41/2003 | |
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Liebe Brüder und Schwestern!
1. Von Anfang an wollte ich mein Pontifikat unter das Zeichen des besonderen
Schutzes Mariens stellen. Mehrmals habe ich dann die ganze Gemeinschaft
der Gläubigen eingeladen, die im Abendmahlssaal gelebte Erfahrung zu
erneuern, wo die Jünger einmütig im Gebet verharrten mit Maria,
der Mutter Jesu (Apg 1,14). Bereits in der ersten Enzyklika Redemptor hominis
schrieb ich, dass es nur in einer Atmosphäre des eifrigen Gebets möglich
ist, den Heiligen Geist aus der Höhe zu empfangen und so Zeugen Christi
zu werden bis an die Enden der Erde wie jene, die am Pfingsttag aus dem
Abendmahlssaal in Jerusalem in die Welt hinausgegangen sind (Nr. 22).
Die Kirche entwickelt immer mehr das Bewusstsein, dass sie selbst wie Maria
Mutter ist. Wie ich in der Verkündigungsbulle des Grossen Jubiläums
des Jahres 2000 «Incarnationis mysterium» geschrieben habe,
ist die Kirche die Wiege, in die Maria Jesus legt und ihn allen Völkern
zur Anbetung und Betrachtung anvertraut (Nr. 11). Sie will auf diesem geistlichen
und missionarischen Weg weitergehen, immer begleitet von der allerseligsten
Jungfrau, dem Stern der Neuevangelisierung, der leuchtenden Morgenröte
und dem sicheren Leitstern auf unserem Weg (vgl. Novo millennio ineunte,
58).
Im vergangenen Oktober, als ich in das 25. Jahr meines Petrusamtes eintrat,
habe ich gleichsam als ideelle Verlängerung des Jubiläumsjahres
ein besonderes Jahr ausgerufen, das der Wiederbelebung des in der christlichen
Tradition so beliebten Rosenkranzgebetes gewidmet ist; ein Jahr, das unter
den Augen jener Frau zu leben ist, die nach dem geheimnisvollen göttlichen
Plan durch ihr «Ja» die Rettung der Menschheit ermöglicht
hat und alle schützt, die sich besonders in den schwierigen Augenblicken
des Lebens an sie wenden.
Es ist mein Wunsch, dass das Jahr des Rosenkranzes für die Gläubigen
aller Erdteile eine gute Gelegenheit sein möge, um den Sinn für
die christliche Berufung zu vertiefen. In der Schule der Jungfrau Maria
und ihrem Beispiel folgend, wird jede Gemeinschaft die eigene kontemplative
und missionarische Dimension besser entfalten können.
Der Weltmissionssonntag fällt genau mit dem Ende dieses besonderen
Marianischen Jahres zusammen. Wenn er gut vorbereitet wird, kann er diesem
Bemühen der kirchlichen Gemeinschaft einen grossherzigeren Impuls geben.
Die vertrauensvolle Hinwendung zu Maria durch das tägliche Beten des
Rosenkranzes und die Betrachtung der Geheimnisse des Lebens Christi werden
deutlich machen, dass die Sendung der Kirche vor allem vom Gebet gestützt
werden muss.
Die beim Rosenkranzgebet empfohlene Haltung des Hörens bringt die Gläubigen
Maria näher, die in ihrem Herzen alles bewahrte und darüber nachdachte
(vgl. Lk 2,19). Das häufige Nachdenken über das Wort Gottes wird
dann eine Einübung, die uns durch das Herz seiner Mutter in lebendige
Verbindung mit Jesus bringen soll (Rosarium Virginis Mariae, 2).
Cum Maria contemplemur Christi vultum! Mir kommen oft diese Worte in
den Sinn: Mit Maria das Antlitz Christi betrachten. Wenn wir vom Antlitz
Christi sprechen, beziehen wir uns auf sein menschliches Aussehen, in dem
die ewige Herrlichkeit des einzigen Sohnes des Vaters erstrahlt (vgl. Joh
1,14): Auf dem Antlitz Christi erstrahlt göttliche Glorie (ebd., 1).
Das Betrachten des Antlitzes Christi führt zu einer tiefen und ergreifenden
Erkenntnis seines Geheimnisses. Jesus mit den Augen des Glaubens anzuschauen
bedeutet, in das Geheimnis des dreifaltigen Gottes einzudringen. Jesus hat
gesagt: «Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen» (Joh 14,9).
Durch den Rosenkranz gehen wir diesen mystischen Weg in Gemeinschaft und
in der Schule seiner allerseligsten Mutter (Rosarium Virginis Mariae, 3).
Ja, Maria selbst wird unsere Lehrerin und Führerin sein. Unter dem
Wirken des Heiligen Geistes hilft sie uns, jene unaufdringliche Kühnheit
zu erlangen, die dazu anleitet, die Erfahrungen mit Jesus und die Hoffnung,
die die Gläubigen erfüllt, anderen mitzuteilen (vgl. Redemptoris
missio, 24).
Schauen wir immer auf Maria, das unübertreffliche Vorbild! In ihrem
Herzen finden alle Worte des Evangeliums tiefsten Widerhall. Maria ist das
kontemplative Gedächtnis der Kirche, die in der Sehnsucht lebt, sich
mit ihrem Bräutigam tiefer zu vereinen, um in unserer Gesellschaft
mehr Einfluss zu nehmen. Wie soll man reagieren angesichts der schweren
Probleme, angesichts der Leiden unschuldiger Menschen, der Ungerechtigkeiten,
die mit Überheblichkeit und Rücksichtslosigkeit verübt werden?
In der fügsamen Schule Mariens, die unsere Mutter ist, lernen die Gläubigen,
im scheinbaren Schweigen Gottes jenes Wort zu erkennen, das zu unserem Heil
im Schweigen widerhallt.
Alle Gläubigen sind durch die Taufe zur Heiligkeit berufen. Das
II. Vatikanische Konzil unterstreicht in der dogmatischen Konstitution «Lumen
gentium», dass die universale Berufung zur Heiligkeit darin besteht,
dass alle zur Vollkommenheit der Liebe aufgerufen sind.
Heiligkeit und Sendung sind die untrennbaren Aspekte der Berufung jedes
Getauften. Die Verpflichtung, heiliger zu werden, ist eng verbunden mit
der Pflicht, die Heilsbotschaft zu verbreiten. In der Enzyklika «Redemptoris
missio» wies ich darauf hin, dass «jeder Gläubige zur Heiligkeit
und zur Mission berufen ist» (Nr. 90). Wenn er die Rosenkranzgeheimnisse
betrachtet, wird der Gläubige ermutigt, Christus nachzufolgen und dessen
Leben zu teilen, bis er mit dem Apostel Paulus sprechen kann: «Nicht
mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir» (Gal 2,20).
Alle Geheimnisse des Rosenkranzes sind eine bedeutsame Schule der Heiligkeit
und Evangelisierung. Die lichtreichen Geheimnisse stellen einzelne Aspekte
unserer evangeliumsgemässen Nachfolge heraus. Die Taufe Jesu im Jordan
erinnert daran, dass jeder Getaufte erwählt ist, in Christus «Sohn
im Sohn» zu werden (vgl. Eph 1,5; Gaudium et spes, 22). Bei der Hochzeit
von Kana lädt Maria zum gehorsamen Hören des Wortes des Herrn
ein: «Was er euch sagt, das tut!» (Joh 2,5). Die Ankündigung
des Reiches Gottes und die Aufforderung zur Umkehr sind ein deutlicher Auftrag
für alle, den Weg der Heiligkeit zu beschreiten. In der Verklärung
Jesu erfährt der Getaufte die Freude, die ihn erwartet. Wenn er über
die Einsetzung der Eucharistie nachdenkt, kehrt er immer wieder in den Abendmahlssaal
zurück, wo der göttliche Meister seinen Jüngern das Wertvollste
hinterlassen hat: sich selbst im Sakrament des Altares.
Die Worte, die die Jungfrau in Kana gesprochen hat, bilden gewissermassen
den marianischen Hintergrund für die lichtreichen Geheimnisse. Denn
die Ankündigung des nahen Gottesreiches, der Ruf zur Umkehr und Barmherzigkeit,
die Verklärung auf dem Berg Tabor und die Einsetzung der Eucharistie
finden im Herzen Mariens einen einzigartigen Widerhall. Maria hält
die Augen auf Christus gerichtet, macht sich jedes seiner Worte zu eigen
und zeigt uns allen, wie wir wahre Jünger ihres Sohnes werden können.
Zu keiner Zeit hat die Kirche so viele Möglichkeiten wie heute gehabt,
Christus zu verkündigen, dank der Entwicklung der Kommunikationsmittel.
Gerade deshalb ist die Kirche heute aufgerufen, das Antlitz ihres Bräutigams
durch eine noch heller strahlende Heiligkeit durchscheinen zu lassen. Sie
weiss, dass sie bei dieser nicht leichten Aufgabe von Maria gestützt
wird. Von ihr lernt sie, Jungfrau zu sein, ganz ihrem Bräutigam, Jesus
Christus, hingegeben und Mutter der vielen Kinder, die sie zum unsterblichen
Leben hervorbringt.
Unter den wachsamen Augen der Mutter wächst die kirchliche Gemeinschaft
wie eine von der mächtigen Ausgiessung des Heiligen Geistes belebte
Familie und ist bereit, die Herausforderungen der Neuevangelisierung aufzunehmen;
sie betrachtet das barmherzige Antlitz Jesu in den Brüdern und Schwestern,
insbesondere in den Armen und Notleidenden, und in all jenen, die dem Glauben
und dem Evangelium fern stehen. Die Kirche hat keine Angst, der Welt zuzurufen,
dass Christus «der Weg und die Wahrheit und das Leben ist» (Joh
14,6); sie fürchtet sich nicht, froh zu verkünden, dass «die
gute Nachricht ihren Mittelpunkt, besser: ihren ganzen Inhalt, in der Person
Jesu Christi, im fleischgewordenen Wort, dem einzigen Erlöser der Welt,
hat» (Rosarium Virginis Mariae, 20).
Es müssen dringend kompetente und heilige Glaubensverkünder herangebildet
werden; der Eifer in den Aposteln besonders für die Mission «ad
gentes» darf nicht nachlassen. Dazu bietet der Rosenkranz, wenn er
vollständig wiederentdeckt und genutzt wird, eine allgemeine fruchtbare
geistliche und pädagogische Hilfe, um das Volk Gottes zur Arbeit im
weiten Bereich der apostolischen Tätigkeit anzuleiten.
Die Aufgabe der missionarischen Animation soll weiterhin die ernste und
konsequente Pflicht jedes Getauften und jeder kirchlichen Gemeinschaft sein.
Eine ganz besondere und spezifische Rolle steht gewiss den Päpstlichen
Missionswerken zu, denen ich für alles danke, was sie grossmütig
tun.
Allen möchte ich empfehlen, das Gebet des heiligen Rosenkranzes auf
persönlicher und gemeinschaftlicher Ebene zu verstärken, um vom
Herrn die Gnaden zu erlangen, derer die Kirche und die Menschheit ganz besonders
bedürfen. Ich lade wirklich alle ein: die Kinder und Erwachsenen, die
Jungen und die Alten, die Familien, die Pfarrgemeinden und die Ordensgemeinschaften.
Unter den vielen Anliegen möchte ich auf das des Friedens hinweisen.
Der Krieg und die Ungerechtigkeiten haben ihre Wurzel im geteilten Herzen.
«Wer das Christusgeheimnis verinnerlicht, und genau darauf zielt der
Rosenkranz ab, eignet sich das Geheimnis des Friedens an und macht es zu
seinem Lebensentwurf» (Rosarium Virginis Mariae, 40). Wenn der Rosenkranz
unseren Lebensrhythmus bestimmt, wird er zu einem bevorzugten Mittel, das
in den Herzen der Menschen, in den Familien und unter den Völkern Frieden
schafft. Mit Maria können wir von Jesus, dem Sohn, alles erlangen.
Von Maria gestützt, werden wir nicht zögern, uns hochherzig für
eine umfassende Verkündigung des Evangeliums bis an die Enden der Erde
zu widmen.
Kanton
Fr.
Aargau 43 507.60 Appenzell (AI und AR) 8 092.20 Basel Land 13 392.50 Basel Stadt 13 391.45 Bern 23 552.25 Freiburg 41 462.40 Genf 46 483.60 Glarus 3 414.60 Graubünden 34 690.30 Jura 13 843.95 Luzern 63 451.30 Neuenburg 19 455.65 Nidwalden 6 420.10 Obwalden 8 720.55 St. Gallen 83 230.80 Schaffhausen 3 604.70 Solothurn 26 867.35 Schwyz 41 470.50 Tessin 93 021.85 Thurgau 28 179.75 Uri 10 763.45 Waadt 28 594.90 Wallis 92 300.65 Zug 14 476.10 Zürich 63 541.40 Liechtenstein 14 893.25 Total
840 823.15
Panama ist Herkuftsland der Weltgebetstags-Liturgie 2004. Einige kennen Panama dem Namen nach vielleicht aus dem Kinderbuch: «Oh, wie schön ist Panama», für andere ist der Panama-Kanal noch ein Begriff. Reiche Auskunft über das «unbekannte Land am Isthmus» gibt die aktuelle Nummer der Zeitschrift «Schritte ins Offene», die wie jedes Jahr das Herkunftsland der Weltgebetstags-Liturgie thematisiert. Diese Einzelnummer kann bestellt werden bei: «Schritte ins Offene» Winterthurerstrasse 60, Postfach 2961, 8033 Zürich.