Francke Verlag, Tübingen/Basel 2002. Franz reichte seine Habilitationsschrift im Wintersemester 1997/98 ein. Sie wurde von Hansjakob Becker (Liturgiewissenschaftler) und Rudolf Mosis (Alttestamentler) begutachtet.
2 Pierre Jounel, Pour une réforme de lecture du Missel, in: La Maison-Dieu 66 (1961) 6369.
3 José Feder/Michel Danchin, Choix des lectures pour la liturgie dominicale, in: Ephemerides Liurgicae 79 (1965) 249316.
4 Daktyloskript am Deutschen Liturgischen Institut in Trier.
5 Georg Gafus, Das Alte Testament in der Perikopenordnung. Bibeltheologische Perspektiven zur Auswahl der Lesungen an den Sonn- und Feiertagen, (Europäische Hochschulschriften Reihe XXIII Bd. 687), Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main et al. 2000. Gafus schrieb seine Arbeit für die Promotion im Fach Altes Testament, betreut vom Münchner Alttestamentler Manfred Görg. Obwohl Gafus' Buch bereits 2000 erschien, findet sie in der zwei Jahre später erschienenen, für die Druckfassung überarbeiteten Arbeit von Franz nur beiläufige Erwähnung, aber keine Beachtung (vgl. 72f., Anm. 4). Das ist umso bedauerlicher, als der mangelnde Austausch zwischen Liturgiewissenschaft und Exegese zu den Hauptursachen der Schwächen des OLM gehört.
6 E. Nübold, Entstehung und Bewertung der neuen Perikopenordnung des römischen Ritus für die Messfeier an Sonn- und Festtagen, Paderborn 1986, 189.
7 Georg Gafus, Auswahl mit Schlagseite. Anmerkungen eines Alttestamentlers zur Leseordnung, in: Bibel und Liturgie 68 (1995) 136148.
8 Consultation on Common Texts (ed.), Common Lectionary, Norwich 1983.
9 Consultation on Common Texts (ed.), Revised Common Lectionary, Norwich 1992.
10 Joint Liturgical group, Four Year Lectionary, Norwich 1990.
11 Heinz Schürmann, Das apostolische Kerygma als Intepretationshilfe für das vierfache Evangelium. Konsonante Episteln für die Sonntage im Jahreskreis, in: J. Ernst/S. Leimgruber (Hrsg.), Surrexit dominus vere. Die Gegenwart des Auferstandenen in seiner Kirche (FS Erzbischof J. J. Degenhardt), Paderborn 1995, 173187; ders., Konsonante Episteln für die Sonntage im Jahreskreis. Eine Vergleichstabelle mit Reformvorschlägen zum Ordo Lectionum Missae, in: K. Backhaus/ F. G. Untergassmair (Hrsg.), Schrift und Tradition (FS J. Ernst), Paderborn et al. 1996, 395441.
12 Georg Braulik, Die Tora als Bahnlesung. Zur Hermeneutik einer zukünftigen Auswahl der Sonntagsperikopen, in: R. Messner/E. Nagel/R. Pacik (Hrsg.), Bewahren und Erneuern. Studien zur Messliturgie (FS Hans Vernhard Meyer), Innsbruck/Wien 1995, 5076.
13 Hansjakob Becker, Wortgottesdienst als Dialog der beiden Testamente. Der Stellenwert des Alten Testamentes bei der Weiterführung der Reform des Ordo Lectionum Missae, in: A. Franz (Hrsg.), Streit am Tisch des Wortes? Zur Deutung und Bedeutung des Alten Testaments und seiner Verwendung in der Liturgie, (Pietas Liturgica 8), St. Ottilien 1997, 659694.
14 Arbeitsgemeinschaft Frauenseelsorge der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, Stellungnahme zur Reform des Messlektionars mit konkreten Vorschlägen für Alternativlesungen für das Messlektionar der Sonn- und Feiertage (28.1.1997); AG «Liturgiereform aus Frauensicht» der Diözesanen Frauenkommission Linz, Alternativleseplan (www.dioezese-linz.at/pastoralamt/frauenkommission/frkoliturgie.asp). Vgl. auch meine eigenen Ergänzungsvorschläge; bes. Thomas Staubli, Erinnerung stiftet Leben, Luzern 2002, 93122.
15 Franz-Josef Ortkemper, Liste vernachlässigter AT-Texte der röm.-kath. Leseordnung an Sonn- und Festtagen, in: G. Steins (Hrsg.), Leseordnung. Altes und Neues Testament in der Liturgie, (Gottes Volk; Sonderheft), Stuttgart 1997, 165172.
16 Kath. Bibelföderation, Die Bibel und die Neue Evangelisierung. Schlussdokument der 4. Vollversammlung. Bogotá, Kolumbien 27. Juni bis 6. Juli 1990, unter 8.3.5.6 (= Bibel und Kirche 46 [1991] 35). Vgl. auch die kritisch-positive Würdigung der feministischen Bibellektüre durch die päpstliche Bibelkommission: «Die Interpretation der Bibel in der Kirche 23. April 1993» (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 115), Bonn 1993, 5860.103.
17 Andrea Tafferner, Die Leseordnung aus der Perspektive von Frauen, in: Bibel und Liturgie 68 (1995) 148154.
18 Vgl. dazu Thomas Staubli, Weisheit wurzelt im Volk, Luzern 2001, 218220.
19 Erhard Domay/Hanne Kähler, Der Gottesdienst. Liturgische Texte in gerechter Sprache. Band 4: Die Lesungen, Gütersloh 2001.
20 Vgl. Thomas Staubli, Drittes Testament: ders., Erinnerung stiftet Leben, Luzern 2002, 1534.
21 Vgl. dazu Thomas Staubli, Gott, unsere Gerechtigkeit, Luzern 2000, 1528.