20/2003 | |
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Kirchengeschichte |
Am 3. Mai 2003 hielt die Vereinigung für schweizerische Kirchengeschichte
unter ihrem Präsidenten Mariano Delgado in der Universität Freiburg
ihre Jahrestagung ab. Es herrschte Aufbruchstimmung, galt es doch Eintreten
auf die Statutenrevision zu beschliessen und erneut eine allfällige
Namensänderung der Vereinszeitschrift zu beraten. Drei Neumitglieder
konnten aufgenommen werden. Frau Irene Dias erklärte sich bereit, provisorisch
als Aktuarin die Arbeit des verstorbenen Werner Vogler zu übernehmen.
Der Vorstand schlug aus achtenswerten Gründen eine Namensänderung
der bald hundertjährigen «Zeitschrift für Schweizerische
Kirchengeschichte» vor, die trotz geäusserten Bedenken grundsätzliche
Zustimmung fand. Einen endgültigen Vorschlag wird der Vorstand an der
nächsten Generalversammlung vom 24. April 2004 unterbreiten. Die diesjährige
Zeitschrift wird als Variaband Aufsätze in deutscher und französischer
Sprache sowie einen Rezensionsteil enthalten und wie gewohnt im Herbst erscheinen.
Der letzte Band ist ein Themenband mit dem Dossier «Schweizer Katholizismus
im 20. Jahrhundert kulturgeschichtliche Perspektiven», das einige
Studien enthält, die am zweiten Freiburger Katholizismus-Kolloquium
vorgelegt wurden. Mit diesem Kolloquium wurde, wie der Redaktor Prof. Urs
Altermatt einleitend in Erinnerung ruft, versucht, Forschungsergebnisse
zusammenzufassen und neue Themenfelder abzustecken. «Wie die Debatten
in den sechs thematischen Workshops zeigten, kann die Katholizismusforschung
stärker denn je als kulturgeschichtlich im weitesten Sinn bezeichnet
werden.» Abgerundet wird das Dossier denn auch mit einem Forschungsrückblick
von Franziska Metzger über die zeitgeschichtliche Katholizismusforschung
an der Universität Freiburg der letzten dreissig Jahre, kommt sie doch
zum Schluss, dass in der Freiburger Katholizismusforschung von einer «kulturgeschichtlichen
Wende» gesprochen werden kann. Damit in Zusammenhang steht denn auch
die noch nicht abgeschlossene Debatte um die Namensänderung der Zeitschrift.
Am Nachmittag referierten hoffnungsvolle Nachwuchskräfte über
aktuelle Forschungsprobleme. Franziska Metzger sprach über die Reformation
im Rahmen von Nation und Konfession im konkurrenzierenden Geschichtsdiskurs
des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, während
Valerie Egger die Rolle des Chorherren und spätern Bischofs François
Charrière in den Anfängen des Justinus-Werkes behandelte.