47/2003 | |
INHALT | |
Bücher |
Wolfram Hoyer (Hrsg.), Jordan von Sachsen. Von den Anfängen des Predigerordens. Ordensmeister, Geschichtsschreiber, Beter, (Sammlung Dominikanische Quellen und Zeugnisse, Band 3), St. Benno Verlag, Leipzig 2002, 335 Seiten.
Das «Büchlein von den Anfängen des Predigerordens»
des Jordan von Sachsen gilt als die wichtigste Quelle zur Entstehungsgeschichte
des Ordens der Dominikaner. Das meist einfach «libellus» genannte
Erzählwerk ist noch zu Lebzeiten des heiligen Dominikus entstanden.
Der Verfasser erzählt selbst Erlebtes und Augenzeugenberichte der Mitbrüder.
Jordan von Sachsen ist der zweite Ordensmeister des Dominikanerordens und
hat den noch jungen Orden entscheidend mitgeprägt. Die von ihm stammenden
«Constitutiones» gaben dem Orden, der sich unter Jordan von
Sachsen über ganz Europa ausbreitete, Gestalt. Der Band enthält
auch als Quellen zwei wichtige Briefe des Jordan: an die Dominikanerin Diana
von Andaló und an die Nonnen des Konvents von Bologna, St. Agnes.
Peter Klasvogt (Hrsg.), Leidenschaft für Gott und sein Volk. Priester für das 21. Jahrhundert, Bonifatius Verlag, Paderborn 2003, 246 Seiten.
Anlass für dieses heute sicher aktuelle Buch war eine Versammlung
(16.18. Dezember 2002) in Paderborn. Ausgewiesene Fachleute und Verantwortungsträger
in der Priesterbildung und Berufungspastoral standen diesem internationalen
Symposion mit Wissen und Erfahrung zur Seite. Speziell wurde die Priesterausbildung
im deutschsprachigen Raum ins Auge gefasst. Ergänzend wurden auch Projekte
für die Priesterausbildung in Frankreich, den Vereinigten Staaten,
in den Orden und Kongregationen und in neueren Gemeinschaften vorgestellt.
Die Tagung wollte vor allem das Berufsprofil des Priesters schärfen
und Perspektiven für eine einladende Berufungspastoral entwerfen. Ergebnis
der Tagung waren konkrete Anregungen und Impulse, wie Interessenten und
Kandidaten auf dem Weg zum Priestertum begleitet und gefördert werden
können. In dieser Materie ist ja bekanntlich der Leidensdruck sehr
gross.
Die Paderborner Konferenz hatte den Mut, unbeschadet aller Bedenken der
Verzagtheit, an einem Leitbild des Priesters von heute anzusetzen. Man stellte
sich gründlich und klar die Frage, wie man die künftigen Priester
für den Dienst im 21. Jahrhundert rüstet; denn dieser Priester
muss «ein Priester aus Passion» sein. Die einzelnen Beiträge
wollen ernsthaft für ein schwieriges Problem Hilfe leisten; unter anderem
Paul Michael Zulehner (Priesterliche Identität im Wechsel der Zeit),
Bischof Joachim Wanke, Erfurt (Anforderungsprofil des Priesters in einer
evangelisierenden Kirche), Karl Kardinal Lehmann (Priester für das
21. Jahrhundert. Werbungsoffensive für den Priesterlichen Dienst).
George Augustin / Günter Risse (Hrsg.), Die eine Sendung in vielen Diensten. Gelingende Seelsorge als gemeinsame Aufgabe der Kirche, Bonifatius Verlag, Paderborn 2003, 241 Seiten.
Das Gelingen der Seelsorge hängt heute wesentlich davon ab, ob das
Leben der Seelsorger und Seelsorgerinnen gelingt. Aus unterschiedlichen
Positionen stellen die Beiträge dieses Sammelbandes die vielseitigen
Dienste in der Kirche dar und zeigen Möglichkeiten und Chancen auf
für das Gelingen des Dienstes in der Gegenwart. Die vorliegenden Artikel
sind so etwas wie eine theoretische und spirituelle Unterstützung für
das Gelingen im Leben des «Bodenpersonals Gottes». Ist dieses
Bodenpersonal nervös und hektisch, resigniert und unzufrieden, dann
verunsichert das ihr Wirken bei den dienstlich Untergebenen.
Das Buch enthält in einem ersten Teil Aufsätze über Amt und
Dienst in der Sendung zur Verherrlichung Gottes. Eine spezielle Kapitelfolge
zeigt Zeugnis und Sendung des Ordenslebens an Perspektiven des II. Vaticanums:
einzuladen, nach oben zu schauen und sich nicht von den Dingen des Alltags
mitreissen zu lassen. Ein Beitrag entwirft Skizzen zu einer Theologie des
Ordenslebens und nennt das «Buchstabierungen der Sehnsucht».
Diese Überlegungen sprechen alle Ordensleute im Werk der Seelsorge
an nicht nur die Priester, sondern auch Brüder und Schwestern.
Paul Weismantel untersucht die Misere der Berufungspastoral des priesterlichen
Dienstes und tröstet mit der Frage: Was tun, wo nichts zu machen ist?