45/2003 | |
INHALT | |
Bücher |
George Augustin/Johannes Kreidler (Hrsg.), Den Himmel offen halten. Priester sein heute. Mit einem Geleitwort von Karl Kardinal Lehmann, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 2003, 286 Seiten.
Dieses Buch ist fast ein Teamwork leitender Instanzen der Diözese
Rottenburg-Stuttgart. Alles, was in dieser grossen württembergischen
Landesdiözese Rang und Namen hat: Diözesanbischof Gebhard Fürst
und seine Weihbischöfe, der alt Bischof, der jetzt in Rom als Kurienkardinal
wirkende Walter Kasper, Priesterbildner aus Tübingen und Regens des
Priesterseminars. Einige wenige, die nicht aus dem diözesanen Führungskreis
stammen (Medard Keel, St. Georgen, Frankfurt; Michael Kunzler, Paderborn;
Gerhard Müller, Bischof von Regensburg), bestätigen die Regel
der Rottenburgischen Provenienz.
In den letzten Jahren ist das Priesteramt vielseitiger und anspruchsvoller
geworden. Der vorliegende Band ist gesamthaft ein Beitrag zum Berufsprofil
des Priesters als Seelsorger von heute.
Die Beiträge dieses Buches sind in vier Abteilungen gegliedert: 1.
Im Blickfeld: Wahrnehmungen und Erwartungen. 2. Ein Panorama: Dimensionen
des priesterlichen Dienstes. 3. Schlaglichter: Zum Gelingen des priesterlichen
Dienstes. 4. Horizonte: Theologische Verhältnisbestimmungen.
Vieles aus aktuellen und heute noch vollauf gültigen Überlegungen
der letzten Jahrzehnte wird berücksichtigt. Dabei bleibt der Eindruck
bestehen, dass es sich wohl um das aktuellste Buch zum Standort des Seelsorgers
von heute handelt.
Paul M. Zulehner, Dienende Männer Anstifter der Solidarität. Diakone in Westeuropa, Schwabenverlag, Ostfildern 2003, 135 Seiten.
Der ständige Diakonat wurde vom Zweiten Vatikanischen Konzil als
kirchliches Amt wiederbelebt. Was ist inzwischen aus dem ständigen
Diakonat geworden? Wie verstehen die Diakone ihren Dienst? Wie arbeiten
und leben sie? Paul M. Zulehner ist diesen Fragen in einer breit angelegten
Studie nachgegangen, für die über 400 ständige Diakone im
Haupt- und Nebenberuf befragt wurden. Die wichtigsten Ergebnisse wurden
in diesem Bändchen gut lesbar zusammengefasst und pastoraltheologisch
reflektiert: für die Diakone selbst und ihre Familien, aber auch für
alle, die in der Aus- und Weiterbildung von Diakonen beschäftigt sind.
Paul M. Zulehner lädt mit dieser Publikation dazu ein, das Diakonatsamt
weiterzuentwickeln hin auf eine Verstärkung der diakonischen Dimension
der Gemeinden. Und er regt an, Bedingungen zu schaffen, unter denen die
dienenden Männer in den verschiedenen pastoralen Handlungsfeldern zu
Anstiftern neuer Solidarität werden können.
Niklaus Kuster/Thomas Morus Huber/Oktavian Schmuck, Von Wanderbrüdern, Einsiedlern und Volkspredigern. Leben und Wirken der Kapuziner im Zeitalter der Reformation, (Edition coelde), Butzon & Bercker Verlag, Kevelaer 2003, 392 Seiten, ill., CD-Rom.
Im Auftrag der Konferenz Deutschsprachiger Provinziale Kapuziner (KDP)
haben drei Schweizer Kapuziner Quellen zur Entstehung der franziskanischen
Reform und zu ihrer frühen Entfaltung im deutschen Sprachraum herausgegeben.
Niklaus Kuster besorgte die Auswahl der Quellen, versah sie mit erklärenden
Anmerkungen und stellte sie in ihren geschichtlichen Kontext. Oktavian Schmucki
überprüfte die Übersetzungen auf ihre historische Richtigkeit
und Thomas Morus Huber auf ihre sprachliche Stimmigkeit. Die Drucklegung
überwachte Christian Schweizer, nicht Kapuziner, aber der Provinzarchivar
der Schweizer Kapuziner.
Die Textsammlung umfasst 100 Dokumente zur Frühzeit der Kapuzinerreform:
Zeugnisse von aussen zum Leben der ersten Kapuziner, zur inneren Spannung
zwischen Observanz und Reform (1526-1536), päpstliche Dokumente, Dokumente
der inneren Gesetzgebung, Texte in den alten Chroniken des Ordens über
das Kapuzinerleben der Frühzeit, persönliche Zeugnisse zur Spiritualität
und zur Pastoral der Brüder, sodann Quellen zur Frühzeit der deutschsprachigen
Provinzen. Erst ein halbes Jahrhundert nach seinen Anfängen durfte
sich der Orden über Italien hinaus ausbreiten. Die ersten Gründungen
in der Schweiz (1581), im Tirol (1591), in Bayern, Österreich und Tschechien
(1600) sowie im Rheinland (1611) stehen im Zeichen einer entschiedenen kirchlichen
Erneuerung.
Beschlossen wird die kenntnisreich kommentierte Textsammlung mit einem nachdenklichen
Ausblick 400 Jahre später.