21/2003 | |
INHALT | |
Mediensonntag |
Liebe Brüder und Schwestern!
1. Wie ein Lichtstrahl kam in den finsteren Tagen des Kalten Krieges
die Enzyklika «Pacem in terris» des Seligen Papstes Johannes
XXIII. zu den Männern und Frauen guten Willens. Mit der Aussage, dass
der wahre Friede «die gewissenhafte Beachtung der von Gott gesetzten
Ordnung» erfordere (Pacem in terris, Nr. 1), wies der Heilige Vater
auf Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit als Säulen einer friedlichen
Gesellschaft hin (ebd., Nr. 37).
Die aufkommende Macht der modernen Sozialen Kommunikationsmittel gab zu
einem bedeutenden Teil den Hintergrund zu der Enzyklika ab. Papst Johannes
XXIII. dachte besonders an die Medien, als er «vornehme Sachlichkeit»
forderte beim Einsatz der von Wissenschaft und Technik vorangetriebenen
«Publikationsmittel zur Förderung und Verbreitung des gegenseitigen
Einvernehmens zwischen den Völkern»; er verwarf «Formen
der Nachrichtengebung, durch die unter Missachtung der Gebote der Wahrheit
und Gerechtigkeit der Ruf eines anderen Volkes verletzt wird» (ebd.,
Nr. 90).
2. Heute, da wir der Veröffentlichung von «Pacem in terris»
vor vierzig Jahren gedenken, ist zwar die Spaltung der Völker in feindliche
Blöcke grösstenteils eine schmerzliche Erinnerung, doch noch immer
mangelt es in vielen Teilen der Welt an Friede, Gerechtigkeit und sozialer
Stabilität. Terrorismus, Konflikte im Mittleren Osten und in anderen
Regionen, Drohungen und Gegendrohungen, Ungerechtigkeit, Ausbeutung und
Angriffe auf die Würde und Heiligkeit menschlichen Lebens sowohl vor
wie nach der Geburt sind erschreckende Realitäten unserer Zeit.
Inzwischen hat die Macht der Medien zur Gestaltung menschlicher Beziehungen
und zur Beeinflussung des politischen und gesellschaftlichen Lebens, sowohl
im positiven wie im negativen Sinn, eine enorme Steigerung erfahren. Daher
rührt die Aktualität des von mir für den 37. Welttag der
Sozialen Kommunikationsmittel gewählten Themas: «Die Kommunikationsmittel
im Dienst am wahren Frieden im Licht von ÐPacem in terrisð».
Die Welt und die Medien haben aus der Botschaft des Seligen Papstes Johannes
XXIII. noch viel zu lernen.
3. Medien und Wahrheit. Die moralische Hauptforderung an jede Kommunikation
ist Achtung vor der Wahrheit und Dienst an der Wahrheit. Unentbehrlich für
die menschliche Kommunikation ist die Freiheit, zu untersuchen und auszusprechen,
was wahr ist, und zwar nicht nur in Bezug auf Tatbestände und die Information
darüber, sondern auch und ganz besonders bezüglich der Natur und
Bestimmung der menschlichen Person, bezüglich der Gesellschaft und
des Gemeinwohls und bezüglich unserer Beziehung zu Gott. Die Massenmedien
haben in dieser Hinsicht eine unerlässliche Verantwortung, da sie die
moderne Bühne sind, auf der Ideen ausgetauscht werden und Menschen
in gegenseitigem Verständnis und Solidarität wachsen können.
Darum verteidigte Papst Johannes XXIII. das Recht des Menschen, «frei
nach der Wahrheit zu suchen und unter Wahrung der moralischen Ordnung und
des Allgemeinwohls seine Meinung zu äussern und zu verbreiten»,
als notwendige Voraussetzung für den sozialen Frieden (Pacem in terris,
Nr. 12).
In der Tat leisten die Medien oft einen mutigen Dienst an der Wahrheit;
manchmal aber fungieren sie als Agenten von Propaganda und Desinformation
im Dienst engstirniger Interessen, nationaler, ethnischer, rassischer und
religiöser Vorurteile, materieller Habgier und verschiedenster falscher
Ideologien. Es ist dringend notwendig, dass sich dem auf die Medien ausgeübten
Druck, solcherart auf Abwege zu geraten, zuallererst die in den Medien tätigen
Männer und Frauen selbst, dann aber auch die Kirche und andere betroffene
Gruppen widersetzen.
4. Medien und Gerechtigkeit. Der Selige Papst Johannes XXIII. sprach
in «Pacem in terris» viel sagend von dem «umfassenden
Gemeinwohl, das die gesamte Menschheitsfamilie angeht» (Nr. 132) und
an dem teilzuhaben das Recht jedes einzelnen Menschen und aller Völker
ist.
Die globale Verbreitung der Medien bringt in dieser Hinsicht besondere Verantwortlichkeiten
mit sich. Obwohl es zutrifft, dass die Medien oft besonderen privaten und
öffentlichen Interessengruppen zugehören, verlangt die Eigenart
ihres Einflusses auf das Leben, dass sie sich nicht dazu hergeben dürfen,
eine Gruppe gegen eine andere aufzubringen zum Beispiel im Namen von
Klassenkonflikten, übertriebenem Nationalismus, rassischer Überheblichkeit,
ethnischer Säuberung und dergleichen. Das Aufhetzen der einen gegen
die anderen im Namen der Religion ist ein besonders schwerwiegendes Vergehen
gegen die Wahrheit und Gerechtigkeit, ebenso wie die diskriminierende Behandlung
von religiösen Überzeugungen, gehören diese doch zum tiefsten
Grund der Würde und Freiheit des Menschen.
Die Medien haben die strikte Pflicht, durch sorgfältige Berichterstattung
über Ereignisse, durch korrekte Erläuterung von Themen und durch
faire Darstellung unterschiedlicher Standpunkte Gerechtigkeit und Solidarität
in den menschlichen Beziehungen auf allen Ebenen der Gesellschaft zu fördern.
Damit ist nicht gemeint, Missstände und Uneinigkeiten absichtlich irreführend
zu kommentieren, sondern ihnen so auf den Grund zu gehen, dass sie verstanden
und behoben werden können.
5. Medien und Freiheit. Freiheit ist sowohl eine Voraussetzung für
den wahren Frieden wie eine seiner kostbarsten Früchte. Die Medien
dienen der Freiheit, wenn sie der Wahrheit dienen: Sie blockieren die Freiheit
in dem Grad, in dem sie durch die Verbreitung von Unwahrheiten oder durch
die Erzeugung eines Klimas fragwürdiger emotionaler Reaktionen auf
die Ereignisse von dem abweichen, was wahr ist. Nur dann, wenn die Menschen
freien Zugang zu einer wahrheitsgetreuen und ausreichenden Information haben,
können sie für das Gemeinwohl eintreten und die Verantwortung
der öffentlichen Stellen anmahnen.
Wenn die Medien der Freiheit dienen sollen, müssen sie selbst frei
sein und jene Freiheit richtig gebrauchen. Ihre privilegierte Stellung verpflichtet
die Medien, sich über rein kommerzielle Anliegen zu erheben und den
wahren Bedürfnissen und Interessen der Gesellschaft zu dienen. Auch
wenn eine gewisse öffentliche Regelung für die Medien im Interesse
des Gemeinwohls angebracht ist, so gilt das nicht für eine Kontrolle
durch Regierungsstellen. Reporter und insbesondere Kommentatoren haben die
schwerwiegende Pflicht, den Forderungen ihres moralischen Gewissens zu folgen
und dem Druck zu widerstehen, durch «Anpassung» der Wahrheit
die Forderungen der Macht des Geldes oder der Politik zu befriedigen.
Es müssen praktisch nicht nur Wege gefunden werden, um den schwächeren
Kreisen der Gesellschaft Zugang zu der Information zu verschaffen, die sie
für ihre individuelle und soziale Entwicklung benötigen, sondern
auch um sicherzustellen, dass ihnen nicht eine wirksame und verantwortungsvolle
Rolle bei der Entscheidung über Medieninhalte und bei der Festlegung
der Strukturen und Politik der Sozialen Kommunikationsmittel vorenthalten
wird.
6. Medien und Liebe. «Denn im Zorn tut der Mensch nicht das, was
vor Gott recht ist» (Jak 1,20). Auf dem Höhepunkt des Kalten
Krieges formulierte der Selige Papst Johannes XXIII. folgenden einfachen,
aber tiefgründigen Gedanken darüber, was der Weg zum Frieden erforderte:
«Die Erhaltung des Friedens setzt voraus, dass an die Stelle des obersten
Gesetzes, auf das sich der Friede heute stützt, ein ganz anderes Gesetz
trete, wonach der wahre Friede unter den Völkern nicht durch die Gleichheit
der militärischen Rüstung, sondern durch gegenseitiges Vertrauen
fest und sicher bestehen kann» (Pacem in terris, Nr. 113). Die Medien
sind Schlüsselakteure in der heutigen Welt, und beim Aufbau dieses
Vertrauens haben sie eine enorme Rolle zu spielen. Ihre Macht besteht darin,
dass sie innerhalb weniger Tage die positive oder negative öffentliche
Reaktion auf Ereignisse, wie sie ihren Zwecken entspricht, erzeugen können.
Vernünftige Leute werden sich klarmachen, dass eine so enorme Machtfülle
die höchsten Massstäbe der Verpflichtung zu Wahrheit und Redlichkeit
verlangt. In diesem Sinne sind die in den Medien tätigen Männer
und Frauen in besonderer Weise verpflichtet, in allen Teilen der Welt dadurch
zum Frieden beizutragen, dass sie die Schranken des Misstrauens niederreissen,
das Eingehen auf den Standpunkt anderer fördern und sich immer darum
bemühen, Völker und Nationen in gegenseitigem Verstehen und gegenseitiger
Achtung zusammenzubringen und über Verstehen und Achtung hinaus
zu Versöhnung und Erbarmen zu führen! «Wo Hass und
Rachsucht vorherrschen, wo Krieg das Leid und den Tod unschuldiger Menschen
verursacht, überall dort ist die Gnade des Erbarmens notwendig, um
den Geist und das Herz der Menschen zu versöhnen und Frieden herbeizuführen»
(Predigt im Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit in Krakau-Lagiewniki,
17. August 2002, Nr. 5).
So herausfordernd das alles klingen mag, verlangt es doch keineswegs zu
viel von den für die Medien Tätigen. Denn sowohl aufgrund ihrer
Berufung wie ihres Berufes sind sie dazu angehalten, als Verfechter der
Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Freiheit und der Liebe aufzutreten, indem
sie durch ihre wichtige Arbeit zu einem sozialen Ordnungsgefüge beitragen,
«das in der Wahrheit gegründet, nach den Richtlinien der Gerechtigkeit
erbaut, von lebendiger Liebe erfüllt ist und sich schliesslich in der
Freiheit verwirklicht» (Pacem in terris, Nr. 167). Deshalb bete ich
am diesjährigen Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel dafür,
dass die im Medienbereich tätigen Männer und Frauen der Herausforderung
ihres Berufes immer vollkommener gerecht werden mögen: dem Dienst am
universalen Gemeinwohl. Ihre persönliche Erfüllung und der Friede
und das Glück der Welt hängen weitgehend davon ab. Gott segne
sie mit Erleuchtung und Mut!
| Kantone | 2001 | 2002 | 2001/2002 |
| Fr. | Fr. | (+/%) | |
| Aargau | 24 223 | 27 450 | 13,3 |
| Appenzell Ausserrhoden | 1 729 | 1 848 | 6,9 |
| Appenzell Innerrhoden | 2 370 | 2 139 | 9,7 |
| Basel-Land | 8 158 | 10 398 | 27,5 |
| Basel-Stadt | 5 788 | 5 638 | 2,6 |
| Bern | 10 350 | 13 237 | 27,9 |
| Freiburg* | 62 313 | 60 218 | 3,4 |
| Glarus | 1 267 | 928 | 26,7 |
| Genf* | |||
| Graubünden | 13 501 | 11 504 | 14,8 |
| Jura | 6 919 | 7 507 | 8,5 |
| Luzern | 33 041 | 37 896 | 14,7 |
| Neuenburg* | |||
| Nidwalden | 4 014 | 4 462 | 11,2 |
| Obwalden | 2 733 | 2 850 | 4,3 |
| Schaffhausen | 2 325 | 2 742 | 17,9 |
| Schwyz | 15 087 | 15 633 | 3,6 |
| Solothurn | 18 239 | 15 851 | 13,1 |
| St. Gallen | 39 120 | 43 658 | 11,6 |
| Tessin | 31 450 | 32 050 | 1,9 |
| Thurgau | 11 446 | 11 718 | 2,4 |
| Uri | 6 443 | 5 303 | 17,7 |
| Waadt* | |||
| Wallis | 45 025 | 58 102 | 29,0 |
| Zug | 8 513 | 10 100 | 18,6 |
| Zürich | 34 694 | 37 139 | 7,0 |
| Total Kantone | 388 749 | 418 371 | 7,6 |
| Direkte Spenden | 18 225 | 10 299 | 43,5 |
| Total Schweiz | 406 974 | 428 670 | 5,3 |
| *ab 2001 FR, GE, NE, VD zusammen | |||
| Ergebnis Medienkollekte | 428 669.75 | |
| Zinserträge/Zusätzliche Erträge | 14 835.45 | |
| Total Einnahmen | 443 505.20 | |
| Verteilung: | ||
| Centre catholique de radio et télévision (CCRT), Lausanne | 32 000.- | |
| Centre International de Reportages et d'Information | ||
| Culturelle (CIRIC), Lausanne | 20 000.- | |
| Centro Cattolico per la Radio e la Televisione, Lugano | ||
| (reservierte Teilbeträge für Medienarbeit von den | ||
| Jahren 2000 und 2001) | 25 000.- | |
| Cinédia/Ciné-Feuilles, Freiburg | 15 000.- | |
| Deutschsprachige Medienarbeit am Vatikan (DMV), Vatikan | 2 000.- | |
| Diözese Sitten (Medienarbeit) | 14 210.- | |
| Katholische Internationale Presseagentur (KIPA), Freiburg | 152 000.- | |
| Katholischer Mediendienst (KM), Zürich | 64 000.- | |
| Sekretariat der Schweizer Bischofskonferenz, | ||
| Informationsstelle, Freiburg | 3 000.- | |
| SIGNIS (UNDA-OCIC) | 5 250.- | |
| Total bewilligte Gesuchsbeiträge | 307 460.- | |
| Katholischer Medienpreis 2002 | 4 000.- | |
| Nachträgliche Auszahlung pro 2001 | ||
| (Dr. Paul Franz Bütler, Immensee) | 2 000.- | |
| Nationale Koordination | ||
| Medienkommission, Schweiz. Kath. Pressesekretariat | 72 957.35 | |
| Vorbereitung Medienkollekte, Medienpreis, Sachaufwand | 8 763.10 | |
| Total Ausgaben | 395 180.45 | |
| Mehrertrag | 48 324.75 | |
| Eigenkapital am 1.1.2002 | 34 732.46 | |
| Mehrertrag 2002 | 48 324.75 | |
| Eigenkapital am 31.12.2002 | 83 057.21 |