15/2003 | |
INHALT | |
Bildung |
«Realität» ist nicht einfach gegeben, sondern wird durch
Informationen, Bilder, Texte hergestellt, die uns eine bestimmte Sicht auf
Ereignisse und Geschichte vermitteln. Wir werden hineingenommen in diese
Perspektive, ja übernehmen sie manchmal unbewusst. Die Kriegsrhetorik
bezüglich des Irak oder die einheitliche Darstellung der WEF-Gegner
und -Gegnerinnen in den Medien sind nur zwei der aktuellen Beispiele, wie
diese Wirklichkeitskonstruktion funktioniert.
Oft spüren wir gegenüber solcher Rhetorik ein Unbehagen, können
sie aber nicht entlarven. Die feministische Theoretikerin Elisabeth Schüssler
Fiorenza wirft einen kritischen Blick auf die Strukturen der so hergestellten
Wirklichkeit. Sie zeigt Möglichkeiten auf, uns von der «herrschenden
Normalität» nicht mundtot machen zu lassen. Elisabeth Schüssler
Fiorenza ist eine der führenden feministischen Theoretikerinnen und
Theologinnen. Nach dem Studium katholischer Theologie in Deutschland emigrierte
sie in die USA, um sich berufliche Perspektiven zu eröffnen. Sie lehrt
gegenwärtig an der Harvard-Universität in Cambridge/Massachusetts,
ihr Arbeitsschwerpunkt ist feministische Befreiungshermeneutik.
Am Freitag, 2. Mai 2003, ist die Möglichkeit eines Tages mit Elisabeth
Schüssler Fiorenza gegeben. Veranstaltet von der Frauenstelle der katholischen
Gesamtkirchgemeinde Biel, findet im Kirchgemeindehaus Madretsch, Blumenrain
24, in Biel (vom Bahnhof Bus Nr. 6 bis Haltestelle Friedweg), statt:
1. Ein Kurs von 1016 Uhr: Sich der Wortgewalt der Normalität
entziehen
Weiterbildung für Theologinnen und Mitarbeiterinnen in kirchlichen
und sozialen Institutionen.
Kosten (inkl. Lunch): Fr. 50. bis 100. nach eigener Einschätzung.
Anmeldung unabdingbar.
2. Ein Gespräch von 1718.30 Uhr: Mit Lust hinterfragen,
was als «normal» ausgegeben wird.
Doris Strahm und Regula Strobel im Gespräch mit Elisabeth Schüssler
Fiorenza über ihren Werdegang und ihren feministisch-kritischen Ansatz,
über Hoffnungen, Lebensquellen und vieles andere mehr.
Offen für alle Interessierten, keine Anmeldung nötig.
3. Ein Fest ab 19 Uhr: Für den kritischen Blick auf die herrschenden
Verhältnisse gibt es keinen Ruhestand!
Fest zum 65. Geburtstag und Würdigung von Elisabeth Schüssler
Fiorenza, mit Gratulantinnen und Gratulanten aus den verschiedenen Wirkungskreisen,
mit Musik und feinem Essen.
Offen für alle Interessierten; Anmeldung unabdingbar.
Kosten (inkl. Essen): Fr. 30. bis 70. (nach eigener Einschätzung).
Die drei Veranstaltungen können unabhängig und einzeln besucht
werden.
Auskunft und Anmeldung bis 24. April 2003 an: Frauenstelle der katholischen
Gesamtkirchgemeinde, Regula Strobel, Murtenstrasse 48, Postfach, 2501 Biel,
Tel. 0323295083, E-Mail frauenstelle@kathbielbienne.ch