48/2003 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Paul Hengartner-Ponzio als Gemeindeleiter für die Pfarrei Heiliggeist Suhr (AG) per 23. November 2003.
Im Seelsorgeverband Kirchdorf-Nussbaumen-Untersiggenthal (AG) ist die
Stelle eines priesterlichen Mitarbeiters (80100%) neu zu besetzen (siehe
Inserat).
Interessenten melden sich bitte bis 19. Dezember 2003 beim Diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch
Diözesanbischof Amédée Grab ernannte:
Klaus Alfred Spichtig, St. Gallen
Am 23. Oktober 2003 ist auf einer Indienreise Klaus Alfred Spichtig gestorben.
Die Abdankung fand am 14. November in der Friedhofkapelle Feldli statt.
Klaus Spichtig ist 1939 in Wattwil geboren worden und mit drei Geschwistern
aufgewachsen. Sein Theologiestudium absolvierte er in Freiburg und Innsbruck.
Anschliessend an seine Priesterweihe an Ostern 1965 wirkte er während
zwei Jahren als Domvikar in der Dompfarrei St. Gallen. Nach einem Abstecher
ins Kloster Valsainte durfte er sein Studium in Freiburg wieder aufnehmen,
und 1969 doktorierte er mit einer Dissertation über «Mittelschulseelsorge.
Eine pastoralsoziologische Studie». Als Religionslehrer war er dann
an der Kantonsschule St. Gallen bis Herbst 1981 tätig, ab Frühling
1976 mit reduziertem Pensum. Seinen Lehrauftrag für katholische Theologie
an der damaligen Sekundarlehramtsschule in St. Gallen gab er im Herbst 1975
auf. Parallel zu seiner Lehrtätigkeit hatte er am C.G. Jung-Institut
in Zürich studiert und die Ausbildung im Frühjahr 1977 mit dem
Diplom in Analytischer Psychologie abgeschlossen. Seinen seelsorgerischen
Auftrag nahm Klaus Spichtig in der Folge in der Psychotherapie wahr. Als
Psychotherapeut mit eigener Praxis hat er vielen Menschen helfen können.
Er, der sich selbst in der Kunst des inneren Hörens und Sehens durch
die Zen-Meditation geübt hat, hat die Menschen darin unterstützt,
aufmerksam auf ihre innere Stimme zu hören und hinzusehen auf die inneren
Bilder und Träume, damit Neuorientierung und Sinnfindung möglich
wird.
In einem Gespräch über den Herbst hat Klaus Spichtig 1995 gesagt:
«Wir können nicht leben ohne zu sterben. Wie schrecklich wär's,
ewig leben zu müssen.» Seine Patientinnen und Patienten sowie
sein Freundeskreis hätten den Psychotherapeuten, der gradlinig seinen
Weg gegangen ist, noch gern länger unter sich gehabt.
Bischof Norbert Brunner hat für die Region Visp Pfarrer Robert Imseng,
Visperterminen, zum neuen Regionalverantwortlichen ernannt.
Ebenso ernannte Bischof Norbert Brunner für die Region Stalden Pfarrer
Gervas Studer, Stalden, zum neuen Regionalverantwortlichen und für
die beiden Regionen Stalden und Zermatt Pfarrer Pascal Venetz, Grächen.
Am 8. November 2003 fand in Lalden (VS) der 6. Seelsorgerats-Kongress
des Oberwallis statt. Mit Bischof Norbert Brunner, Generalvikar Josef Zimmermann
und dem Ausschuss des Seelsorgerates nahmen über 80 Personen an dem
Kongress teil. Schwerpunkt-Thema war in diesem Jahr die Bibel. Frau Dr.
Stephanie Abgottspon, Staldenried, hielt zum Abschluss des «Jahres
der Bibel 2003» einen Vortrag zum Thema «Die Bedeutung der Bibel
für uns heute». Pastoraler Schwerpunkt in der Seelsorge des Oberwallis
wird für das Jahr 2004 die Liturgie sein.
Nach einem Rückblick über die Arbeit des Seelsorgerates im vergangenen
Jahr, sprach Frau Dr. Stephanie Abgottspon am Vormittag über «Die
Bedeutung der Bibel für uns heute».
Dr. Stephanie Abgottspon ist Theologin, doktorierte anschliessend mit einer
Arbeit über das Neue Testament und absolvierte eine Ausbildung in Exerzitien
und Geistlicher Begleitung (GIS/GCL) und Gestaltseelsorge (FPI). Sie ist
verheiratet und Mutter von zwei Kindern und lebt seit sechs Jahren in Staldenried.
In ihren Ausführungen kam die Referentin auf die Bedeutung der Bibel
für uns heute zu sprechen. Unterteilt wurde der Vortrag in die grundsätzlichen
und konkreten Bedeutungen der Heiligen Schrift. Die Bibel vermittelt uns
das Wort Gottes. Das Wort der Bibel aber ist Menschenwort. Gott spricht
durch Menschenwort zu uns Menschen. Das hat auch das Zweite Vatikanische
Konzil klar herausgestellt so die Referentin. Und das Neue, oder auch
Zweite Testament genannt, macht uns mit Jesus vertraut.
Für die konkrete Bedeutung der Bibel warf Dr. Stephanie Abgottspon
einen Blick auf die Bedeutung der Hl. Schrift für die Kirche und für
den einzelnen Menschen. Für die Kirche relativiert die Bibel manches,
korrigiert, ermutigt und verbindet, zum Beispiel verbindet die Bibel die
Christlichen Kirchen miteinander, die Bibel ist für die gesamte Christenheit
das Verbindende.
Für den einzelnen Menschen weckt und rüttelt die Bibel auf, sie
befreit, tröstet und inspiriert. Sie lenkt den Blick auf die Liebe,
sie befähigt zum Handeln, sie nährt die Hoffnung und ruft zur
Dankbarkeit auf. «Die Bibel ist ein Buch, das von der Suche des Menschen
nach Gott erzählt. Und die Bibel erzählt in sehr vielen Geschichten,
wie und wo der Mensch Gott gefunden hat. Und damals wie heute müssen
wir Menschen immer wieder nach Gott suchen in unserem Leben», betonte
die Referentin. Mit vielen treffenden Bibelzitaten vertiefte sie ihre Darlegungen.
Der Nachmittag war vor allem ausgerichtet auf die Zukunft, auf die pastorale
Arbeit im Jahr 2004. Die Dienststelle «Liturgie» stellte ihre
Arbeit vor und wies auf den viertätigen Fortbildungskurs 2004 für
alle Seelsorgerinnen und Seelsorger hin. Als Referenten für diesen
Fortbildungskurs konnten Professor Dr. Martin Klöckener, ordentlicher
Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Freiburg,
und Frau Dr. Birgit Jeggle-Merz aus Ravensburg gewonnen werden.
«Der Liturgie eine Seele geben» so wird das Thema lauten.
Dahinter verberge sich andeutungsweise die Problematik, dass das gottesdienstliche
Leben der Kirche nach einer Phase intensiver Arbeit im Zusammenhang mit
der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils offenbar in eine Krise
geraten ist. In der Kirche seien viele der frohen Frühlingsstimmen
verklungen, der Herbst sei hereingebrochen; manchmal könne man sogar
den Eindruck gewinnen, es sei winterlich kalt geworden. Die Liturgie als
erstrangiger Selbstvollzug der Kirche, als Selbstdarstellung nach innen
und nach aussen, spiegelt diese Situation vielfach wider. Man müsse
sich den Fragen stellen: Ist die Liturgie denn wirklich «seelenlos»
geworden? Spricht sie nicht mehr aus sich heraus? Vermag sie die Menschen
nicht mehr zu ergreifen? Wird in ihr nicht mehr der Glaube der Menschen,
des Volkes Gottes, der Kirche gefeiert? Ist der grosse Dialog von Gott und
Mensch verstummt in unserer Zeit? Diese Fragen wecken auf, sind aber nicht
die ganze Wahrheit. Im Fortbildungskurs werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
nach ausgewählten Grundlagen des liturgischen Handelns der Kirche fragen
und diese mit der pastoralliturgischen Wirklichkeit und den eigenen Erfahrungen
konfrontieren.
Bischof Norbert Brunner beantwortete soweit möglich
die Fragen, die an den Kongress gerichtet wurden. Sie betrafen vor allem
die Verkündigung, den Sakramentenempfang und die Präsenz der Kirche
in den Medien. Ein konkretes Thema war dabei auch die Beichtpraxis. «Diese
Frage wollen wir jetzt angehen», so Bischof Norbert Brunner
und er wies auf ein Pastoralschreiben hin, das er in diesem Jahr verfasst
hatte und in dem er die drängenden Probleme und Anliegen aus den Erfahrungen
der letzten acht Jahre seines Bischofsamtes gemacht hatte. Diese pastoralen
Überlegungen werden zurzeit in den Dekanatskonferenzen des Oberwallis
diskutiert.
Aber auch der Bischof stellte an die Kongressteilnehmerinnen und Kongressteilnehmer
eine Frage, nämlich, ob wir uns in unserem Glauben nur auf den «Konsum»
in der Kirche beschränken, oder ob wir nicht doch mehr versuchen sollten,
unser Gemeinschaftsleben lebendiger zu gestalten.
Der Kongress schloss mit einem gemeinsamen Pfarreigottesdienst in der Pfarrkirche von Lalden. Der nächste Kongress findet am 13. November 2004 in der Pfarrei Gampel statt.