43/2003

INHALT

Amtlicher Teil

 

Alle Bistümer

 

Mediencommuniqué über die Jahresversammlung der Konferenz europäischer Justitia et Pax-Kommissionen vom 24. bis 28. Oktober 2003 in Genf

Keine soziale Gerechtigkeit ohne Zivilgesellschaft!

«Soziale Gerechtigkeit in einer sich globalisierenden Welt» ist das Thema der diesjährigen Jahresversammlung der Konferenz europäischer Justitia et Pax-Kommissionen vom 24. bis 28. Oktober 2003 in Genf. Rund 90 Persönlichkeiten aus über 30 Ländern sind für die Jahresversammlung und die anschliessende Studientagung gemeldet. Prominenter Gast aus der Schweiz ist DEZA-Direktor Botschafter Walter Fust.
Die Genfer Studientagung geht der Frage nach, wie Gerechtigkeit und Frieden in einer sich zunehmend globalisierenden Welt zu erhalten beziehungsweise zu verwirklichen seien. Besonders brennend sind diese Fragen in Bezug auf die Nord-Süd-Problematik, zunehmend aber auch für Mittel- und Osteuropa. Als Standort grosser internationaler Organisationen und als Schauplatz internationaler Verhandlungen eignet sich die Stadt Genf ausgezeichnet als Tagungsort. Vor allem Teilnehmende aus Mittel- und Osteuropa erhoffen sich einen vertieften Einblick in die Funktionsweise internationaler Zusammenarbeit. Damit dies möglich ist, hat das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) die mehrtägige Veranstaltung massgeblich mitfinanziert. Neben dem EDA-Vertreter Philippe Béguin wird auch DEZA-Direktor Botschafter Walter Fust am Samstagnachmittag in Genf erwartet. Als Vorsteher einer staatlichen Institution wird er zur Frage sprechen, welche Rolle aus seiner Sicht zivilgesellschaftlichen Akteuren wie Justitia et Pax im Bemühen um soziale Gerechtigkeit im heutigen globalisierten Weltkontext zukommen soll.
Am Sonntagabend wird Erzbischof Stanislav Hocevar aus Belgrad in Genf erwartet. Serbien-Montenegro hat zwar noch keine eigene Justitia et Pax-Kommission; Mgr. Hocevar ist aber an einer engeren Zusammenarbeit mit der europäischen Konferenz interessiert, gerade auch im Hinblick einer Stabilisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse in seinem Land zu Gunsten von mehr Gerechtigkeit und Frieden. Dies dürfte denn auch der Hauptgrund seiner Teilnahme an der Genfer Versammlung sein. Im Kontext der Globalisierung stellt sich ausserdem immer deutlicher auch die Frage nach der Bedeutung und Rolle Osteuropas im Nord-Süd-Dialog.
Als Partner des Südens wird Pater Alejandro Angulo, Direktor der in Entwicklungs- und Menschenrechtsfragen engagierten kolumbianischen NGO CINEP, an einer Podiumsdiskussion zur Frage der sozialen Gerechtigkeit in Kolumbien teilnehmen. Vertreten sein werden in dieser Gesprächsrunde auch Vertreter von Nestlé, der Novartis Foundation, der Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke und der Erklärung von Bern.

Schweizer Präsidentschaft

Die Konferenz der europäischen Justitia et Pax-Kommissionen, der beratenden Gremien der nationalen Bischofskonferenzen zu Fragen von Friede und Gerechtigkeit, ist derzeit in Schweizer Hand. Es ist deshalb die Schweizerische Nationalkommission Justitia et Pax, welche nun zur Jahrsversammlung und Studientagung nach Genf einlädt. Delegierte aus siebenundzwanzig Ländern sowie zahlreiche Gäste von Partnerorganisationen aus dem In- und Ausland werden erwartet.

Ein Erbe des Zweiten Vatikanischen Konzils

Die Justitia et Pax-Kommissionen wurden in der Folge des Zweiten Vatikanums (1962­1965) gegründet. In ihnen konkretisiert sich der Wille des Konzils und von Papst Paul VI., die katholische Kirche für die Angelegenheiten der Welt zu öffnen und die Christen zu ermutigen, sich gemeinsam mit «allen Menschen guten Willens» für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen. Die Kommissionen, mit der Bischofskonferenz ihres Landes institutionell verbunden, befassen sich mit Menschenrechts-, Entwicklungs-, Friedens- und sozialen Fragen, in den letzten Jahren auch vermehrt mit Umweltfragen. Für einige Kommissionen steht der praktische Einsatz gegen Ungerechtigkeit und Unfriede im Zentrum, andere widmen sich der theoretischen Reflexion ­ doch allen gemeinsam ist das Ziel: Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.
Ende der 60er-Jahre trafen sich erstmals Justitia et Pax-Kommissionen auf europäischer Ebene. Daraus ging die Konferenz der europäischen Justitia et Pax-Kommissionen hervor. Sie ist eine Koordinationsplattform für die Aktivitäten der nationalen Kommissionen und sie ist im Wachsen begriffen. Derzeit zählt sie siebenundzwanzig Mitgliedskommissionen.
Für Interwiews mit Botschafter Walter Fust, Erzbischof Hocevar und evtl. Pater Angulo kontaktieren Sie vor dem 24. Oktober bitte Sonja Kaufmann, Generalsekretärin, Tel. +41 763474655, während der Jahresversammlung den Pressesprecher Olivier Dinichert, Mitglied der Schweizerischen Nationalkommission Justitia et Pax, Tel. +41792966937.


Bistum Basel

 

Ausschreibungen

Die auf den 1. Juli 2004 vakant werdende Pfarrstelle von Burgdorf (BE) wird für einen Pfarrer zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Die vakante Pfarrstelle von Arlesheim (BL) wird für einen Pfarrer zur Wiederbesetzung ausgeschrieben (vgl. Inserat).
Interessenten melden sich bitte bis 21. November 2003 beim Diözesanen Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch


Im Herrn verschieden

Eduard Jund, emeritierter Pfarrer, Mariazell/Sursee
Am Mittwoch, 15. Oktober 2003, verstarb in Sursee, zwei Tage nach seinem 85. Geburtstag, Herr emeritierter Pfarrer Eduard Jund.
Nach seiner Priesterweihe 1945 war er Vikar in Büron und Ufhusen (LU). 1950 wurde er zum Pfarrer von Huttwil ernannt. Eine reiche Seelsorgetätigkeit entfaltete der Verstorbene in der Pfarrei Grosswangen, wo er von 1958 bis 1987 als Pfarrer wirkte. 1970­77 war er Dekan des Dekanates Sursee. 1987 übernahm er die Aufgabe als Kaplan von Mariazell/Sursee. Vor zwei Jahren gab der eifrige Seelsorger diese Verantwortung zurück. Eduard Jund wurde Montag, 20. Oktober 2003, in seinem Heimatort Römerswil (LU) bestattet. Der Herr schenke dem Verstorbenen die ewige Ruhe!


Bistum St. Gallen

 

Neuer Dekan für das Dekanat Gossau

Die Dekanatsversammlung hat am 17. September den bisherigen Stellvertreter Kanonikus Josef Wirth zum neuen Dekan des Dekanates Gossau für den Rest der Amtsdauer 2000­2004 gewählt. Bischof Ivo Fürer hat auf Grund dieses Wahlergebnisses die Ernennung vorgenommen. Der neue Dekan ist Pfarrer in Flawil und Niederglatt. Die Ersatzwahl war nötig geworden, weil P. Josef Rosenast, der seit 1998 das Amt des Dekans inne hatte, zum Generalvikar ernannt worden ist.


Gallustag in der Kathedrale: «Freut Euch, in unserer Kirche zu leben!»

Den Menschen von Stadt und Land, die am Gallustag, am 16. Oktober, in Massen zum Festgottesdienst strömten, präsentierte sich die Kathedrale in neuem Glanz. Gefeiert wird der Abschluss der dreijährigen aufwändigen Aussensanierung am Vorabend des hl. Otmar ­ Zeichen dafür, dass Otmar für St. Gallen ebenso wichtig ist wie Gallus, hat er doch das weitergeführt, was der Mönch im Steinachtal begonnen hatte.
An den heutigen Menschen ist es, die Geschichte des hl. Gallus weiterzuschreiben, wie er immer wieder aufzubrechen und sich glaubend auf den Weg zu machen. Dazu ermunterte der Gast aus Graz, der dem Gottesdienst vorstand und die Predigt hielt. Dankbar erinnerte sich alt Bischof Johann Weber zuvor an die grosse Hilfe, welche er und viele Österreicher nach dem Krieg von der Schweizer Bevölkerung erfahren hatten. Als ein Mann, «dessen Leben die Züge des Abends aufweist, der nach 30 Jahren den bischöflichen Hirtenstab weitergeben, zu den Wurzeln zurückkehren durfte und nun mit fröhlicher Seele in einer Grazer Pfarrei wirkt», sprach er von der Zukunft, die jeder Mensch hat und für die es eine verlässliche, immer noch aktuelle Landkarte gebe: das Zweite Vatikanische Konzil. Seine Botschaft laute, Mut zu haben, sich darüber zu freuen, in dieser, unserer Kirche zu leben und zu vertrauen auf die Antwort aller Antworten, auf Jesus Christus. Aus der Saat des Evangeliums wachse immer wieder Neues, oft auch Unerwartetes, Ungeplantes. «Vertrauen», so Johannes Weber, «hat einen längeren Atem als die Angst!»
Die vielen Menschen in der Kathedrale, in der es während der Predigt mucksmäuschenstill war, spürten, dass unter ihnen ein Mann stand, der aus Erfahrung sprach, wenn er sagte, die Taufe müsse neu entdeckt werden. Sie sei es, die Laien, Priester, Bischöfe miteinander verbinde, denn «niemand ist mehr oder weniger getauft». Sie verbinde auch mit den Christen anderer Konfessionen.
In der Stille, die Gallus gesucht habe, im Gespräch mit Gott, das überall möglich sei, würde gesegnetes Reden, aber auch Botschaften und Taten des Friedens wachsen sowie die Aufmerksamkeit für Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, die auch die Trauer und Angst der Jünger und Jüngerinnen Christi sein müsse.
Der Domchor, unter der Leitung von Domkapellmeister Hans Eberhard, verstärkt durch Solistinnen und Solisten und begleitet von Musikern des Sinfonieorchesters St. Gallen, gab dem Gottesdienst mit der Messe in Es-Dur von J. N. Hummel ein heiter stimmendes, festliches Gepräge.

Rosmarie Früh


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2003