13/2003

INHALT

Neue Bücher

Freiburger Bistumsgeschichte

 

Christoph Schmider, Die Freiburger Bischöfe. 175 Jahre Erzbistum Freiburg. Eine Geschichte in Lebensbildern, Herder Verlag, Freiburg i.Br. 2002, 223 Seiten.

Zum 175-Jahr-Jubiläum der Erzdiözese Freiburg im Breisgau und der Oberrheinischen Kirchenprovinz hat der erzbischöfliche Archivar Dr. Christoph Schmider Kurzbiographien über die Erzbischöfe und Weihbischöfe dieser Periode zusammengestellt. Die Erzdiözese Freiburg ist auf den Trümmern des Fürstbistums Konstanz entstanden. Die Neuregelung der Diözese Konstanz, einer der ältesten und grössten im Deutschen Reich, drängte sich nach dem Reichsdeputationshauptschluss von Regensburg 1803 und der Abtrennung der schweizerischen Quart auf. Aber für eine totale Tilgung des alten Alemannen-Bistums bestand keine Notwendigkeit. Es ist allzu deutlich eine Massregelung des Generalvikars Ignaz Heinrich von Wessenberg, den die Nuntiatur in Luzern mit Misstrauen beobachtete und verfolgte. Auch Mainz, Sitz des Primas Germaniae, also die dem Rang nach bedeutendste deutsche Diözese, musste büssen (für Karl Theodor von Dalberg). Der Bischof von Mainz ist seit 175 Jahren wie der Bischof von Rottenburg-Stuttgart Suffragan des Erzbischofs von Freiburg im Breisgau.
Die knappen Lebensbilder der Erzbischöfe und ihrer Weihbischöfe stammen aus der Hand eines Kenners der Bistumsgeschichte. Ohne Umschweife stellt er die einzelnen Bistumsleiter vor, ihre Fähigkeiten und Verdienste, ihre Grenzen und Schwächen. Der Archivar kennt vom beruflichen Umgang her seine Erzbischöfe. Wo es ihm nötig erscheint, legt er auch Kritisches vor (Conrad Gröber!), ohne zu urteilen und verurteilen, sondern um zu verstehen, den Motiven auf die Spur zu kommen.

Leo Ettlin


Sterbebegleitung

 

Hans Peter Hauschild, Mystik des Sterbens. Wege christlicher Hoffnung inmitten der Angst, St. Benno Verlag, Leipzig 2002, 164 Seiten.

Der Autor ist ein vielseitig engagierter Mann (Pädagoge, Musiker, Kulturwissenschaftler, Bundesvorstand der Deutschen Aids-Hilfe, Flüchtlingshilfe, Beirat von Pax Christi). Die Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben ist ihm nicht unbekannt.
Franz von Assisi konnte noch vom Bruder Tod sprechen und in der Freude des Geistes den Tod erwarten. Heute scheint diese Freude in weite Fernen entrückt. Junge Menschen fragen nicht nach dem Tod, sondern nach dem Sinn des Lebens ­ das Sterbenmüssen ist für sie eher eine Provokation, die man aus dem öffentlichen Leben verdrängt.
Der Autor möchte die Fragen des Sterbens und der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Tod wieder näher bringen. Dabei will er zeigen, dass es nicht bei der Todesangst bleiben muss. Er stellt den Reichtum der biblischen Offenbarung und der kirchlichen Tradition in den Mittelpunkt. Das Lebensende kann eine mystisch starke Zeit sein. Das zielt aber nicht auf billigen Trost. Der Autor arbeitet nicht mit einer Trickkiste nach dem Motto «Sterben leicht gemacht». Der Autor verbreitet nicht bloss Theorien, er entwickelt praktisch geistliche Übungen, die für alle, sogar für Nichtchristen interessant sind. Ein gediegenes Buch für die Sterbebegleitung, aber auch für die persönliche Sterbevorbereitung.

Leo Ettlin


Klostergärten

 

«Wunder der Schöpfung» ­ Faszination alter Klostergärten. Mit Abt Odilo Lechner von München (St. Bonifaz) und Andechs über dem Ammersee, St. Benno Verlag, Leipzig 2002, 39 Seiten mit 16 Farbfotos und Zitaten aus mystischen Schriften.

Der St. Galler Klosterplan gilt als Idealplan einer grossen frühmittelalterlichen Abtei. Er sieht innerhalb der Klosteranlage gleich mehrere Gärten vor: vor der Kirche den Vorhof ­ meist Paradies genannt, dann neben der Apotheke der Heilkräutergarten, dazu noch weitere Gemüsegärten und Baumgärten. Für Abt Odilo sind Gärten auch schöne abgeschlossene Gegenstände der Meditation, Zeichen des Lebens und der Liebe Gottes! Weil sich heute nur noch wenige ­ Bevorzugte ­ einen Klostergarten leisten können, sollen die schönen, farbigen Ansichten zum Betrachten einladen. So könnte auch in Stunden der Musse der Geist der Klostergärten zum «Paradies» werden.

Leo Ettlin


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2003