45/2003 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Indem die Konferenz der europäischen Justitia et Pax-Kommissionen
diesem Thema ihre diesjährigen Studientage (27. und 28. Oktober) widmete,
hat sie versucht, sich der Komplexität der gegenwärtigen sozio-ökonomischen
Realitäten zu stellen und sich von ihnen herausfordern zu lassen. Die
bisherige Weltordnung, aufbauend auf geographischen Kriterien und nationalstaatlichen
Grenzen, wird abgelöst von einer Welt, die sich in Netzwerken organisiert.
In diesen mischen sich die Kulturen und wirtschaftliche Macht wird immer
bedeutender.
Drei thematische Blöcke prägten die Studientage, an welchen 18
Justitia et Pax-Kommissionen unter dem Vorsitz des neu gewählten Präsidenten
Josef Bieger, Schweizerische Nationalkommission, vertreten waren.
Nach der im letzten September gescheiterten WTO-Verhandlungsrunde in Cancún
wurde an den Studientagen festgehalten, dass weltweite soziale Gerechtigkeit
mit den dafür zurzeit verfügbaren Instrumenten nicht hergestellt
werden kann: Die Konfliktbewältigungsstrategien der WTO (vorgestellt
von Gabrielle Marceau, WTO) haben nur Handelsfragen im Blick. Sie schliessen
Menschen- und Umweltrechte nicht mit ein. Es fehlt eine übergeordnete
weltumspannende Instanz, welche eine nachhaltige Entwicklungspolitik als
prioritäres Ziel in den internationalen Verhandlungen durchzusetzen
könnte.
Die Debatte rund um die kolumbianische Realität, an der unter anderem
Pater Alejandro Angulo (sj, CINEP, Bogotá) sowie Vertreter von Nestlé
und Novartis Foundation teilnahmen, hat aufgezeigt, wie schwierig es ist,
in diesem krisengeschüttelten Land Privatunternehmen und soziale Akteure,
welche politische Lösungen der Konfliktbewältigung suchen, miteinander
ins Gespräch zu bringen. Die Prioritäten sind verschieden, die
Erwartungen ebenfalls. Aber die Notwendigkeit des Dialogs mit allen in Kolumbien
gegenwärtigen gesellschaftlichen Kräften besteht weiterhin.
Der dritte Teil der Studientage war der Diversität der Kulturen und
der Erfahrungen gewidmet: Die Anthropologin Isabelle Schulte-Tenckhoff zeigte
auf, wie Migrationen die Vermischung von Kulturen verursacht hat. Die Kulturen
sind nicht mehr an feste Gebiete gebunden.
Geschichtliche und gegenwärtige Erfahrungen erleichterten es Mittel-
und Osteuropa nicht, die Armut auf Weltebene wahrzunehmen (Vortrag von Piotr
Cywinski, KIK, Warschau). Eine Debatte darüber sowie daraus folgendes
Handeln sowohl im Westen als auch im Osten Europas sind notwendig. Nur so
können soziale Netze gestärkt werden, sowohl lokal (Integration
in multikulturelle Gesellschaften) als auch international (konkrete Solidaritätsbezeugung
mit den ärmsten Bevölkerungen).
In einem Schlusswort hat Pater Dominique Peccoud sj, ILO, die Konferenz
der europäischen Justitia et Pax-Kommissionen eingeladen, sich dem
Anliegen der ILO anzuschliessen, welche sich um die Schaffung eines Sicherheitsrates
für wirtschaftliche und soziale Fragen bemüht.
An der Jahresversammlung der Konferenz der europäischen Justitia et
Pax-Kommissionen fand innerhalb des Schweizer Präsidiums ein Wechsel
statt: Die bisherige Präsidentin Jeanine Kosch trat aus beruflichen
Gründen zurück. Ihre Funktion übernommen hat der Theologe
und Soziologe Dr. Josef Bieger-Hänggi aus Basel. Er wird die Konferenz
bis 2005 präsidieren. Das Generalsekretariat in Bern wird weiterhin
geleitet von Sonja Kaufmann.
Im kommenden Sommer 2004 verlässt Subregens Hanspeter Wasmer das Ausbildungsteam des Seminars St. Beat in Luzern und wendet sich einer neuen pastoralen Aufgabe zu. Zu seinem Nachfolger hat Bischof Dr. Kurt Koch Dr. phil. Felix Gmür, derzeit am Collegio Sta Maria del Anima in Rom, berufen.
Die auf den 1. Dezember 2004 vakant werdende Pfarrstelle Ostermundigen
(BE) wird für einen Pfarrer zur Wiederbesetzung ausgeschrieben (siehe
Inserat).
Die vakante Pfarrstelle Bruder Klaus (BS) im Seelsorgeverband Bruder Klaus-Don
Bosco-Heiliggeist wird für einen Gemeindeleiter/eine Gemeindeleiterin
zur Wiederbesetzung ausgeschrieben (50%; siehe Inserat).
Interessenten melden sich bitte bis 28. November 2003 beim Diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch
Die Pfarrkirche St. Johannes Baptist und Antonius, die auf das Jahr 1665 zurückgeht, ist innen und aussen renoviert worden. Nach fünfmonatiger Bauzeit konnte die Kirche am Sonntag, 26. Oktober, von den Gläubigen wieder benützt werden. Als Vertreter von Bischof Ivo Fürer nahm Regens Guido Scherrer die Altarweihe vor.