14/2003 | |
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Neue Bücher |
Das Buch Jesaja ist wie alle Theologen wissen ein vielschichtiger
Text, der einer bestimmten Zeit entspringt und dieser Zeit Rechnung trägt.
Dennoch ist der Einfluss des Jesaja auf die neutestamentlichen Bücher
deutlich spürbar, vor allem in den Texten zur Passionszeit. Die Gottesknecht-Lieder
sind im Verstehen knifflig und lassen verschiedene Deutungen zu. Der Autor
zeigt gerade an diesen Liedern, wie er Deuterojesaja interpretiert, auch
wenn zugestanden werden muss, dass die Herkunft unbekannt ist. Dass sie
aber in diesem Kontext stehen, lässt schon die frühe Deutung des
Deuterojesaja erkennen. In seiner Vielschichtigkeit ist der Text schwierig
zu verstehen.
Der Autor des vorliegenden Bandes<1>,
Burkard M. Zapff, ist in seinem Kommentar geradlinig und hält die Ideen,
die er in der Einleitung zu seinem Kommentar aufzeigt, im ganzen Text durch.
Bedeutsam sind in diesem Zusammenhang die Hinweise zum Text und seiner Entstehung,
der über einen längeren Zeitraum schriftlich ergänzt und
fortgeschrieben wurde. Der unterschiedliche historische Hintergrund macht
es deshalb schwer, die Aussagen des Textes richtig einordnen zu können.
Die so genannten apokryphen Schriften des Alten Testaments führen weithin
ein Schattendasein unter den biblischen Büchern. Der Kommentar von
Armin Schmitt will neue Impulse geben im Umgang mit dem Buch Weisheit, das
als letztes Buch der alttestamentlichen Schriften entstanden ist.<2> Er weckt Verständnis mit Erläuterungen
zur Literaturgestaltung. Er bezeichnet das Buch als in der Sophistik entstandene
Werbeschrift für eine bestimmte Kunst oder Wissenschaft. Diese Tendenz
durchziehe alle Teile des Werkes, ob sich der Blick auf das Endziel des
Menschen, auf gegenwärtige Lebensbewältigung oder auf die Vergangenheit
richte. Er fasst die Kernaussagen des Kerygmas dieser Schrift zusammen und
zeigt auf, warum dieses Buch den biblischen Schriften zugerechnet werden
darf.
Die Kommentare beider Bücher helfen, die typischen theologischen Aussagen
zu erkennen. Sie sind somit auch Hilfen für das Verstehen und das Umsetzen
der Theologie in der heutigen Zeit.
1 Burkard M. Zapff, Jesaja, III, 4055, (Die Neue Echter Bibel), Echter Verlag, Würzburg 2001, 128 Seiten.
2 Armin Schmitt, Weisheit, (Die Neue Echter Bibel), Echter Verlag, Würzburg 1989, 140 Seiten.
Anton Rotzetter, Beseeltes Leben. Spiritualität im Alltag, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 2002, 240 Seiten.
Das Buch ist im Rahmen des Theologiekurses für Laien entstanden.
Es beruht auf den Manuskripten «Spiritualität» für
das Sommersemester 1986. Der Verlag hat diese Manuskripte samt der Briefform
übernommen, die dem Umstand gerecht wird, dass der Kurs auch als Fernkurs
angeboten wurde. Die 15 Briefe dieses Lehrkurses entsprechen nicht einer
systematischen Theologie der Spiritualität. Der Autor hat für
den ohnehin beschränkten Umfang, den ein Sommersemester zulässt,
Themen ausgewählt, die ihm für die Praxis wichtig erschienen.
Für die Systematik wird auf das vierbändige Sammelwerk «Seminar
Spiritualität» vom selben Autor verwiesen.
Das Buch bietet Hilfen zur Überwindung der Spannung von weltlichem
Leben und Spiritualität, nicht theoretisch, sondern aus der aktuellen
Glaubens- und Lebenssituation heraus.
A. und P. Kokschal (Hrsg.), Gebete für das ganze Leben, St. Benno Verlag, Leipzig 2002, 320 Seiten.
Vertraute Gebete des Alltags bergen die Gefahr in sich, dass sie schnell und leicht zur Formel und Routine werden. Das vorliegende Gebetbuch mit einer Fülle von Abwechslung und Anregung hilft die Routine zu überwinden und neue Gebetstexte zu finden, die einem ebenso lieb und teuer werden. Die Gebete sind thematisch geordnet und durch gute, differenzierte Register erschlossen. Eine Zeit lang mit einer solchen Gebetssammlung umzugehen bereichert und vertieft.
Ferdinand Kerstiens, Grosse Hoffnungen erste Schritte. Glaubenswege durch das Kirchenjahr A, Edition Exodus, Luzern 2001, 275 S.
Ferdinand Kerstiens war, bevor er als Pfarrer an die pastorelle Front ging, von 19621975 Studentenseelsorger in Münster. Er engagiert sich stark in kirchlich aufgeschlossenen Bewegungen (Initiative: Kirche von unten, Wir sind Kirche, Pax Christi). Den Lesern der Zeitschrift «Wort Gottes im Kirchenjahr» ist er kein Unbekannter. Ferdinand Kerstiens predigt für die unentwegten Christen, die trotz Kirchenkrisen und Kirchenfrust durchhalten wollen und sich immer noch treu einsetzen für Gerechtigkeit und Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Ihnen möchte dieses Buch ein Begleiter sein und kein geschwätziger Copain, der sich anbiedert. «Grosse Hoffnungen erste Schritte» ist ein überaus spirituelles Buch, schlicht und schön in der Sprache, klar und engagiert in seiner Aussage. Das Buch ist ein Begleiter in den Gottesdiensten durch das Kirchenjahr. Es sollte aber nicht nur als Predigtbuch Verwendung finden. Als stiller Freund für den Sonntag lädt es ebenso gediegen für eine spirituelle Lesung oder ein intensives Gespräch in der Gruppe ein.
Heribert Feifel (Hrsg.), Gott ist in unserer Mitte. Werktagsgottesdienste für alle Tage im Jahreskreis (Woche 1834), Schwabenverlag, Ostfildern 2002, 248 Seiten.
Werktagsgottesdienste sollten immer noch wichtige Orte im Leben der Gemeinde sein und bedürfen einer speziell sorgfältigen Pflege und Vorbereitung. Dieser Band hilft bei ihrer verantwortlichen und intensiven Gestaltung. Wie beim ersten Band «Gott ruft sein Volk zusammen» werden zu jedem Wortgottesdienst und für jede Eucharistiefeier als Elemente geboten: Einführung in das Tagesevangelium, Tagesgebet, Fürbitten, Lied- und Segenswunsch. Ein Leitgedanke aus dem Evangelium zieht sich als «roter Faden» durch den einzelnen Gottesdienst. Er soll zugleich Impuls sein für die Mitfeiernden. Der Liturgiewissenschaftler Albert Gerhards aus Bonn schickt dem Band eine grundsätzliche Einführung voraus «Zu Theologie und Praxis des Wortgottesdienstes».