37/2003

INHALT

Bücher

Gebetssprache

 

Anton Rotzetter, An der Grenze zum Unsichtbaren. Für eine zeitgemässe Gebetssprache in der Liturgie, Schwabenverlag, Ostfildern 2002, 244 Seiten.

Die Anziehungskraft des sonntäglichen Gottesdienstes ist weitgehend erlahmt. Man darf das nicht einfach resigniert zur Kennntnis nehmen, sondern man muss nach den Ursachen fragen und hier etwas tun.
Natürlich ist das Phänomen nicht monokausal. Ein Problem drängt sich auf und wird immer noch vernachlässigt ­ die Gebets- und Liturgiesprache.
Der erste Teil dieses Buches ist der Abdruck eines Vortrags des Autors anlässlich der Salzburger Hochschulwochen 2001 «Sprache an der Grenze zum Unsichtbaren».
Im zweiten Teil sind Sprache und Liturgie in nachchristlicher Gesellschaft Objekt der Überlegungen und werden auf verschiedene Anwendungsbereiche adaptiert (z.B. Krankensalbung). Ein zweites Kapitel untersucht spontanes und geformtes Beten und wägt sie gegeneinander ab. Im dritten Teil bietet der Autor Mustertexte aus seiner eigenen Sprachwerkstatt: eine persönliche Adaption des Johannes-Evangeliums, einige freie Psalmenübersetzungen und schliesslich freie Übertragungen von Kyrie, Gloria, Fürbitten, thematisierte Hochgebete usw. So verbindet das Buch wohl überlegt Theorie und Praxis. Man müsste es als Pflichtlektüre für alle, die für die Liturgie sprechen und schreiben, erklären.

Leo Ettlin


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2003