18/2003 | |
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Bücher |
Rudolf Reinhardt, Reich Kirche Politik. Ausgewählte Beiträge zur Geschichte der Germania Sacra in der Frühen Neuzeit. Herausgegeben von Hubert Wolf im Auftrag des Geschichtsvereins der Diözese Rottenburg-Stuttgart als Festgabe für Professor Dr. Rudolf Reinhardt zum 70. Geburtstag, Schwabenverlag, Ostfildern 1998, 314 Seiten.
Zu seinem 70. Geburtstag ehrte der Geschichtsverein der Diözese
Rottenburg-Stuttgart seinen Vorsitzenden mit einer Festschrift, die von
ihm ausgewählte Beiträge zur Geschichte der Reichskirche
umfasst. Die hier vorgelegten, neu zugänglich gemachten Aufsätze
gliedern sich nicht nur zeitlich, sondern auch inhaltlich in zwei Gruppen.
In den Aufsätzen der Jahre 19641967 stehen eher spezielle Fragen
der Germania Sacra im Vordergrund, wie zum Beispiel «Die Reichspolitik
Papst Klemens' XII.». In den Arbeiten der zweiten Phase seit 1983
geht es dann um die grossen Themen der Reichskirche, die in umfassenden
und grundlegenden Synthesen dargelegt werden.
Bei Reinhardts Aufsätzen handelt es sich um spannende Geschichte im
wahrsten Sinne des Wortes, um genuine Kirchengeschichte zugleich. Der Erzähler
der Geschichte, Rudolf Reinhardt, weiss, wer von Geschichtlichkeit redet,
muss Geschichte in Geschichten ernst nehmen.
Der Tübinger Kirchenhistoriker Rudolf Reinhardt hat auch die schweizerische
Kirchengeschichte wesentlich bereichert. Das Fürstbistum Konstanz ist
ein Leitmotiv seiner Geschichtsforschung, und da gibt es über den schweizerischen
Quart immer wieder Ausflüge zu den Schweizern. Auch mit den vielen
Forschungen über süddeutsche Stifte (Reichenau, Salem, Weingarten
zum Beispiel) berührt er die Schweiz. Mit Nachdruck sei auf seine
Einleitung zu den «Schweizer Benediktinern der Neuzeit» in der
Helvetia Sacra Abteilung III hingewiesen. Da erweist sich Reinhardt als
scharfer Beobachter aus Distanz.
Rudolf Reinhardt ist mit Leib und Seele «Tübinger». Die
Geschichte seiner Landesuniversität und ihrer katholisch-theologischen
Fakultät ist ein Lieblingsthema des verdienten Forschers und Lehrers.
KlausGanzer und Bruno Steimer (Hrsg.), Lexikon der Reformationszeit. Lexikon für Theologie und Kirche kompakt, Herder Verlag, Freiburg i.Br. 2002, 874 Spalten.
Der Verlag Herder hat damit begonnen, aus dem grossen elfbändigen Lexikon für Theologie und Kirche thematische Exzerptbände herauszugeben (bisher: Lexikon der Päpste und das zweibändige Lexikon für Kirchengeschichte). Durch diese Separata-Bände werden die grossen Schätze leichter zugänglich und auch transportabel. Der vorliegende Band Reformationszeit gibt verlässliche Grundinformationen zu allen Hauptakteuren der konfessionellen Lager, zu den theologischen Schlüsselbegriffen der Epoche, zu den wichtigsten Ereignissen und Realien. Das handliche Nachschlagewerk ist reich dotiert mit Karten, Zeittafeln und Register.
Michael Feldmann (Hrsg.), Von Gott berufen. Fastenpredigten zu Gestalten des Alten Testaments, (Bonifatius Kontur 1602), Bonifatius Verlag, Paderborn 2001, 130 Seiten.
Michael Feldmann (1959) ist Propst der Pfarrei St. Walburga in Gerl. Der engagierte Seelsorger hat einen Predigtzyklus für die Fastenzeit mit alttestamentlichen Themen zusammengestellt und dazu entsprechende Leute vom Fach verpflichtet: Exegeten, Pastoraltheologen, geistliche Gymnasiallehrerinnen (eine Ursulinin und ei-ne Sacre-Cur-Schwester). Aber auch eine jüdische Theologin ist vertreten (Ruth Lapide, Frankfurt). Die Thematik ist praktisch angelegt; hinter dem Zyklus stecken gute Überlegungen: ... mit Adam vom Paradies träumen; ... mit Eva über Schuld nachdenken; ... mit Abraham den Aufbruch wagen usw. Die einzelnen Predigten sind sorgfältig gearbeitet. Zu jeder Predigt gibt es auch Fürbitten und eine thematisch entsprechende Perikope aus den Evangelien. Gewöhnlich ist auch eine knappe Bibliographie beigelegt. Der Umfang der Beiträge ist sehr verschieden. Das gilt von der Kurzpredigt bis zum abendfüllenden Vortrag. Als Abschluss (statt eines Nachwortes) steht eine aus der Aktualität der heutigen Zeit entstandene Abhandlung: die Beichte das ungeliebte Sakrament. Die Autorin ist Schwester Isa Vermehren, Konvertitin und Sacre-Cur-Schwester, eine den deutschen Katholiken bestens bekannte Autorin. Sie ist auch Mitglied des ZdK.
Ludger Hohn-Morisch, Ich schenk mir einen Augenblick. Gute Gedanken für alle Tage der Fasten- und Osterzeit, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 2001, 160 Seiten.
Der Weg nach Ostern ist eine Spurensuche von der Region des Todes in das Land des neuen Lebens, ein Durchzug durch das Rote Meer. Er führt durch die Wüsteneinsamkeit zur Begegnung mit dem Auferstandenen. Christus ist Ausgangspunkt und Ziel dieses Weges. Er befreit und davor, nur auf uns selbst zu schauen und in dieser Fixation unsere persönliche Erfüllung zu suchen. Das Buch bietet hier als Verschnaufpausen auf diesem Fastenweg Beiträge bekannter geistlicher Autoren der Gegenwart (Anselm Grün, Henry Nouwen, Phil Bosmanns, Carlo Maria Martini, Franz Kamphaus usw.). Diese Beiträge sind auch Ansätze persönlich gearbeiteter Verkündigung.